KLASSISCHE TIERHOMÖOPATHIE

Ein kleiner Einblick in eine umfangreiche Therapiemethode

„Frau Tschöpe, ich habe Tierhomöopathie auch schon genutzt und schätze sie sehr. Mein Fiffi hat Bachblüten bekommen.“ Solche Sätze höre ich immer mal wieder. Und was danach folgt ist in der Regel eine kurze Erläuterung von mir, dass Bachblüten absolut nichts mit Homöopathie zu tun haben. Was folgt ist danach meist ein Überraschtes: „Ach ja?“

 

Ganz häufig werden alle möglichen alternativen Therapieverfahren in einen Topf geworfen und der Oberbegriff ist dann Homöopathie. Dabei haben zwar manche dieser Verfahren eine gewisse Ähnlichkeit mit ihr, wie die anthroposophische Medizin (Präparate von z.B. Wala, Weleda) oder aber auch die Homotoxikologie (Präparate von HEEL). Aber dennoch ist die klassische Homöopathie nach Samuel Hahnemann eine ganz eigenständige Therapieform. Der Oberbegriff muss somit lauten: Alternative Therapieverfahren.

 

Bist Du über den Begriff Homöopathie schon einmal gestolpert? Hast Du vielleicht die Homöopathie selbst bereits angewandt? Vielleicht fragst Du Dich aber auch, was genau Homöopathie ist und was von alledem, was sich im Netz an Informationen tummelt, wirklich wahr ist?

 

Ich möchte Dir in diesem Blog-Artikel einige Antworten geben und zudem mit vier Ammenmärchen aufräumen, die sich zur Homöopathie hartnäckig halten.

HOMÖOPATHIE NUTZT MAN VORSORGLICH

Vielleicht hast Du schon einmal den folgenden Satz gelesen oder gehört: Heile ähnliches mit ähnlichem (similia similibus curentur)

 

Das ist der Leitsatz der Homöopathie und genau das solltest Du Dir immer ins Gedächtnis rufen, wenn Du überlegst die Homöopathie zu nutzen. Es bedeutet nichts anderes, als das man auf etwas, was bereits da ist mit einem Einzelmittel eingeht, was dem Symptom am ähnlichsten kommt. Hahnemann hat dazu einen beeindruckenden Selbstversuch mit Chinarinde unternommen. Er nahm im kranken fiebrigen Zustand etwas Chinarinde ein und das Fieber verschwand. Als er es als gesunder Mensch einnahm, löste er Fieber aus.

 

Dieses Beispiel finde ich sehr schön, um zu erläutern, dass man keinesfalls präventiv die Homöopathie einsetzt, also vorsorglich. Das ist sozusagen eines der Ammenmärchen, die durchs Netz geistern. Sicherlich gibt es bestimmte Mitteltipps, anderer Therapieformen (z.B. aus der Kräuterkunde), die man vorsorglich nutzen kann. Aber die Homöopathie selbst wird nur dann angewandt, wenn Symptome da sind und dann muss zu genau diesen Symptomen das passende Einzelmittel ausgewählt werden.

Tabu vor jeder Operation

Viele Tierhalter meinen, man sollte Arnica vor einer Operation geben, damit es danach zu keiner Wundheilungsstörung kommt und das Tier den Eingriff besser übersteht. Aber die Arnica kann zu Sickerblutungen führen! Dieser Ratschlag ist somit fatal! Ich kann Dich nur sensibilisieren die Finger weg von homöopathischen Gaben vor einem Eingriff zu lassen. Im Anschluss an eine Operation kann natürlich die Homöopathie genutzt werden.

MAN NEHME X BEI Y

Bei bakteriellen Infekten greift der Arzt zu Antibiotikum. Bei Schmerzen wird bei Bedarf ein Schmerzmittel verschrieben. Nach so einem Schema kann man in verschiedenen Therapien arbeiten, nicht aber in der Homöopathie. Bei akuten Erkrankungen gibt es zwar wenige Präparate, die sich einen Namen gemacht haben und deshalb als erste Hilfe in Erscheinung treten (z.B. Arnica zur Wundheilung). Bei chronischen Erkrankungen hilft aber keine Kochbuchverschreibung. Hier muss der Therapeut die Gesamtheit aufnehmen. Das bedeutet nicht nur die Symptome die da sind, auch die Modalitäten. Wie geht es dem Patienten, wie frisst er, wie trinkt er, wie bewegt er sich, wie ist die Psyche usw. All diese Aufzeichnungen spielen in die spätere Mittelwahl hinein, um aus hunderten von homöopathischen Einzelmitteln das passende Präparat zu wählen. Zur Erinnerung: Heile ähnliches mit Ähnlichem! Hat er das Präparat dann gefunden, muss die zum Tier passende Dosierung verordnet werden.

