HAUSTIERE IMPFEN, TEIL 1

Impfst Du schon oder diskutierst Du noch?

Impfen!

Impfen – ein unglaublich großes Thema, wie Du bereits durch Teil 1 meines Blog-Beitrags erfahren hast. Heute widmen wir uns weiteren Punkten, die ich für beachtenswert und wichtig halte. Dazu nochmal vorneweg erwähnt: Der heutige Blogartikel soll weder Pro noch Contra sein. Stattdessen soll er einige wichtige Punkte als Anregung geben, die man für sich ganz individuell betrachten muss, wenn man impfen oder es lassen möchte. Schlussendlich muss nämlich diese Entscheidung vom Tier und von gewissen Faktoren abhängig gemacht werden und nicht davon, was eine ggf. dem Tier und Dir völlig fremde Person in irgendeinem Forum, einer Facebook-Gruppe oder sonst wo sagt. Es ist Dein Tier, es ist Deine Entscheidung.

 

Wir gehen heute auf folgende Punkte ein:

 

  • Was solltest Du bedenken, wenn Du impfen willst?
  • Was hast Du für ein Tier und was unternimmst Du mit ihm?
  • Welche Vorsorge Du treffen solltest, wenn Du impfen willst
  • Warum ich das Ausleiten einer Impfung kritisch betrachte

 

WAS SOLLTEST DU BEDENKEN?

 

Selbst wenn es Vorgaben, die sogenannten Impfempfehlungen gibt: Es ist Dein Tier und Du musst Dir grundsätzlich darüber im Klaren sein, ob Du impfen möchtest. Wenn ja, dann solltest Du prüfen welcher Impfschutz zwingend sinnvoll ist und welchen Du ggf. eher vernachlässigen kannst. Natürlich wird es immer unterschiedliche Stimmen geben. Die einen die dazu tendieren jegliche Impfung sei sinnvoll und Dein Tier sollte somit durchgeimpft werden. Andere die eher prüfen, wo lebe ich, was tue ich und dementsprechend wird dann Impfung x und Impfung y ausgewählt, weil man sie als ausreichend für die eigene Tiergesundheit betrachtet.

Für mich ist es schwer pauschal für alle Tiere passend an dieser Stelle eine Impfempfehlung auszusprechen. Deshalb möchte ich Dir an dieser Stelle vielmehr Tipps an die Hand geben, wie Du Dir selbst die Frage beantworten kannst, welche Impfung für Dein Tier sinnvoll ist:

 

  • Wie alt ist mein Tier?
  • Wie ist sein Zustand (gesund oder chronisch krank)?
  • Welche äußerlichen Gegebenheiten gibt es (z.B. Hundeschule, Auslandsreisen, Außenhaltung usw.)

 

Das Alter halte ich für sehr entscheidend in der Betrachtung. Muss ich einen sehr alten Hund, mit dem ich keine Reisen mehr unternehme, der keine Hundeschule besucht, wirklich noch wiederkehrend durchimpfen? Eventuell reicht ja auch der vorhandene Impftiter aus? Ich empfehle bei sehr alten Tieren, ganz gleich ob Hund, Katze und co. wirklich mit dem Tierarzt des Vertrauens zu besprechen, eine Titerhöhenbestimmung durchführen zu lassen und im Anschluss tierindividuell zu entscheiden, was sinnvoll ist zu erneuern. Ich habe zum Beispiel eine sehr alte Hündin, bei der ich genau dazu geraten habe, als bei uns die ersten Staupe-Meldungen in der Presse für Panik sorgten und jene Halterin unsicher wurde. Ergebnis: Der Staupe-Titer reicht leider nicht mehr, ergo wurde gezielt nachgeimpft. Im übrigen hat diese Hündin die Impfung gut vertragen!

 

Ebenso ist es wichtig sich zu überlegen, in welchem gesundheitlichen Zustand sich sein Tier befindet. Ist Dein Tier gesund, spricht sicher nichts gegen eine überlegte Impfung/Impfauffrischung. Wenn Dein Tier jedoch chronisch krank ist, würde ich ggf. auch über eine Titerhöhenbestimmung nachdenken und im Anschluss überlegen, welche Impfungen zwingend erforderlich sind. Lies dazu auch meinen ersten Blogartikel zum Impf-Thema.

 

 

 

WELCHE ÄUßERLICHEN GEGEBENHEITEN GIBT ES?

 

Wenn Du einen Hund hast, der mit Dir ins Ausland reisen soll, in eine Hundeschule soll oder aber eine Hundetagespflege besucht so musst Du für Deinen tierischen Freund ganz andere Impfüberlegungen treffen, als wenn Dein Hund und Du quasi nur für Euch ohne Urlaubsreisen seid. Wenn Du mit Deinem Hund oder mit Deiner Katze verreisen willst, musst Du zwingend vor Reiseantritt prüfen, welche Vorgaben gibt das Reiseland hinsichtlich der Impfvorgaben für Dein Tier. Vergleiche die Vorgaben zwingend mit dem Impfpass und denke daran ggf. den Impfschutz rechtzeitig auffrischen zu lassen.

