KATZE IN DER KISTE

Tipps für den Transport zum Tierarzt

Die (perfekte) Katzentransportbox

Kennst Du die witzigen Comics von Simons Cat? Insbesondere die Szene, als Simon versucht seinen Kater dazu zu überreden, mit zum Tierarzt zu kommen? Grandios, nicht wahr?! Da kann selbst die coolste Katze zur Dramaqueen werden, wenn mit einem Mal die verschollene Transportbox auftaucht, weich ausgestattet wird und es sich der pelzige Freund darin bequem machen soll. „Hallo Mensch? Was erwartest Du da von mir?!“ Wenn Du Dein Leben mit Katzen teilst und die Transportbox eher aus dem Blickfeld der Katze aufbewahrst, vielleicht kommt Dir genau diese Situation bekannt vor. Sobald das Teil im Raum ist, ist das eben noch herumstolzierende Tier wie vom Erdboden verschluckt. Zum Tierarzt fahren? Da drin? Niemals!

 

Katzen sind besondere Persönlichkeiten – oh ja. Ich darf das seit einigen Jahren selbst erfahren. Im Februar 2016 zog meine erste Katzendame ein, die damals 16jährige Mischu aus dem Tierheim Bonn. Auch bei ihr entbrennt keine Liebe, wenn die Box aufgestellt wird und Madame zum jährlichen Herzcheck hineinspazieren soll. Das klappt im übrigen nur mit Unterstützung. Von alleine würde sie das nicht mehr tun.

 

VOM KELLER IN DEN WOHNRAUM

 

Auch bei uns stand die Transportbox immer im Keller. Sie wurde nur herausgeholt, wenn eben eine zwingende Fahrt per Auto sein musste. Für Mischu bedeutete das die Fahrt vom Tierheim hierher, ein weiterer Umzug von Wuppertal nach Haan und eben regelmäßig die Fahrt zum Tierarzt. In einem interessanten Vortrag der Tierarztfachangestellten und Katzenverhaltensberaterin Melanie Jansen von Katzengerecht anlässlich des Katzentags im Tierheim Gelsenkirchen, wurden mir dann die Augen geöffnet.

Melanie sagte:

Eine Box gehört in den Lebensraum der Katze. Sie sollte mit ihr vertraut sein und nicht mit ihrem Anblick verbinden, dass es nun gleich ins Auto geht und eine für sie stresslastige Situation bevorsteht.

Gut. Das leuchtete ein. Genau das bestätigt Tierärztin und Katzenexpertin Sabine Schroll, welche die Transportbox deshalb auch als Wohnbox betitelt. Genau dort gehöre sie hin. Jede Katze sollte diese immer zur Verfügung haben, um sie freiwillig jederzeit aufsuchen zu können, ganz gleich für welchen Grund.

 

 

Als ich nach diesem Katzentag Zuhause ankam, holte ich als erstes die Transportbox aus dem Keller, säuberte sie und legte eine sauber gefaltete Fleecedecke hinein. Ich stellte sie neben das Sofa an die Wand. Mischu kam von ihrer Abendrunde und machte es sich prompt darin bequem. Erstaunlicherweise wurde die Box über x Wochen zu ihrem Lieblingsplatz auserkoren. Allerdings nur bis zu dem Tag, an dem der jährliche Herzcheck anstand. Mischu lag eingerollt in ihrer Box. Ich verschloss sie mit dem Gitter und wir fuhren zum Doc. Als wir zurückkehrten verließ sie die Box und kehrte trotz ausgetauschter Decke nicht mehr dorthin zurück….

 

Tipp 1: Mach die Transportbox zum Katzenutensil/Katzenmobiliar im Wohnraum, worauf Katze oder Kater jederzeit selbst drauf zugreifen dürfen.

 

LIEBER KLEIN UND FEIN

 

Was die Größe angeht, sind die meisten Boxen schlichtweg überdimensioniert. In ihrem Vortrag beim Katzentag erläuterte Melanie Jansen weiter, dass die meisten Transportboxen einen wortwörtlich großen Nachteil hätten: Sie sind viel zu groß, während das Katzenklo meist zu klein ist. Zu großes Katzenklo? Zu kleine Transport- äh Wohnbox? Soll die Katze etwa keine Bewegungsfreiheit haben, wenn sie schon eingesperrt ist? Klare Antwort der Expertin: Nein! Und sie erinnerte die Zuhörer daran, wo man versteckte Katzen in der Regel entdeckt: Im kleinsten Körbchen, im hintersten Eck oder im winzigsten Paket, wenn man eine Lieferung bekommen hat.