ERSTVERSCHLIMMERUNGEN SIND GEWOLLT

Absoluter Blödsinn! Weder Hahnemann, noch ein vernünftig arbeitender Homöopath lechzt danach, dass es Deinem Tier nach der Gabe schlechter geht. Was möchte denn ein verantwortungsbewusster Therapeut? Er möchte, dass es Deinem Tier besser geht und ist das nicht möglich, dass zumindest die Beschwerden gelindert werden, wenn Heilung aussichtslos ist.

 

Leider können natürlich sogenannte Überreaktionen vorkommen. Oft dann, wenn mit trockenen Gaben gearbeitet wird. Das heißt der Trägerstoff (meist Globuli) wird unverdünnt direkt oral dem Patienten verabreicht. Oder aber auch wenn die Gabe zu früh wiederholt wird oder aber die gewählte Potenz zu hoch ist.

 

Hier musst Du wissen, dass man generell homöopathische Präparate auflöst (meist in etwas Wasser), ehe man sie oral gibt. Und je nachdem wie stark diese wässrige Auflösung war, muss mit einer Gabenwiederholung auch gewartet werden. Denn je nach Höhe der Potenz hat das Präparat eine längere Haltbarkeit im Körper. Wiederhole ich zu früh, kann es zu einer ungewünschten Wirkung kommen.

 

In der Regel steht Dir ein Therapeut zur Seite, der Dich berät. Das heißt dieser sagt Dir, wie Du es geben sollst, ob und wann also die nächste Wiederholung ansteht. Hier möchte ich Dich sensibilisieren das auch genau nach Vorgabe zu tun.

IST DOCH EH ALLES NUR PLACEBO

Das jährliche Sommermärchen lautet für Homöopathie-Gegner meist: Wie kann ich diese Therapieform in Grund und Boden stampfen und auslöschen. Ich selbst verfolge diese Berichte nicht mehr, weil sie mich an Hexenverbrennung erinnern. Ganz ehrlich: Wir leben in einer Zeit, in der Presse, Politik und Ärzte so erwachsen sein sollten, die Menschen und Tiere im Gesundwerden zu unterstützen. Und wenn das bei gewissen Patienten, egal auf welchem Wege mit Homöopathie passiert, na wunderbar!

 

Dennoch glaube ich nicht daran, dass die homöopathische Behandlung nur auf einen Placeboeffekt beruht. Die Kraft meiner eigenen Gedanken hat mir bis dato noch nicht geholfen, wenn ich mit grippalem Infekt flach lag und mir mantraartig vorlamentierte, mir gehe es schon viel besser. Gut, vielleicht fehlte das weiße Gewand und der Tanz ums Feuer (Ironie-off).

 

Zudem arbeite ich mit Tieren. Meine Kunden geben die homöopathischen Präparate ohne großen Schnickschack. Das heißt es wird in der Regel untergejubelt, ohne viel Aufsehen. Und somit ist da kein Tier, dass sich denkt „Juhuuuu, gleich muss es mir viel besser gehen!“

 

Ich habe in meiner Praxis einige Fallbeobachtungen erleben dürfen, bei denen nach der homöopathischen Behandlung die Symptome deutlich besser wurden. Zeitgleich wurde mit nichts anderem therapiert. Einfach aus dem Grunde, weil ich schließlich wissen möchte, was nun geholfen hat und was eher nicht.

 

Nicht immer konnten wir heilen. Das ist bei sehr bösartigen Erkrankungen der Fall, worauf ich im Rahmen der Anamnese immer hinweise. Aber die Homöopathie ist ein Versuch und kommt bei Tieren oft dann zum Einsatz, wenn alle anderen Möglichkeiten bereits ausgeschöpft sind. Man kann nämlich mit dem passenden Präparat und einer gewissen Geduld der Tierhalter durchaus den Zustand stabilisieren oder lindern, so dass man dem Leben etwas mehr gute Tage schenkt.

MEIN PODCAST ZUM THEMA

DU MÖCHTEST DIE HOMÖOPATHIE AUSPROBIEREN?

Ich möchte Dir ans Herz legen, dass Du Dir dazu einen darin klassisch ausgebildeten Therapeuten suchst. Was bedeutet „klassisch“? Er wird nach Samuel Hahnemann im Rahmen einer Anamnese (umfassendes Erstgespräch mit Untersuchung des Tieres) alles aufnehmen, was für ihn wichtig ist. Danach wird er die Fülle an Informationen aufbereiten, sortieren und werten. Man sagt dazu auch Repertorisierung. An dessen Ende stehen einige homöopathische Einzelmittel, die dann noch einmal passend auf den individuellen Patienten geprüft werden, ehe die Verordnung erfolgt.

