VERSTOPFUNG BEI DER KATZE

Stau im Darm – wenn die Katz nicht „kackt“

Gut, ich hätte sicherlich noch einen blumigeren Titel wählen können. Doch ganz ehrlich: Das macht das Problem der Verstopfung auch nicht schöner. Gerade bei älteren Tieren, insbesondere Katzen, tritt mit fortgeschrittenen Alter immer öfter eine Kotabsatzstörung auf. Dabei ist es völlig irrelevant wie Miez oder Maunz ernährt werden. Als unsere Mischu gebarft wurde, hatte sie zeitweise diese Probleme genauso, wie zu der Zeit der Fütterung mit hochwertigem Nassfutter.

NUN KACK DOCH SCHON!

Also musste ich mich schon einige Zeit mit diversen Produkten auseinandersetzen, die sowohl die Darmperistaltik der trägen alten Dame anregt, als auch den Stuhl weicher macht. Andernfalls war es ein morgendliches Eiersuchen oder besser gesagt Kotsuchen. Der geringste Anteil lag im Katzenklo 1. Auf dem Weg zu Klo Nummer 2 fand sich dann schön unterm Stuhl in der Ecke, unterm Tisch und hinter der Pflanze der Rest. Klo Nummer 2 wurde dann gar nicht mehr aufgesucht, denn auf dem Weg dahin hatte man sich 1a entleeren können.

Mein Mann fand das weniger „nice“, unser Junghund jedoch sehr appetitlich. War er schneller als ich, musste ich nur noch den Boden wischen – zu entsorgen gab es ansonsten nichts mehr.

HÖHERER ANTEIL AN PFLANZLICHEN BESTANDTEILEN

Katzen brauchen tierische Proteine im Futter. Mit Pflanzen können sie nichts anfangen – es dient vielmehr dem Kotabsatz. Ergo ist der erste Schritt natürlich erst einmal, dass man diesen pflanzlichen Anteil leicht erhöht. Bei Mischu war das beim Barfen relativ einfach. Es gab eine höhere Menge an gekochten Karotten oder Zucchini und siehe da, es half ihr. Doch leider brachte diese Maßnahme nur einige Wochen Erfolg. Da sie durch diese hochverdauliche Kost des Barfens sowieso nur alle 2 Tage Kot absetzte, war der absolute Notfall eingetreten, als nach 4 Tagen noch immer kein Kot im Katzenklo zu finden war und sie sich sichtlich quälte.

LACTULOSE UND EINLAUF

Wir bekamen Lactulose mit und eine Art Einlauf. Der Tierarzt ermahnte mich den Einlauf wirklich erst dann zu nutzen, wenn sich mit der Lactulose nicht binnen kürzester Zeit etwas tun würde. Mischu wurde zur Bewegung animiert, denn Bewegung fördert die Darmperistaltik. Außerdem gab es ein homöopathisches Einzelmittel in höherer Potenz, das ich für sie ausgewertet hatte.

Ergebnis war: Sie kackte endlich, wenngleich wieder mal an zig verschiedenen Orten. Doch das war mir in dem Fall egal. Mischu und ich waren im wahrsten Sinne des Wortes erleichtert.

Also sollte Lactulose nun täglich in kleiner Dosis der Fütterung beigemengt werden. Das half auch wieder mal eine sehr kurze Zeit, aber nicht dauerhaft.

MEINE PODCAST-EPISODEN ZUM THEMA

Alles zum Thema Verstopfung der Katz gibts zum Anhören auch nochmal in meiner Podcast-Episode.