 

Besuchst Du eine Hundeschule oder planst einen Kursbesuch oder aber die zeitweise Abgabe in einer Hundetagespflege oder Hundepension, musst Du die Vorgaben der Anbieter prüfen. Nur wenn die Vorgaben erfüllt werden, hast Du eine Chance Deinen Hund dort unterzubringen. Das gleiche gilt für Katzen und die kleinen Heimtiere, die während Deines Urlaubs in einer entsprechenden Tierpension versorgt werden sollen. Auch hier musst Du rechtzeitig vor der Unterbringung abklären, welche Forderungen stellt der Anbieter? Welche Impfungen müssen zwingend sein? Und damit Dein Tier nicht mit möglichen Impfreaktionen dort krank sitzt, vereinbare am besten 2 Monate vor der Abreise einen möglichen Termin für die Impfauffrischung.

 

Leben Deine Kaninchen Draußen, solltest Du auch andere Impfüberlegungen treffen, als wenn Deine Tiere in Innenhaltung sind. Wenngleich sich – und das musst Du einfach wissen und bedenken – natürlich mit Myxomatose oder RHD infizierte Mücken auch ins Innere verirren können. Zudem holst Du über das Sammeln von Wiesenkräutern oder aber das Füttern von Heu (ganz gleich woher dieses stammt) eine gewisse Gefahr immer mit ins Haus. Somit solltest Du als Kaninchenbesitzer Dir darüber stets im Klaren sein und Dich informieren. RHD 1/2 und Myxomatose sind für Kaninchen mit die wichtigsten Impfungen. Wohingegen eine Impfung gegen Kaninchenschnupfen von Dir vernachlässigt werden kann. Letztere Impfung wurde primär für Kaninchenzüchter mit großer Haltung geschaffen. Sie deckt – und das ist der große Nachteil – auch nicht jegliche Schnupfen ab, weshalb sie aus meiner Sicht von Kaninchenhaltern vernachlässigt werden kann. Aber auch das solltest Du individuell betrachten und für Dich entscheiden.

 

VORSORGE VORM IMPFTERMIN

 

Wenn Du nun den Impftermin angesetzt hast und Dein Tier ist anscheinend gesund, so kannst Du über die Ernährung mithilfe von einigen wenigen Nahrungsergänzungsmitteln das Immunsystem anregen. Es soll quasi gestärkt werden, für den bevorstehenden Termin. Bei Hunden und auch bei Katzen kann man mithilfe von Hagebuttenpulver ins Futter und darin zahlreicher Antioxidantien eine schöne Wirkung erzielen. Die entsprechenden Dosierungsangaben finden sich in der Regel auf der Verpackung. Außerdem bei Hunden (und jenen Katzen die es mögen) sehr gut geeignet: Die Moro´sche Karottensuppe. Die Karottensuppe nach Moro (Rezept zum Download hier) hat eine antibiotische Wirkung auf die Verdauung und unterstützt so die positive Darmflora. Somit wird der Darm auf den Impftermin ebenfalls optimal vorbereitet.

 

Bei den kleinen Heimtieren kann man sehr gut mit frischen Kräutern arbeiten, z.B. mit Salbei, Pfefferminze, Oregano, Thymian und Rosmarin. Auch sie mögen Hagebutten, so dass man diese in getrockneter Form anbieten könnte. Andernfalls sind Heidelbeeren wahre Vitaminbomben, die von Kaninchen durchaus gerne gefressen werden.

 

Zuviel würde ich nicht machen, sondern lieber weniges ganz vernünftig und damit dann 7-10 Tage vor dem Impftermin beginnen. Nach der Impfung könnte damit noch einige Tage weitergemacht werden.

 

weißer Mörser Glasröhrchen und Gänseblümchen

 

 

DAS EINGELEITETE AUSLEITEN

 

„Frau Tschöpe, ich würde gerne die Impfung ausleiten. Was kann ich tun?“ ……. Okay! Wenn ich was einleite, mich bewusst fürs Impfen entscheide, warum will ich es dann ausleiten? Was soll denn ausgeleitet werden? Hast Du Dir darüber mal Gedanken gemacht? Ich weiß, worauf Du hinausmöchtest, wenn Du von Ausleiten sprichst. Du möchtest quasi Entgiften. Und zum Thema Impfen – Ausleiten – Entgiften hast Du sicherlich Unmengen an Ratschlägen im Internet entdeckt. Einer dieser Tipps ist das homöopathische Einzelmittel „Thuja“, das möglichst hoch potenziert einmalig oder mehrfach nach dem Impftermin gegeben werden soll. Ich kann bei so einem unprofessionellen Ratschlag nur den Kopf schütteln. Es ist nicht nur falsch, sondern kann für Dein Tier zudem noch fatale Auswirkungen haben. Die Homöopathie funktioniert so nicht! Ihr Begründer hat deutlich gelehrt: Heile Ähnliches mit Ähnlichem. Das bedeutet, wenn Symptome auftreten, die zu Thuja passen, dann kannst Du es mit entsprechender Erfahrung zu Dosierung und Gabe anwenden. Aber es ist kein Mittel für das Ausleiten von Impfungen!

