GUT DURCH DEN WINTER

Tipps für Hund und Katz in der kalten Jahreszeit

Wintertipps für Vierbeiner

Haben Sie schon Ihre Wintersachen parat gelegt? Die dicken Stiefel imprägniert, damit Ihnen Schnee und Eis und usselige Nässe nichts anhaben können? Prima! Ich bin weitgehend auch vorbereitet. Aber wie sieht es mit Ihrem tierischen Gefährten aus?

 

Gehören Sie zu der Fraktion, die für den Hund diverse Wintermäntelchen und sonstige schützende Accessoires im Schrank hat? Oder eher zu jenen, die das für übertrieben halten? Ganz ehrlich: Es gibt kein richtig und kein falsch, sondern einen gesunden Mittelweg. Genau darüber möchte ich heute mit Ihnen sprechen und auf Möglichkeiten eingehen, die für die kommende Winterzeit durchaus sinnvoll sein könnten. Letzten Endes entscheiden jedoch Sie allein, was Sie davon wie umsetzen möchten.

 

HUNDEMÄNTEL – SINN ODER UNSINN?

 

Als mir vor vielen Jahren ganz bewusst mitten in München ein Yorkshire mit Hundemäntelchen auf dem Arm seiner Besitzerin im Bus gegenübersaß, ich musste wirklich mit den Augen rollen. Ich war damals 20 Jahre alt und hielt das für äußerst übertrieben. Hunde haben ein dickes Fell. Sie haben Unterwolle. Sie sind doch für das Draußen wie geschaffen. Nun ja. Einige Jahre und zahlreiche Gespräche mit Kollegen später habe ich nach Abschluss meiner Ausbildung auch begriffen, dass es für den ein oder anderen Hund durchaus sinnvoll sein kann, wenn man ihm in den Wintermonaten einen gewissen Schutz zukommen lässt.

 

In erster Linie sind das ältere Patienten, bei denen oftmals Störungen am Bewegungsapparat vorliegen, die sich bei Wärme bessern. Sie schaffen es oftmals auch nicht mehr, trotz Bewegung beim Spaziergang an Wintertagen warm zu bleiben. Somit würden sie den Kürzeren ziehen und können durch das Tragen eines perfekt sitzenden Mantels somit Vorteile haben.

 

Es gibt jedoch auch verschiedene Hunderassen, die genetisch bedingt oder aber auch aufgrund übertriebener und möglicherweise falscher Fellbehandlung (Schur) nicht oder nicht mehr genügend Unterwolle entwickeln. Hier sollte man den Felltyp prüfen. Es gibt Hunderassen, die lediglich langes Schichthaar besitzen (also Deckhaar ohne Unterwolle). Dazu gehören Hunderassen wie der Yorkshire Terrier und der Malteser.

 

(c) Roland Altmann, www.fotosfuereuch.de

 

Der andere Felltyp besitzt Deckhaar mit Unterwolle und ist Ihnen durch Golden Retriever oder Schäferhund sicherlich schon einmal begegnet. Diese Hunde können durchaus ohne Equipment die Winter überstehen. Wobei ich auch hier bereits Goldies in Behandlung hatte, die aufgrund fortgeschrittener Arthrose es bevorzugten Mantel zu tragen.

 

Wenn Sie sich jetzt für Ihren spitzverdackteltenbernadiner Mischling unsicher sind, zu welchem Felltyp er gehört, ob Mantel ja oder nein, ich würde Ihnen empfehlen nicht nur an eiskalten Tagen auf Ihren Hund zu achten, sondern darüber hinaus.

 

Insbesondere wenn es länger kalt ist, Sie an der Ernährung Ihres Hundes nichts verändert haben, aber dieser plötzlich an Gewicht verliert, kann das mit der Temperatur zu tun haben. Denn um die Körpertemperatur konstant zu halten, wird Energie benötigt. Friert Ihr Hund also, verbraucht der Körper einiges mehr an Energie. Das macht vielen Hunden mit idealem Fell nichts aus. Das Gewicht bleibt also konstant. Bei empfindlichen Hunden wäre es jedoch sinnvoll im Falle einer Gewichtsabnahme zum vernünftigen Mantel zu greifen. Natürlich muss bei einer weiteren Gewichtsreduzierung der Tierarzt zu Rate gezogen werden, denn es könnte auch eine Erkrankung dahinter stecken.

 

PFOTENSCHUTZ IST WICHTIG

 

Hundepfoten müssen im Winter so einiges aushalten. Gerade wenn Schnee liegt, der mit Salz oder Split auf Gehwegen beseitigt wird. Unseren in Schuhwerk geschützten Füßen macht das ganze nichts aus. Hundepfoten sind von Natur aus eigentlich auch bestens ausgestattet. Doch auch hier gibt es ein aber:

 

Gerade Salz ist nichts für Hundepfoten und kleine Wunden können durch spitze Steine oder sonstigen Unrat, der irgendwo beim Gassigang herumliegt und in den Ihr tierischer Liebling tritt, zum Problem werden. Risse entstehen, die zum Teil sogar ärztlich versorgt werden müssen.

 

Aus diesem Grund lieber vorsorgen und die Pfoten gut einschmieren, ehe man zur Gassirunde aufbricht. Das folgende Rezept stammt von meiner geschätzten Kollegin Tanja Hemmerling-Seifert und muss lediglich 1-2 x wöchentlich angewandt werden:

Das Rezept können Sie hier herunterladen: >>Klick-mich<<

 

Die Ringelblumen und die Gänseblümchen sind im Online-Shop www.nature-for-pets-shop.de bestellbar. Das Olivenöl können Sie über den örtlichen Supermarkt und die restlichen Zutaten über die örtliche Apotheke besorgen.

