URLAUB MIT HUND IN ÖSTERREICH

Familie mit Hund in Saalbach-Hinterglemm

Der Sommerurlaub 2020 war eigentlich schon Ende 2019 sowas von sicher! Zum dritten Mal sollte es für uns nach bella Italia gehen. An den gleichen Ort, wie bereits in den beiden Vorjahren. Selbst als Mitte Februar Hund Pipo einzog blieb unser Vorhaben. Denn Pipo wäre in der Zeit unseres Urlaubs gut versorgt bei den Schwiegereltern geblieben, die in unserem Mehrgenerationenhaus mit uns leben. Doch dann kam Corona. Alles unklar. So haben wir Anfang Mai unseren Vermietern in Italien traurig abgesagt und unser Wiedersehen vorerst verschoben. Als dann absehbar war, dass wir wieder reisen dürfen, haben wir uns eine Auszeit in Österreich gebucht. Mit dabei sollte auch Hund Pipo sein. Diesmal also Berge und kein Meer.

HOME OF LÄSSIG - SAALBACH-HINTERGLEMM

Österreich als Urlaubsland? Da hätte ich ja auch gleich Zuhause bleiben können *zwinker*. Du weißt vielleicht, dass ich 20 Jahre in Bayern gelebt habe und da hat man die Berge ja eh quasi vor der Haustür und kann sie von dort aus nutzen. Doch nach mittlerweile 9 Jahren wieder in NRW, fernab von den Bergen lebend, wollte ich nicht nur wegen Covid-19 mal raus und brauchte einen Tapetenwechsel. Als passionierter Biker ist Saalbach-Hinterglemm für meinen Mann quasi das 2. Zuhause. Und als ich auf ein hundefreundliches Angebot in Vorderlengau stieß, war relativ fix unser Kurzurlaub gebucht. Pipo durfte mit. Unser erster Urlaub mit Hund – eine völlig neue Erfahrung für unsere kleine Familie.

Saalbach-Hinterglemm liegt südwestlich von Salzburg, in den österreichischen Alpen. Es ist nicht nur ein gefragtes Skigebiet. Man kann herrlich wandern und findet zahlreiche Mountainbikestrecken (sogenannte Trails). Dazu gibt es für Familien unglaublich viele Möglichkeiten etwas mit Kindern verschiedenen Altersklassen zu unternehmen. In meinem Blogartikel möchte ich Dir jedoch von unseren Ausflügen mit Hund berichten.

DER BERG RUFT

Hundekind Pipo mag das Autofahren nicht wirklich. Wie würde ihm das Gondelfahren wohl gefallen? Ich war skeptisch. Während wir dank der Joker-Card, die es über unsere Unterkunft für die Dauer unseres Aufenthalts gab, kostenfrei die Gondeln nutzen konnten, beträgt die Hunde-Gebühr um auf den Berg und wieder herunterzukommen 5 Euro pro Fahrt.

Tipp an dieser Stelle: Man kann eine Wochenkarte für den Hund kaufen, die dann bei 5 Euro pro Tag und nicht bei 5 Euro pro Bergauffahrt liegt. Praktisch, wenn man an einem Tag vorhat mehrere Bergfahrten zu unternehmen!

Generell müssen Hunde in Österreich in öffentlichen Verkehrsmitteln einen Maulkorb tragen, ganz gleich welche Rasse sie haben. Mit Pipo haben wir erst eine Woche vorm Urlaubsstart mit dem Training begonnen. Hier haben wir uns für einen Korb aus Kunststoff dank fachkundiger Beratung entschieden, in der Pipo ausreichend Möglichkeit des Hechelns hat. Denn insbesondere wenn weder Fahrten in Bus, Bahn oder Gondel nicht gewohnt sind, noch der Hund das Maulkorbtragen kennt, bedeutet das alles wahnsinnigen Stress fürs Tier. Ergo sind Stoffbandagen, mit denen man das Maul zubindet nicht geeignet. Coronabedingt saßen wir jedoch alleine in einer Gondel und dort brauchte Pipo dann auch keinen Maulkorb. Ansonsten besteht jedoch in der Gondel eine Pflicht, dass der Hund einen Maulkorb trägt.

Pipo fand natürlich das „Ding“ gruselig, in das wir während es sich weiter bewegte einsteigen sollten. Er wollte sofort wieder raus. Die erste Bergauffahrt fand er spooky und wäre am liebsten auf der Mittelstation aus der sich öffnenden Gondel gerast. Doch bereits am 2. Tag war er wesentlich ruhiger. Er legte sich unter die Bank und schaute sowohl bei der Auffahrt, als auch bei der Abfahrt raus.

