Sonja Tschöpe - Flohbefall bei der Katze

Na? Kommt dir das bekannt vor: Du streichelst deine Katze, massierst mit den Fingernägeln leicht die Haut unter dem dichten Fell und bemerkst unter den Fingernägeln anschließend etwas krümeliges Schwarzes? Das kann vieles sein, meist handelt es sich jedoch um Flohkot. Um das zweifelsfrei feststellen zu können, solltest du die Krümel auf ein feuchtes Taschen-/Küchentuch geben und für einen kurzen Moment abwarten, was passiert. Lösen sich die Krümel auf und verfärben das Tuch rötlich, handelt es sich eindeutig um Flohkot. Deine Katze hat Untermieter.

Man will sie nicht, aber sie ziehen ungefragt ein. Und das leider meist noch mit einer Großfamilie. Flöhe haben große Clans. Vielleicht noch nicht sofort, aber sie sorgen dafür, dass ihre Zahl relativ zügig steigt. Warum auch nicht? Schließlich haben sie ein Spitzen-Eigenheim gefunden. Ein dichtes Fell. Leckeres Blut. Und all das für Lau. Prima!

Unwillkommene Gäste im Fell wieder loswerden

So prima fand ich das nicht, als es uns zum Jahresende 2016 erwischte. Ich kraulte meine Katze Mischu, erwischte ein paar Krümel und hatte schnell die Gewissheit, sie hat Flöhe. Aber wo war der Floh? Und warum kratzte sich Mischu nicht? Sie war wie eh und je. Hatte wunderschönes, weiches Fell und zeigte überhaupt keine Spur von diesen lästigen Mitbewohnern. Man liest bei Flohbefall schließlich davon, dass sich die Tiere ständig kratzen würden und das Fell struppig sei. Du siehst, das muss also nicht zwingend der Fall sein. In der Regel ist das nur bei einem weit fortgeschrittenen Flohbefall so.

Anfänglich redete ich es mir noch schön. Es wäre sicherlich nur ein Single-Floh eingezogen und durchkämmte abendlich ihr dichtes Fell. Nachdem ich am 1. Abend einen Floh fand, jedoch am nächsten Tag neuer Flohkot auftauchte, schien es sich wohl leider doch um eine Großfamilie zu handeln. Also weiter Zentimeter für Zentimeter ihr Fell mit einem speziellen Flohkamm durchkämmt, bis ich insgesamt 4 Flöhe zusammen hatte. Doch war es das?

Woher Familie Floh kam, haben wir nicht herausfinden können. Vielleicht lebte eine gewisse Population bereits in unserer erst kürzlich bezogenen Wohnung. Vielleicht traf Mischu auf diese beim Gartenbesuch. Fakt ist, dass man leider nie völlig vor einem Befall geschützt ist. Denn selbst ein Tierarztbesuch kann – egal wie penibel die Räume immer wieder gesäubert werden – ein gewisses Risiko darstellen. Sich nun den Kopf darüber zu zerbrechen, woher Familie Floh stammt ist zwar wichtig, löst aber nicht das Problem. Denn man möchte diese unwillkommenen Untermieter schnellstens loswerden.

Die Umgebungsbehandlung

Leider ist es mit dem Kämmen der Katze nicht getan. Denn die Flöhe vermehren sich zu schnell und das selten auf dem Wirt, sprich der Katz. Aus diesem Grund musste ich sämtliche Schlafplätze von Mischu erst einmal waschen. Problem: Nur bei höheren Temperaturen ab 60 Grad Celsius werden Flöhe abgetötet. Vieles sind jedoch Decken und Teppiche, die man nicht mal eben bei dieser Temperatur waschen kann. Somit bleibt nur noch die Möglichkeit sie für längere Zeit in den Tiefkühlschrank zu legen, weil ausgesprochen tiefe Temperaturen von Flohlarven nicht vertragen werden. Aber mal ehrlich: Wer macht das? Ich habe mich also fürs Entsorgen entschieden.