 

Die Ringelblume (Calendula) ist eine ganz wunderbare Pflanze, die genauso wie das Gänseblümchen auf Verletzungen der Haut eingeht und sich als Pfotenschutz optimal anbietet. Auch wenn Ihr Hund bereits unter trockenen Pfoten leidet, könnte diese Salbe auch an anderen Tagen im Jahr ein wertvoller Begleiter in der eigenen Erste-Hilfe-Apotheke sein.

 

Auch für Katzen kann man diesen Pfotenschutz übrigens nutzen, ich würde damit jedoch ausgesprochen sparsam umgehen. Denn die meisten Haustiger reagieren auf derartiges mit extremen Putzverhalten. Somit landet ein Großteil der Salbe im Tier, statt auf der Pfote zu bleiben.

 

IMMUNSYSTEM PUSH-UP

 

Gesund zu bleiben, gerade im Winter, ist für uns Menschen schon schwer. Man muss nur zum Einkaufen in den nächstgelegenen Supermarkt gehen und ist dort einer Vielzahl an Viren und Bakterien ausgeliefert. Auch unsere Tiere können sich anstecken. Generell gilt, dass ein gesunder Organismus, der hochwertig ernährt wird, auch ohne irgendwelche „Pülverchen“ klar kommt. Aber es gibt auch hier die empfindlichen Vertreter, die vielleicht sowieso chronisch krank sind oder aber durch ihr hohes Alter leichter reagieren.

 

Hagebuttenpulver ist mein persönliches Highlight in Sachen Immunsystem-Push-Up. Es enthält einen hohen Anteil an Vitamin C und ist somit ein hoch wirksames Antioxidans. Biohagebuttenpulver gibt es in vielen Reformhäusern und lässt sich in das Futter von Hund und Katz gut mischen. Bei Katzen sollte es nicht mehr als eine Messerspitze pro Tag sein und auch hier muss gut geprüft werden, ob die Katz ihr Futter dann noch frisst. Unsere zum Beispiel mag es überhaupt nicht und rührt dann die gesamte Mahlzeit nicht mehr an. Somit bringt mir die Ergänzung dann reichlich wenig.

 

Hunde sind da meist „schmerzfreier“. Sie fressen oft das was man ihnen vorsetzt, ohne groß nachzudenken. Bei ihnen kann 1 g Pulver pro 5 kg Körpergewicht einmal täglich zugefügt werden. Bitte jedoch nur als Kur über 14 Tage, dann wieder pausieren und ggf. 2-3 Wochen später nochmal eine Kur damit machen.

 

WOHLIGE WÄRME

 

Wenn es Draußen ungemütlich ist, mögen wir es meist auch wohlig warm. Genauso ergeht es manchem Tier. Für Katzen ist da der Platz an oder sogar auf der Heizung ein Highlight. Alternativ kann man Katzen, aber auch Hunden ein Wärmekissen anbieten. Wärmflaschen finde ich persönlich weniger optimal, da diese meist viel zu heiß sind und für Tiere schnell unangenehm werden können.

 

Für Tiere wurde der Snuggle Safe entwickelt. Es ist ein Wärmekissen, das man in der Mikrowelle erwärmt und das über viele Stunden warm hält. Es muss nicht befüllt werden. Es ist ungiftig, kabellos und bissfest. Hier schenkt es nicht nur meiner Katzenseniorin Mischu einen wohlig warmen Platz auf dem Sofa, sondern wir nutzen es ebenso, wenn eine Winterfahrt zum Tierarzt ansteht. Das Kissen passt nämlich aufgrund seiner Maße in jede Transportbox.

 

Schlussendlich ist es jedoch Ihr Tier, dass sich aussuchen sollte wo es bei welcher Temperatur verweilen möchte. Denn es gibt genug Hunde und auch Katzen, die lieber einen kühleren Ort vorziehen, anstatt Heizungs-, Ofen- oder Heizkissenwärme!

 

(c) Roland Altmann www.fotosfuereuch.de

 

 

Wenn ich Ihr Tier unterstützen soll, Sie gezielt Fragen für den Umgang im Winter haben, gerne können Sie mich über mein Kontaktformular ansprechen. Alternativ biete ich Ihnen an, wenn Sie mir Ihre PLZ und Ihren Wohnort verraten, einmal in meinem Netzwerk nachzusehen, wo sich in Ihrer näheren Umgebung ein/e kompetente/r Tierheilpraktiker-Kollege/in versteckt hat. Letzteres natürlich kostenfrei und unverbindlich.

 

Ich wünsche Ihnen eine gesunde Zeit mit Ihrem Tier!
Von Herzen alles Liebe für Sie.

 

DIE AUTORIN MIT KATZE MISCHU

 

Sonja Tschöpe ist ausgebildete Tierheilpraktikerin und Ernährungsberaterin (für Hund, Katze und Kaninchen) mit mobiler Praxis. Ihrer Berufung geht sie von ganzem Herzen seit mehr als 10 Jahren nach. Sie ist Minimalistin, das heißt ihre Patienten bekommen nur soviel verordnet wie zwingend notwendig ist und das nur nach einer umfassenden Anamnese, bei der sie die enge Zusammenarbeit mit Tierhalter und Tierarzt sehr schätzt. Sie ist ganz offen: Wenn sie keinen Rat weiß oder die falsche Ansprechpartnerin ist, gibt sie dies direkt kund. Mit ihrer Familie und der Katzenseniorin Mischu lebt sie in der Nähe von Düsseldorf.

Sonja Tschöpe – Tierheilpraktikerin

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