Die Mitarbeiter an den Gondelstationen waren super. Sehr freundlich, tierlieb und haben uns hier stets ganz toll behandelt. An dieser Stelle einen lieben Gruß.

VORSICHT, FREILAUFENDE KÜHE

Ich war vor vielen Jahren mal im Sauerland zum Kuh-Kuscheln mit meiner Freundin Annette und weiß, wie lieb Kühe generell sind. Während unseres Urlaubs bekamen wir etwas von einer Tiktok-Kulikitaka-Challenge mit, bei der zu einem Song Kühe erschreckt werden sollen. Dass es Individuen gibt, die so hirnlos unterwegs sind und das tun, sollte mich eigentlich nicht wundern. Denn beim Gondelnfahren sahen wir genügend Wanderer, die vom Weg abwichen und direkt durch Kuh- und Kälberherden liefen. Auch das ist für mich etwas, was ein Unding ist. Jede Mutter versucht ihren Nachwuchs zu schützen. Und es gibt einfach Kühe, die weniger routiniert, weniger cool sind und leichter die Nerven verlieren. Das geht dann schnell zulasten des Menschen, wenn eine 700-1000 kg schwere Kuh auf einen zustürmt.

Mit Hund Pipo war es an vielen Bergabstiegen das reinste Abenteuer. Auch wenn wir auf dem Weg unterwegs waren und einen Bogen um Kühe machten, konnten wir beim Abstieg vom Reiterkogel leider einer uns auf der Straße entgegenlaufenden Kuhherde nicht ausweichen. Pipo, der dauerhaft an der Leine unterwegs war, wurde von mir hinter den Elektrozaun einer Weide in Sicherheit gebracht. Und so harrten Pipo und ich dort bestimmt 15 Minuten lang der Dinge, die da noch den Berg hochkommen mussten. In dem Fall der gemütlich hochwackelnden, nicht mehr enden wollenden Kuhherde. Als endlich die letzte Kuh an uns vorbeigekommen war, verließen wir unseren Platz und machten uns weiter an den Abstieg.

Gegen Urlaubsende hatten wir nochmal eine Kuh-Begegnung. Eine Horde auf das Melken wartender junger Kühe stand vorm Stall. Unser Wanderweg führte einzig und alleine mitten hindurch. Echt beschissenes Timing. Mein Mann übernahm diesmal unseren Hund und hielt an kurzer Leine auf die Kühe zu. Doch wir konnten diese schlecht einschätzen. Wir hätten zu nah an diesen vorbeigemusst, wussten nicht, wie sie reagierten. Wenn eine austickt, hätte das einen Dominoeffekt bedeuten können. Vielleicht hätten sich weitere erschrocken, obwohl unser Hund ruhig an der Leine blieb und eher freundlich aufgeschlossen den Kühen gegenübertrat. Aber sag das mal der Kuh….. Meine Ansage lautete somit von hinten: Hund auf den Arm nehmen und es so probieren oder aber Rückweg.

Wie wir uns entschieden haben? Das Foto sagt alles:

Ich habe die Einstellung, dass wir dort Gäste sind. Auch wenn die Kühe auf den Grundstücken ihrer Bauern stehen, sie haben dort Vorrechte. Und ich muss mich als Gast hier vernünftig verhalten. Kühe sind zwar tolle Fotomotive, aber auch hier sollte ich Abstand wahren, so meine Meinung. Und wenn Du wie wir mit Hund unterwegs bist, dann halte ihn an kurzer Leine und ggf. überlege ihn kurzzeitig für den „Durchgang“ auf den Arm zu nehmen oder einen anderen Weg einzuschlagen, wenn möglich.

MEINE PODCAST-EPISODEN ZUM THEMA

Live aus Österreich habe ich die folgende Podcast-Episode aufgenommen:

RESTAURANTS UND EINZELHANDEL - HUNDE WILLKOMMEN

Was mich ausgesprochen positiv überrascht hat, wie offen und hundefreundlich Ladenbetreiber und auch Kellner und Wirte waren. Unser Hund durfte stets mit rein und bekam in Restaurants immer etwas zu Trinken angeboten. Oft war auch eine direkt zu findende Wasserstelle für Hunde eingerichtet. Es waren sowieso gerade in Hinterglemm so einige Hunde im kleinen Dorfkern unterwegs, die zum Teil auch zu den dort ansässigen Cafes gehörten. Kein Wunder also, dass man sehr offen in Sachen Hunden ist.