Darüber hinaus ist das regelmäßige Staubsaugen während des Flohbefalls sinnvoll. Nicht nur den Boden, auch Sessel, Sofa und sonstige Schlafplätze der Katze müssen intensiv abgesaugt werden. Damit sich jedoch die Flöhe anschließend nicht im Staubsaugerbeutel vermehren, muss der Beutel sofort das Haus verlassen und in den Restmüllbehälter. Alternativ kann man auch ein etwa 3-5 cm langes Stück Flohhalsband in den Staubsaugerbeutel stecken. Wer einen Dampfreiniger hat, kann auch mit diesem Putzen und ihn zur Flohbekämpfung nutzen.

Nach der Reinigung folgt die Behandlung mit einem Umgebungsspray. Hier gibt es zahlreiche Anbieter, die man im örtlichen Zoofachgeschäft erwerben kann. Ich hatte mich für das Produkt von Canina „Petvital Bio-Insect-Shocker“ entschieden. Damit wurden insbesondere die Schlafplätze meiner Katze eingesprüht, anschließend zum Lüften und Trocknen auf den Balkon gelegt.

Die Behandlung der Katze

Leider reicht es nicht aus nur die Umgebung zu behandeln. Und das Kämmen des Fells ist zwar auch ausgesprochen wichtig, doch sollte man zusätzlich noch ein Produkt am Tier selbst einsetzen. Es gibt es zahlreiche Mittel im Zoofachgeschäft und online zu kaufen. Viele davon stark chemisch und wenig „alternativ“. Wobei die Frage natürlich ist, ob man dem Floh effektiv wirklich „sanft“ zu Leibe rücken kann und vor allen Dingen in welchem Stadium des Befalls? Bei Mischu bin ich von einem gering- bis mittelgradigem Befall ausgegangen. Somit habe ich mich gegen ein tierärztliches Spot-on entschieden. Das erfordert jedoch eine äußerst penible regelmäßige Anwendung am Tier und tägliche Reinigung der Umgebung.

Ich habe bei Mischu mit einem Produkt von Canina gearbeitet, mit Petvital Verminex. Es kann im Falle eines starken Befalls alle 2-3 Tage auf die Katze aufgegeben werden. Man trägt es tropfenweise alle 3 cm von der Schwanzwurzel bis zum Schädeldach direkt auf die Haut auf und massiert es leicht ein. Mischu fand das Prozedere anfangs gut, in der 2. Woche jedoch weniger. Dass dieses Mittel das Tier nicht belasten soll, kann ich leider so nicht bestätigen, da Mischu kurz nach der Anwendung eine Hautreaktion am Kinn (Katzenakne) zeigte. Das kommt bei ihr immer dann vor, wenn was im Körper ist, was da nicht hingehört.

In jedem Fall braucht man einen sehr langen Atem, um derart lästige Untermieter wieder loszuwerden. Und vor allen Dingen muss man prüfen, ob nicht vielleicht eine mit im Mehrfamilienhaus lebende Katz das „Flohtaxi“ spielt. Lebt noch ein Katzentier im Haus? Bei einem Nachbarn? In diesem Fall sollte man auch die Nachbarskatze auf Flöhe untersuchen lassen. Denn wenn bei ihr ein Befall vorliegt, werden die eigenen Maßnahmen auf kurz oder lang keinen gewünschten Erfolg erzielen. Vor allem dann nicht, wenn die Tiere Kontakt zueinander haben.

Gestatten? Großfamilie Floh

Zum Katzenfloh muss man das Folgende wissen:

Er kann Menschen befallen und ist, wie viele Parasiten, ein Krankheitsüberträger. Ein befruchtetes Weibchen kann innerhalb von 24 Stunden nach der Begattung um die 30 Eier ins Fell der Katze legen. Diese sind mit 0,5 mm sehr klein und fallen bald aus dem Fell heraus, verteilen sich in der näheren Umgebung des Tieres. Nach bis zu 5 Tagen schlüpft die Larve. Sie muss sich nicht zwangsläufig vom frischen Blut der Katze ernähren, sondern wächst und gedeiht mittels aufgenommenen Flohkot sowie organischem Material der Umgebung, also z.B. Erde, Partikel von Blättern usw. Die Larve wächst und verpuppt sich zu einem bis zu 5 mm großen Kokon. In dieser Zeit ist sie nahezu resistent gegen viele Formen der Behandlung (darunter Insektizide). Bis sie entschlüpft können mindestens 4 Wochen vergehen, manchmal auch Monate. Danach sucht sich der Floh einen neuen Wirt und so entsteht ein scheinbar nicht enden wollender Kreislauf.