 

Dort rollt sie sich zufrieden ein und schlummert vor sich hin. Genau dieses Gefühl von Geborgenheit sollte man ihr versuchen zu vermitteln, in dem man in eine passend „kleine“ Transportbox eine weiche Unterlage legt, in der sie sich bei Bedarf einrollen und somit verstecken kann. Sie findet darin etwas Ruhe, in dieser für sie eh schon bescheidenen Situation. Wobei es ja doch auch Katzen geben soll, die gerne reisen….

 

Tipp 2: Eine Nummer kleiner ist besser! Katzen brauchen Schutz, keinen Bewegungsspielraum.

 



BLEIB MIR FERN

 

Beim Tierarzt angekommen stellt man fest: Die meisten tierärztlichen Wartezimmer sind gemischt. Es finden sich neben stillen Kaninchen, zwitschernden Vögeln, maunzenden Katzen auch neugierige Hunde. Während Kaninchen, Vögel und Katzen meist nicht das Problem darstellen, lassen viele Hundebesitzer ihren Lieblingen oft eine zu lange Leine. Diese ermöglicht es ihnen mal eben einen Blick in die Box eines fremden Mitpatienten zu werfen. Natürlich gibt es coole Katzen, die das relativ unerschrocken über sich ergehen lassen. Die Situation ist eh schon beschissen genug. Aber man muss sicherlich diese stresslastige Situation nicht noch durch eine feuchte Hundenase toppen. Ich empfehle hier immer jedem, sowohl den Box-Besitzern, als auch den Hundemenschen, ein wenig Rücksicht aufeinander zu nehmen. Selbst wenn der freundliche Labrador nur mal eben gucken möchte, wer da in der Box sitzt, das muss nicht sein. Respektvoller Abstand aus Wohl zum Tier. Vielen Dank!

 

„Der tut nix, der mag Katzen!“
„Sie hat aber noch nichts gefressen…..“

 

Tipp 3: Schütze Deine die Box vor zu aufdringlichen Hundenasen und zu neugierigen Menschen.

 

NATÜRLICHE (UND ANDERE) HILFSMITTEL ZUM STRESSABBAU

 

Es gibt ein paar natürliche Helfer, die solche Situationen relativieren sollen. Zu den bekanntesten gehören die sogenannten Bachblüten des Dr. Edward Bach. Oft kommt hier die Rescue Remedy Mischung zum Einsatz, eine Notfallmischung mit 5 Bachblüten. Sie soll die Katze beruhigen. Das schafft sie durchaus auch nach der Rückkehr nach Hause. Weniger gelingt es ihr jedoch vor der Fahrt zum Tierarzt. Warum? Eigentlich ganz einfach zu erklären. Die in ihr enthaltenen Bachblüten gehen auf eine konkrete Situation ein, die bereits passiert ist. So zum Beispiel die Bachblüte Rock Rose, die für akute Angstzustände ist. Ich kann versuchen die Mischung der Katze zu geben, wenn sie ängstlich in der Box sitzt, ehe man das Auto besteigt und zum Doc fährt. Sie jedoch bereits Tage vorher mittels Trinkwasser und Futter zu verabreichen ist Nonsens.

 

Außerdem ein möglicher Helfer: Feliway Transportspray. Es handelt sich dabei um eine Nachbildung des Wohlfühlpheromons F3 auf synthetischer Basis. Es soll der Katze das Gefühl signalisieren, dass sie sicher ist, dass alles gut ist. Bei weniger ängstlichen Kandidaten kann das sogar sehr wohl funktionieren. Es gibt jedoch auch die panische Fraktion, die sich weder davon, noch von Bachblüten beeindrucken lässt. Hier hilft leider nur Augen zu und durch oder aber mithilfe tierärztlicher Unterstützung den Besuch vorzubereiten.

 

Denn oh ja, es gibt für jene Panikpatienten die sogenannte Scheiß-egal-Tablette. Hier bitte eine entsprechende Beratung vom Tierarzt einholen, denn er kann am besten einschätzen, ob die Chemiekeule für Deine Katze sinnvoll ist.


Tipp 4: Hilfsmittel können eine Möglichkeit zur Beruhigung sein, funktionieren jedoch nicht immer.