GOLDEN GATE DER ALPEN UND BAUMWIPFELPFAD

Sehr viele Ausflüge kann man tatsächlich mit dem Hund umsetzen. Allerdings haben wir uns bei einer Attraktion gegen die Mitnahme von Pipo ausgesprochen, was sich im Nachhinein als sinnvoll herausgestellt hat: Die Golden Gate Brücke der Alpen mit anschließenden Baumwipfelpfad (Link zur offiziellen Saalbach-Seite). An der Lindlingalm, an der es neben Talschlusszug, freilaufenden Tieren (Ziegen, Schafen, Kühen) noch das Teufelswasser (Kinder-Wasser-Spielgelände) sowie den Schnitza´s Holzpark und den Jump & Slide-Park gibt, kann man kostenpflichtig über eine 200 m lange Brücke laufen. Die Aussicht ist Phänomenal, einigermaßen schwindelfrei sollte man sein. Wie man auf den Bildern der offiziellen Saalbach-Seite sieht, läuft man über einen Gitterboden. Uns sind Hundehalter beim Rückweg entgegengekommen, die den Hund über die Brücke getragen haben. Das ist sicherlich machbar, aber der anschließende Baumwipfelpfad ist mit vielen Treppenstufen und ebenfalls vielen Gitterböden ausgestattet. Die Mitnahme des Hundes ist zwar gestattet, sollte aber meiner Meinung nach gut bedacht sein.

KOTSAMMELN IN ÖSTERREICH

In Deutschland halten sich leider viele Menschen nicht ans Häufchen sammeln und lassen die „festen“ Hinterlassenschaften von Bello dort wo er halt gerade macht. Egal ob es gesetzlich oder kommunal vorgeschrieben ist. In Österreich gibt es eine Gesetzesverankerung (§ 92 Abs. 2 der österreichischen Straßenverkehrsordnung) die besagt, dass die Besitzer oder Verwahrer von Hunden dafür zu sorgen haben, dass die Hunde Gehsteige, Gehwege, Geh- und Radwege, Fußgängerzonen, Wohnstraßen und Begegnungszonen nicht verunreinigen. Ergo ein Muss, dass dort aufgesammelt wird. Doch gilt das auch für Wiesen und Grünflächen, wenn man per Hund durch die Natur wandert? Meine persönliche Meinung: Liegenlassen gehört sich nicht! Es gibt gerade in den Ortschaften und Wanderwegen im Tal Aufsteller mit Kotbeuteln (aus Pappe) sowie extra dafür vorgesehene Mülleimer. Die meisten Wiesen sind (vermutlich leider auch wegen der Kothinterlassenschaften) mit einem Elektrozaun gesichert, so dass Hunde die Flächen gar nicht erst betreten können. Viele Wiesen sind Futterwiesen für das Nutzvieh und deshalb sehen es die Eigentümer dieser Flächen äußerst ungern, wenn man sich auf ihnen bewegt, mit Hund darauf läuft oder sogar noch als Topic Hundescheiße dort liegenlässt.

Leider gibt es bei Wanderungen hinunter ins Tal sehr wenig Mülleimer, selbst wenn man mit dem Auto befahrbare Wege nutzt. Oft musste ich den gesamten Abstieg vom Berg runter (z. T. > 1 Stunde) den mit zunehmender Zeit immer mehr müffelnden Kotbeutel tragen, ehe man mal den erlösenden Mülleimer fand. Und so findet man dann vermutlich hier und da von Touristen frustriert weggeworfene, befüllte Kotbeutel oder man lässt den Hund „wildkacken“. Sollte ein Blogleser einen Tipp haben: Ich suche noch nach einem Behältnis-Tipp, in das man befüllte Kotbeutel bei solchen Ausflügen deponieren kann, um die Geruchsbelästigung für sich zu minimeren. Wenn Du hier einen Tipp hast, mail mich doch bitte an – herzlichen Dank!