GEQUOLLENE FLOHSAMENSCHALEN

Zu dieser Zeit war sie zurück bei hochwertigem Nassfutter, da sie das BARF auf einmal nicht mehr anrühren wollte. Katzen dürfen nicht hungern. Und so habe ich auf meinen kleinen Restlagerbestand an gutem Industriefutter zurückgegriffen und siehe da, Mischu fraß. Zuerst klappte damit auch wieder der Kotabsatz, doch eben leider nur kurz. Durch meine mittlerweile abgeschlossene Ernährungsberaterausbildung wusste ich, dass stark gequollene Flohsamenschalen helfen können. Wir testeten es und es schien zu funktionieren. Doch wie so oft: Die Freude währte nicht lange. Mischu verweigerte irgendwann das mit dem „Glibber“ angereicherte Futter. Ich stand kurz davor wahnsinnig zu werden.

DARMFLORAAUFBAU?

Ein guter Ansatz wäre hier gewesen über die Beschaffenheit der Darmflora nachzudenken. Denn wenn diese nicht optimal ist, ergo der Darm vielleicht nicht richtig arbeitet, kann der Kot gar nicht vernünftig ausgeschieden werden. Es kann zur Verstopfung kommen. Doch auch die Darmsanierung schlug nicht wirklich langfristig an. Es musste endlich eine Lösung her. Für unsere zu 80 % schlafende alte Katzenoma und uns.

LÖSUNG: AKAZIENFASERN

Wer über fast 2 Jahre das Theater der verstopften Katz begleitet und in dieser Zeit zig Fortschritte und Rückschläge mit diversen Mittelchen erlebt, der springt sehr skeptisch auf neue Züge auf. In dem Fall war es die Info zu einem Produkt, von dem eine Kollegin eher in einem Nebensatz sprach: Akazienfasern…… Die Akazie ist ein Strauch, die man zu den Mimosengewächsen zählt und dort wo es warm ist findet. Dieses Fasern sind ein weißes Pulver, dass aus der Milch des Baumes entsteht. Man ritzt in die Baumrinde, zapft den austretenden Saft ab und lässt diesen trocknen.

In einem klinischen Test fand man heraus, dass diese Fasern nicht nur die Kot-/Stuhlbeschaffenheit verändern, man leichter Kot-/Stuhl absetzen kann. In dieser Studie fand man auch heraus, dass der Stuhl der Probanden eine hohe Konzentration an Bifidobakterien und Lactobazillen enthielt. Somit haben Akazienfasern eine präbiotische Wirkung.

Lass mich bitte ehrlich sein: Ich war mit Mischu so verzweifelt, dass ich diesen Versuch noch unternehmen wollte. Also habe ich eine Dose Akazienfasern bestellt, ein Löffelchen davon in einen Eierbecher gefüllt und etwas Wasser zugegeben. Das Pulver löste sich schnell auf und es entstand eine sehr sirupartige Masse. Diese Tagesration sollte Mischu erhalten. Und da es geruchslos ist und nach nichts schmeckt, von der Katz auch nicht bemerkt werden.

Mischu nahm es tatsächlich problemlos auf. Am nächsten Tag lag zum ersten Mal nach Wochen ein ausgesprochen großes „Häufchen“ dort, wo es hingehört: In der Katzentoilette. Ich war vorsichtig optimistisch, bereitete täglich ihre Tagesdosis zu und rührte es unter.

4 WOCHEN SPÄTER

Mischu kotet immernoch alle 2 Tage problemlos und an einem Stück in ihr Klo. Nichts geht mehr daneben und sie muss sich für den Kotabsatz auch nicht mehr anstrengen. Ganz ehrlich? Bei unserer alten Katze haben mich die Akazienfasern überzeugt. Denn so lange hatten wir mit noch keinem Produkt Erfolg.

Du möchtest es ausprobieren?

Wenn Du das gleiche Problem hast, Deine Katze vielleicht zur Verstopfung neigt, kann ich Dir die Akazienfasern wärmstens empfehlen. Zum Erwerb gibt es verschiedene Hersteller, u.a. Arktis-Grow oder Danuwa.