Vom (Un)Sinn der Wurmkur

Viele Tierhalter haben vor einem Flohbefall Panik, da diese zu einem Wurmbefall im Darm führen können. Denn der Floh kann ein Zwischenwirt des Gurkenkernbandwurmes sein. Putzt die Katze sich und nimmt den Floh oder einen Teil von ihm oral auf, kann sie sich damit infizieren. Hier nun vorsichtshalber zur Wurmkur zu greifen, halte ich für zu gefährlich. Denn jede chemische Wurmkur greift in den Organismus des Tieres stark ein, belastet die Leber und Darmflora stark. Lieber im Laufe der Flohbekämpfung für 3 Tage etwas Kot sammeln und eine Sammelprobe ins tierärztliche Labor geben. Was man vorsorglich tun kann, gerade wenn die Katze roh ernährt oder ein Nassfutter bekommt, dass man 1 Espressolöffel voll Kokosflocken einmal pro Tag ins Futter einrührt. Sie gelten als wurmwidrig.

Wird eine Kotprobe positiv auf Würmer oder Wurmeier getestet, kann man immernoch zur chemischen Entwurmung mithilfe des Tierarztes greifen. Da sowohl die Bekämpfung von Flöhen, als auch von Würmern eine enorme Wirkung auf das Immunsystem haben, empfehle ich hier in jedem Fall im Anschluss an die Behandlung das Immunsystem gut zu unterstützen und aufzubauen und dabei auch die Entgiftungsorgane Leber, Darm und Niere nicht außer Acht zu lassen.

Alles Liebe für dich und dein Tier!

So gehts

PS.

Wenn du dich angesprochen fühlst und diesen Beitrag gerne teilen möchten, ist das ausdrücklich erwünscht, jedoch bitte nur durch Verlinkung hierher. Herzlichen Dank!

PPS.

Ich duze meine Leser und hoffe, dass ist für dich / Sie in Ordnung. Im persönlichen Gespräch können wir uns natürlich siezen.

HINWEIS

Ich muss darauf hinweisen, dass es sich gemäß § 3 des Heilmittelwerbegesetz (HWG) bei den hier vorgestellten Behandlungsmethoden um Verfahren der alternativen Medizin/Therapie handelt. Diese sind wissenschaftlich nicht anerkannt. Die von mir gegebenen Informationen zur Behandlung sind keine Garantie und weder als Heil- noch als Linderungsversprechen zu sehen.

Sonja Tschöpe - TIERHEILPRAKTIKERIN | TIERERNÄHRUNGSBERATERIN

DIE AUTORIN

Sonja Tschöpe ist ausgebildete Tierheilpraktikerin & Ernährungsberaterin für Hunde, Katzen und Kaninchen. Ihrer Berufung geht sie von ganzem Herzen seit über 10 Jahren nach. Sie ist Minimalistin – ihre Patienten bekommen lediglich das verordnet, was wirklich notwendig ist. Und nur nach einer umfassenden Anamnese, bei der sie die enge Zusammenarbeit mit Tierhalter und Tierarzt sehr schätzt. Sie ist ganz offen: Wenn sie keinen Rat weiß oder die falsche Ansprechpartnerin ist, sagt sie das. Mit ihrer Familie und Hund Pipo lebt sie in einem Mehrgenerationenhaus bei Düsseldorf. Im Herzen trägt sie ihre am 20.08.20 verstorbene Katze Mischu sowie 15 unvergessene Kaninchen.

Online-Beratung - Sonja Tschöpe - TIERHEILPRAKTIKERIN | TIERERNÄHRUNGSBERATERIN

ONLINE-BERATUNG

Wo du auch wohnst, ich helfe deinem Tier und dir gerne durch meine langjährigen Erfahrung als Tierheilpraktikerin und Tierernährungsberaterin mit meiner Online-Beratung.

Animal Visite - Sonja Tschöpe - Tierheilpraktikerin

Folge mir

Facebook   Instagram   Pinterest   Youtube   Twitter

Newsletter

© 2020 - 2021 Sonja Tschöpe • Alle Rechte vorbehalten • Impressum | Datenschutz | Website Disclaimer