 

NO DRAMA LAMA ÄH KATZE

 

Je entspannter man selbst, umso ruhiger ist die Katze. Denn natürlich spürt diese unsere Aufregung. Statt die in der Box sitzende, gestresste Katze in ihrer Angst zu bestärken, sollte man während des Wartens beim Tierarzt viel mehr versuchen cool zu bleiben. Sicherlich kann man ihr mehrmals mit ruhiger monotoner Stimme sagen „Alles guuuut. Bleib ruuuuuhig“, wobei man das U durchaus dehnen sollte. Permanentes Dutzi-Dutzi wäre jedoch falsch. Das hilft weder Dir, noch Deiner Katze und bestärkt sie nur darin, dass die Situation unschön ist.

 

Wer nun einwirft, dass es ja bereits mobile Tierärzte gibt, muss sich gut überlegen, ob man sich quasi den Feind der Miez ins Haus holen will. Die eigenen 4 Wände sind für Deine Katze ihr Zuhause, ihr Rückzugsort. Sie verbindet damit ein Gefühl von Sicherheit. Ein weiteres Argument ist, dass mobile Tierärzte zwar gut ausgestattet sind, aber nicht alles an Equipment für eine notwendige Diagnose dabeihaben können. Somit ist oftmals ein Gang in die örtliche Praxis unumgänglich.


Tipp 5: Bleib ruhig, Deine Katze wird es Dir danken.

„Aber Frau Tschöpe, dann dürfen Sie ja auch nicht zu uns kommen.“ Nun ja. Meine Anamnese unterscheidet sich dann doch etwas von dem Besuch des Tierarztes. Ich muss zum Glück keine Spritzen geben. Ich muss weder bei meinem Besuch zwingend Medikamente verabreichen, noch zwingend Untersuchungsgänge in der Kürze meiner Besuchszeit durchführen. Ich komme in der Regel mit entsprechend viel Zeit zu Dir. Deine Katze bekommt genug Raum, sich mit meiner Anwesenheit vertraut zu machen, während wir uns unterhalten. Somit bin ich für Deine Katze nur ein neutraler Besucher ihres Zuhauses.

 

Ich wünsche Dir in jedem Fall viel Erfolg beim Transport und ein entspanntes Tier.

 

Wenn ich Dein Tier unterstützen soll, nimm mit mir Kontakt auf, z.B. über mein Kontaktformular. Alternativ biete ich Dir an, wenn Du mir Deine PLZ und Deinen Wohnort verrätst, einmal in meinem Netzwerk nachzusehen, wo sich in Deiner näheren Umgebung ein/e kompetente/r Tierheilpraktiker-Kollege/in versteckt hat. Letzteres natürlich kostenfrei und unverbindlich.

 

Von Herzen alles Liebe für Dich und Dein Tier

 

 

DIE AUTORIN MIT KATZE MISCHU

 

Sonja Tschöpe ist ausgebildete Tierheilpraktikerin und Ernährungsberaterin (für Hund, Katze und Kaninchen) mit mobiler Praxis. Ihrer Berufung geht sie von ganzem Herzen seit mehr als 10 Jahren nach. Sie ist Minimalistin, das heißt ihre Patienten bekommen nur soviel verordnet wie zwingend notwendig ist und das nur nach einer umfassenden Anamnese, bei der sie die enge Zusammenarbeit mit Tierhalter und Tierarzt sehr schätzt. Sie ist ganz offen: Wenn sie keinen Rat weiß oder die falsche Ansprechpartnerin ist, gibt sie dies direkt kund. Mit ihrer Familie und der Katzenseniorin Mischu lebt sie in der Nähe von Düsseldorf.

 

P.S.

 

Wenn Du dich angesprochen fühlst und diesen Beitrag gerne teilen möchten, ist das ausdrücklich erwünscht, jedoch bitte nur durch Verlinkung hierher. Herzlichen Dank!

 

P.P.S.

Ich duze meine Leser und hoffe, dass ist für Dich / Sie in Ordnung. Im persönlichen Gespräch können wir uns natürlich siezen.

 

Hinweis

 

Ich muss darauf hinweisen, dass es sich gemäß § 3 des Heilmittelwerbegesetz (HWG) bei den hier vorgestellten Behandlungsmethoden um Verfahren der alternativen Medizin/Therapie handelt. Diese sind wissenschaftlich nicht anerkannt. Die von mir gegebenen Informationen zur Behandlung sind keine Garantie und weder als Heil- noch als Linderungsversprechen zu sehen.

Sonja Tschöpe – Tierheilpraktikerin

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