AUSFLUG IN DEN WILDPARK

Für einen Tag sind wir in den nicht weit entfernten Wildpark Ferleiten gefahren und konnten Pipo mitnehmen. Der Wildpark liegt wunderschön vorm Großglockner. Das Panorama ist der Hammer! Und bis zum Wildparkparkplatz kommt man gebührenfrei – erst danach müsste man eine „Maut“ zahlen. Der Wildpark lässt sich gut zufuß durchlaufen, hat viele große Gehege mit wenigen Tieren und auch einen Freilauf für Rehe. Doch diesen Bereich sollte man mit Hund gut überlegt durchqueren. Als wir nämlich mit Pipo an sehr kurzer Leine auf dem Weg durchlaufen wollten, warnte uns ein Wild sehr eindrucksvoll. Wir blieben stehen, gingen zurück. Das Reh drehte sich um, entfernte sich. Wir hofften, dass wir nun unseren Weg fortsetzen können, doch das Reh bemerkte unseren Versuch und kam erneut auf uns zu. Da mir noch eindrucksvolle Szenen eines Youtube Films vor Auge waren, nahm ich kurzerhand die Leine, ging aus dem Bereich des Freiwilds und wartete davor, bis mein Mann und unsere Tochter durchgelaufen waren – diesmal ohne Reh-Warnung. Zwar sind die Tiere Menschen gewohnt und dulden diese, dennoch übernimmt der Tierpark keine Verantwortung für Attacken. Während meines Wartens passierte eine Frau mit Kinderwagen und beige-farbenen kleinwüchsigem Hund das Gelände, wurde jedoch auch einige Male von diesem einen Reh beobachtet. Vermutlich hatte es aber Respekt vor dem Kinderwagen, weshalb dieser Hund „gestattet“ war. Ich glaube beim nächsten Besuch würde ich Pipo wohl eher „Zuhause“ lassen – aus Rücksicht vor den dortigen Tieren, ganz gleich ob diese sich am Hund stören oder nicht.

ÖSTERREICH - URLAUBSLAND

Mein Resümee: Österreich ist definitiv ein tolles Urlaubsland mit Hund! Die Einreisebedingungen sind gut händelbar. Vom Klima her ist es ähnlich wie in Deutschland, das heißt bei Hitze muss ich natürlich ebenso meinen Hund schützen, wie Zuhause in Deutschland. Es gibt – wie auch in Deutschland – viele Anbieter für Übernachtungen mit Hund. In jedem Fall ist es eine Reise wert und vielleicht warst auch Du schon dort und möchtest von Deinen Erfahrungen berichten? Dann nimm gerne Kontakt zu mir auf. Ansonsten wünsche ich Dir an dieser Stelle einen schönen Urlaub!

Wenn ich Dein Tier unterstützen soll, nimm mit mir Kontakt auf. Ich helfe mit meiner Online-Beratung Tieren überregional und grenzüberschreitend. Detaillierte Infos zum Ablauf und den Kosten findest Du hier: Online-Beratung

 

Ich wünsche Dir eine gesunde Zeit mit Deinem Tier!
Von Herzen alles Liebe für Dich und Dein Tier.

 

 

DIE AUTORIN

 

Sonja Tschöpe ist ausgebildete Tierheilpraktikerin und Ernährungsberaterin (für Hund, Katze und Kaninchen) mit mobiler Praxis. Ihrer Berufung geht sie von ganzem Herzen seit mehr als 10 Jahren nach. Sie ist Minimalistin, das heißt ihre Patienten bekommen nur soviel verordnet wie zwingend notwendig ist und das nur nach einer umfassenden Anamnese, bei der sie die enge Zusammenarbeit mit Tierhalter und Tierarzt sehr schätzt. Sie ist ganz offen: Wenn sie keinen Rat weiß oder die falsche Ansprechpartnerin ist, gibt sie dies direkt kund. Mit ihrer Familie, der Katzenseniorin Mischu und dem Hunde“kind“ Pipo lebt sie in einem Mehrgenerationenhaus in der Nähe von Düsseldorf.

 

P.S.

 

Wenn Du dich angesprochen fühlst und diesen Beitrag gerne teilen möchten, ist das ausdrücklich erwünscht, jedoch bitte nur durch Verlinkung hierher. Herzlichen Dank!

 

P.P.S.

 

Ich duze meine Leser und hoffe, dass ist für Dich / Sie in Ordnung. Im persönlichen Gespräch können wir uns natürlich siezen.

 

Hinweis

 

Ich muss darauf hinweisen, dass es sich gemäß § 3 des Heilmittelwerbegesetz (HWG) bei den hier vorgestellten Behandlungsmethoden um Verfahren der alternativen Medizin/Therapie handelt. Diese sind wissenschaftlich nicht anerkannt. Die von mir gegebenen Informationen zur Behandlung sind keine Garantie und weder als Heil- noch als Linderungsversprechen zu sehen.

Sonja Tschöpe – Tierheilpraktikerin

Prälat-Marschall-Str. 18
42781 Haan / Deutschland
Telefon: +49 2104 211 88 80

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