Du benötigst nur 1 Messlöffel, den Du mit ungefähr der gleichen Menge an Wasser vermengst und direkt verrührst. Eventuell nochmal etwas Wasser zufügen, sollte es zu zäh sein. Es ist eine klebrige Flüssigkeit, wenn Du es einmal berührst. Diese Menge teilst Du dann in 2-3 Gaben auf. Rühre es in das Nassfutter oder die BARF-Ration ein.

Wird der Kot Deiner Katze zu weich, verringerst Du einfach die Menge. Vielleicht reicht es Deiner Katze ja auch einmal pro Tag etwas Akazienfaser im Futter zu haben. Mischu braucht es tatsächlich dreimal täglich.

Solltest Du Dich fragen, wie Du es bei einer reinen Trockenfutter-Gabe nutzen kannst, wäre es mir ein wichtiges Anliegen, dass Du hier die Ernährung erst einmal umstellst. Denn Trockenfutter ist bedingt durch seine Zusammensetzung einfach nichts wirklich Gesundes auf kurz oder lang. Zudem ist es trocken, entzieht dem Körper Flüssigkeit. Leider trinken Katzen nicht genug, um das Defizit auszugleichen. Und genau hier ist die Trockenernährung zur eingeschränkten Bewegung eines Katzenoldies auch leider zusätzlich förderlich für eine Verstopfung. Hier lautet also die Devise: Erst das Futter umstellen und dann klappts ggf. auch schon ohne Zusätze mit dem Kotabsatz.

Ich wünsche Dir jedenfalls genauso viel Erfolg, wie Mischu und ich das hatten.

Wenn ich Dein Tier unterstützen soll, nimm mit mir Kontakt auf, z.B. über mein Kontaktformular. Alternativ biete ich Dir an, wenn Du mir Deine PLZ und Deinen Wohnort verrätst, einmal in meinem Netzwerk nachzusehen, wo sich in Deiner näheren Umgebung ein/e kompetente/r Tierheilpraktiker-Kollege/in versteckt hat. Letzteres natürlich kostenfrei und unverbindlich.

 

Ich wünsche Dir eine gesunde Zeit mit Deinem Tier!
Von Herzen alles Liebe für Dich und Dein Tier.

 

 

DIE AUTORIN

 

Sonja Tschöpe ist ausgebildete Tierheilpraktikerin und Ernährungsberaterin (für Hund, Katze und Kaninchen) mit mobiler Praxis. Ihrer Berufung geht sie von ganzem Herzen seit mehr als 10 Jahren nach. Sie ist Minimalistin, das heißt ihre Patienten bekommen nur soviel verordnet wie zwingend notwendig ist und das nur nach einer umfassenden Anamnese, bei der sie die enge Zusammenarbeit mit Tierhalter und Tierarzt sehr schätzt. Sie ist ganz offen: Wenn sie keinen Rat weiß oder die falsche Ansprechpartnerin ist, gibt sie dies direkt kund. Mit ihrer Familie, der Katzenseniorin Mischu und dem Hunde“kind“ Pipo lebt sie in einem Mehrgenerationenhaus in der Nähe von Düsseldorf.

 

P.S.

 

Wenn Du dich angesprochen fühlst und diesen Beitrag gerne teilen möchten, ist das ausdrücklich erwünscht, jedoch bitte nur durch Verlinkung hierher. Herzlichen Dank!

 

P.P.S.

 

Ich duze meine Leser und hoffe, dass ist für Dich / Sie in Ordnung. Im persönlichen Gespräch können wir uns natürlich siezen.

 

Hinweis

 

Ich muss darauf hinweisen, dass es sich gemäß § 3 des Heilmittelwerbegesetz (HWG) bei den hier vorgestellten Behandlungsmethoden um Verfahren der alternativen Medizin/Therapie handelt. Diese sind wissenschaftlich nicht anerkannt. Die von mir gegebenen Informationen zur Behandlung sind keine Garantie und weder als Heil- noch als Linderungsversprechen zu sehen.

Sonja Tschöpe – Tierheilpraktikerin

Prälat-Marschall-Str. 18
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Telefon: +49 2104 211 88 80

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