SCHONKOST FÜR TIERE

Wenn die Verdauung erste Hilfe braucht

Schonkost

Symptome (wie Durchfall oder Erbrechen) kommen meist dann, wenn man sie überhaupt nicht gebrauchen kann. Je nach Schwere können sie einem durchaus den Boden unter den Füßen bzw. Pfoten wegreißen. Der Kreislauf geht runter. Man fühlt sich schlapp und möchte nur noch seine Ruhe. Ist die erste Krise überwunden, will man zurück zur Tagesordnung kommen und das enorme Hungergefühl stillen. An dieser Stelle sollte sie ins Spiel kommen: die Schonkost.

 

EIN HOCH AUF MORO

 

Der Arzt Ernst Moro (1874-1951) fand Anfang des 20. Jahrhunderts heraus, dass die Kindersterbe- und Komplikationsraten bei Erkrankungen mit Durchfall deutlich gesenkt wurde, wenn man ihnen eine Suppe aus Karotten, Salz und Wasser vorsetzte. Wichtig war, dass die Karotten länger als 90 Minuten gekocht wurden. Bei diesem langen Kochvorgang entstehen Oligogalakturonide. Diese gering sauren Galakturonide werden aus natürlichen Quellen (Grundstoff Pektin) durch Umwandlung gewonnen. Sie docken im Darm an Krankheitskeime an und helfen bei der Heilung. Quasi ein natürliches Antibiotikum, wenn man so möchte.

 

 

Die sogenannte Moro-Suppe ist mein Platz 1 für Hunde (aber auch für Katzen und die kleinen Heimtiere), wenn im Gastrointestinaltrakt irgendwo etwas nicht stimmt. Hunde erhalten sinnvollerweise 2 Tage ausschließlich Schonkost, sprich Karottensuppe. Katzen bekommen aufgrund ihres komplexen Stoffwechsels etwas Moro-Suppe zusätzlich zu ihrer gewohnten Ernährung. Auf Kaninchen und co. gehe ich im weiteren Text noch ein.

 

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Wenn Sie sich nun fragen, ob nicht auch eine Kombination aus Morosuppe und Reis ginge, muss ich ehrlich sein: Ich würde keinen Reis zufügen. Wir fügen damit sonst ein Nahrungsmittel zu, dass dem Körper Wasser entzieht. Es belastet den Darm und arbeitet deshalb kontraproduktiv zu den Wirkstoffen der gekochten Karotten. Deshalb lieber darauf verzichten.
Frisst ein Hund die Karottensuppe allerdings nicht, kann man einen Hühnerschenkel (Haut, Fleisch und Knochen) mitköcheln, den man jedoch nach dem Kochvorgang entfernt, ehe die Suppe püriert wird.

 

SCHONKOST FÜR DIE KLEINEN HEIMTIERE

 

Kaninchen- und Meerschweinchenbesitzer kennen sicherlich den uralten und immer noch geläufigen Tipp, bei Durchfall eine Heu-Wasser-Diät umzusetzen. Bravo sag ich da nur! Auf eine dümmere Idee kann man gar nicht kommen. Es erscheint vielleicht im ersten Moment logisch, dass man versucht Durchfall zu stoppen, in dem man etwas trockenes zufügt. Doch trockene Halme (Heu) sorgt hier für eines: Es entzieht dem Körper Wasser. Der Körper hat also nicht nur Flüssigkeit per Durchfall verloren, er muss nun auch noch weitere bereitstellen, um überhaupt das Trockene  zu verdauen. Selbstverständlich könnte das Kaninchen oder Meerschweinchen über das angebotene Trinkbehältnis Wasser aufnehmen, viele tun das jedoch nicht ausreichend. Überschüssiges Calcium aus der trockenen Kost setzt sich in den Harnwegen ab. Das eine Problem wird versucht gelöst zu werden, ein neues wird geradewegs produziert.

 

Wer sein kleines Heimtier also sinnvoll während eines aufgetretenen Durchfallsymptoms unterstützen möchte, sollte lieber Wurzelgemüse und Obst (mit Ausnahme von Apfel) vorerst vom Speiseplan streichen und auf blattreiche, frische Kost (also frische Wiesenkräuter, Gräser, Küchenkräuter, wenig Blattsalate) setzen. Auch Fenchel samt Kraut hat eine beruhigende Wirkung auf die Verdauung und darf angeboten werden. Außerdem kann geriebener Apfel in kleinen Mengen helfen. Daneben kann man leicht angeriebene Anis-, Fenchel- oder Kümmelsamen in Kleinstmengen anbieten, was die Verdauung ebenfalls beruhigt..

 

Die Morosuppe könnte man auch für diese Pflanzenfresser kochen und abgekühlt in einer Einwegspritze oral verabreichen. Allerdings sollte die Ernährung während des Durchfalls nicht ausschließlich daraus bestehen.




ZURÜCK ZUM SPEISEPLAN

 

Ist alles überstanden, kann man langsam zur Tagesration zurückkehren. Lieber die ersten Tage kleine Rationen über den Tag verteilt anbieten, als eine große Portion. Das Tier bitte durchaus beobachten, wie es ihm nach der Futteraufnahme geht. Treten abermals Symptome auf, würde ich nicht lange fackeln und das Tier dem Tierarzt vorstellen. Hier macht es außerdem Sinn eine entsprechende Kotprobe direkt abzugeben, damit diese auf Parasiten und co. untersucht wird. Denn leider stecken ziemlich oft unliebsame Mitbewohner dahinter.

 

Ich hoffe sehr, dass Ihnen mein Tipp hilft (der im übrigen auch klasse bei menschlichen Verdauungsproblemen ist), Sie diesen aber bestenfalls nicht brauchen werden. Denn schließlich ist das Schönste doch ein gesundes Tier ohne Symptome. Gerne können Sie mich über mein Kontaktformular ansprechen, falls Sie zum Thema etwas auf dem Herzen haben. Vielleicht kann ich etwas für Ihr Tier tun. Alternativ biete ich Ihnen an, wenn Sie mir Ihre PLZ und Ihren Wohnort verraten, einmal in meinem Netzwerk nachzusehen, wo sich in Ihrer näheren Umgebung ein/e kompetente/r Tierheilpraktiker-Kollege/in versteckt hat. Letzteres natürlich kostenfrei und unverbindlich.

 

Ich wünsche Ihnen eine gesunde Zeit mit Ihrem Tier!
Von Herzen alles Liebe für Sie.

 

DIE AUTORIN

 

Sonja Tschöpe ist ausgebildete Tierheilpraktikerin und Ernährungsberaterin (für Hund und Katze) mit mobiler Praxis. Ihrer Berufung geht sie von ganzem Herzen seit mehr als 10 Jahren nach. Sie ist Minimalistin, das heißt ihre Patienten bekommen nur soviel verordnet wie zwingend notwendig ist und das nur nach einer umfassenden Anamnese, bei der sie die enge Zusammenarbeit mit Tierhalter und Tierarzt sehr schätzt. Sie ist ganz offen: Wenn sie keinen Rat weiß oder die falsche Ansprechpartnerin ist, gibt sie dies direkt kund. Mit ihrer Familie und der Katzenseniorin Mischu lebt sie in der Nähe von Düsseldorf.

Sonja Tschöpe – Tierheilpraktikerin

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