 

Homöopathische Präparate unterliegen der Apothekenpflicht. Das heißt nach der Verordnung durch den Tierhomöopathen kannst Du diese über die örtliche Apotheke beziehen. Entsprechend der schriftlichen Dosierungsanleitung verabreichst Du es dann. Bitte achte allerdings darauf die Globuli (Zuckerkugeln) nicht mit den Fingern anzufassen. Denn das homöopathische Präparat befindet sich Außen auf der „Kugel“. Es löst sich bei Berührung sehr leicht und somit wäre das meiste dann an Deiner Haut und nicht im Patienten. Am besten ist es die Anzahl an Globuli auf ein Stück Papier zu träufeln und von dort aus weiter zu verwenden.

 

Wenn Du einen fähigen Therapeuten in Deiner Nähe suchst, nimm gerne mit mir Kontakt auf und ich prüfe mein Kollegen-Netzwerk.

IN DER RUHE LIEGT DIE KRAFT

Die Homöopathie ist nichts für Ungeduldige. Wenn Du heute beim Therapeuten bist, es morgen das Präparat gibt, aber schon gestern eine Reaktion da sein soll, dann hast Du nur eine Möglichkeit: Schenk Deinem Therapeuten genug Vertrauen und habe Geduld.

 

Ganz ehrlich: Ich erlebe in meiner Praxis immer wieder Fälle, bei denen die chronischen Erkrankungen bereits vor Jahren begann und eine Odyssee an Therapien bereits ausprobiert wurde. Viele Kunden hatten sicherlich lange Geduld, doch jetzt, beim Betreten meiner Praxis, muss aus ihrer Sicht natürlich alles ganz schnell gehen. Aber ich kann nicht zaubern. Und das kann weder die Homöopathie noch eine andere alternative Therapieform. Alles braucht seine Zeit. Zeit krank zu werden und Zeit zu genesen.

 

Ich habe mehr als einmal abgelehnt homöopathisch tätig zu werden, einfach weil es zum Kunden nicht passte. Das Tier hätte natürlich vorbildlich mitgemacht.

 

Bei allen offenen Fragen, Zweifeln und auch Ängsten oder wenn die Ungeduld wieder einmal anklopft und die innere Ruhe aus dem Gleichgewicht bringt, einfach dem Therapeuten Bescheid geben.

Wenn ich Dein Tier unterstützen soll, nimm mit mir Kontakt auf, z.B. über mein Kontaktformular. Alternativ biete ich Dir an, wenn Du mir Deine PLZ und Deinen Wohnort verrätst, einmal in meinem Netzwerk nachzusehen, wo sich in Deiner näheren Umgebung ein/e kompetente/r Tierheilpraktiker-Kollege/in versteckt hat. Letzteres natürlich kostenfrei und unverbindlich.

 

Ich wünsche Dir eine gesunde Zeit mit Deinem Tier!
Von Herzen alles Liebe für Dich und Dein Tier.

 

 

DIE AUTORIN

 

Sonja Tschöpe ist ausgebildete Tierheilpraktikerin und Ernährungsberaterin (für Hund, Katze und Kaninchen) mit mobiler Praxis. Ihrer Berufung geht sie von ganzem Herzen seit mehr als 10 Jahren nach. Sie ist Minimalistin, das heißt ihre Patienten bekommen nur soviel verordnet wie zwingend notwendig ist und das nur nach einer umfassenden Anamnese, bei der sie die enge Zusammenarbeit mit Tierhalter und Tierarzt sehr schätzt. Sie ist ganz offen: Wenn sie keinen Rat weiß oder die falsche Ansprechpartnerin ist, gibt sie dies direkt kund. Mit ihrer Familie und der Katzenseniorin Mischu lebt sie in der Nähe von Düsseldorf.

 

P.S.

 

Wenn Du dich angesprochen fühlst und diesen Beitrag gerne teilen möchten, ist das ausdrücklich erwünscht, jedoch bitte nur durch Verlinkung hierher. Herzlichen Dank!

 

P.P.S.

 

Ich duze meine Leser und hoffe, dass ist für Dich / Sie in Ordnung. Im persönlichen Gespräch können wir uns natürlich siezen.

 

Hinweis

 

Ich muss darauf hinweisen, dass es sich gemäß § 3 des Heilmittelwerbegesetz (HWG) bei den hier vorgestellten Behandlungsmethoden um Verfahren der alternativen Medizin/Therapie handelt. Diese sind wissenschaftlich nicht anerkannt. Die von mir gegebenen Informationen zur Behandlung sind keine Garantie und weder als Heil- noch als Linderungsversprechen zu sehen.

Sonja Tschöpe – Tierheilpraktikerin

Prälat-Marschall-Str. 18
42781 Haan / Deutschland
Telefon: +49 2104 211 88 80

Montag, Donnerstag: 17:00 - 19:00 Uhr
Dienstag: 09:00-13:00, 17:00-19:00 Uhr
Freitag: 09:00 - 13:00 Uhr

Newsletter-Anmeldung