 

Wenn Du wirklich unbedingt irgendetwas nach dem Impftermin machen möchtest, stärke das Immunsystem (wie zuvor bereits erwähnt, z.B. mit Hagebutte). Außerdem kannst Du Dich den Nieren und der Leber als entgiftende Organe widmen. Dafür eignet sich zusätzlich zur Hagebutte der Löwenzahn. Er entlastet die Leber und regt zudem die Harnausscheidung an. Ernte am besten die frischen Löwenzahntriebe und gebe sie entweder klein geschnitten oder aber püriert zum Futter hinzu. Hunde fressen es in der Regel problemlos. Kaninchen sowieso (am liebsten am Stück). Katzen mögen Löwenzahn weniger. Alternativ kann man mit Globuli zur Unterstützung der Nierenfunktion arbeiten, z.B. mit Renes equisetum (WALA) und mit den Kapseln Silymarin-loges (Dr. Loges), in denen Mariendistelfruchtextrakt enthalten ist. Die Mariendistel hat eine sehr hohe Wirkung auf die Leber und unterstützt diese in der Regeneration.

 

Diese Art von „Entgiftung“ ist völlig ausreichend und in passender Dosierung auch unkritisch. Deshalb die Bitte an Dich: Lass die Finger weg von Thuja oder ähnlichen homöopathischen Einzelmitteln, außer Dein erfahrener Tierheilpraktiker/Tierhomöopath hat Dir dazu geraten!

 

Ich hoffe sehr, Du konntest aus meinen beiden Blog-Beiträgen zum Thema Haustiere impfen für Dich und Dein Tier das Passende mitnehmen. Hast Du Fragen dazu? Nimm gerne Kontakt mit mir auf.

 

Wenn ich Dein Tier unterstützen soll, nimm mit mir Kontakt auf, z.B. über mein Kontaktformular. Alternativ biete ich Dir an, wenn Du mir Deine PLZ und Deinen Wohnort verrätst, einmal in meinem Netzwerk nachzusehen, wo sich in Deiner näheren Umgebung ein/e kompetente/r Tierheilpraktiker-Kollege/in versteckt hat. Letzteres natürlich kostenfrei und unverbindlich.

 

Ich wünsche Dir eine gesunde Zeit mit Deinem Tier!
Von Herzen alles Liebe für Dich und Dein Tier.

 

 

DIE AUTORIN

 

Sonja Tschöpe ist ausgebildete Tierheilpraktikerin und Ernährungsberaterin (für Hund, Katze und Kaninchen) mit mobiler Praxis. Ihrer Berufung geht sie von ganzem Herzen seit mehr als 10 Jahren nach. Sie ist Minimalistin, das heißt ihre Patienten bekommen nur soviel verordnet wie zwingend notwendig ist und das nur nach einer umfassenden Anamnese, bei der sie die enge Zusammenarbeit mit Tierhalter und Tierarzt sehr schätzt. Sie ist ganz offen: Wenn sie keinen Rat weiß oder die falsche Ansprechpartnerin ist, gibt sie dies direkt kund. Mit ihrer Familie und der Katzenseniorin Mischu lebt sie in der Nähe von Düsseldorf.

 

P.S.

 

Wenn Du dich angesprochen fühlst und diesen Beitrag gerne teilen möchten, ist das ausdrücklich erwünscht, jedoch bitte nur durch Verlinkung hierher. Herzlichen Dank!

 

P.P.S.

 

Ich duze meine Leser und hoffe, dass ist für Dich / Sie in Ordnung. Im persönlichen Gespräch können wir uns natürlich siezen.

 

Hinweis

 

Ich muss darauf hinweisen, dass es sich gemäß § 3 des Heilmittelwerbegesetz (HWG) bei den hier vorgestellten Behandlungsmethoden um Verfahren der alternativen Medizin/Therapie handelt. Diese sind wissenschaftlich nicht anerkannt. Die von mir gegebenen Informationen zur Behandlung sind keine Garantie und weder als Heil- noch als Linderungsversprechen zu sehen.

Sonja Tschöpe – Tierheilpraktikerin

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Telefon: +49 2104 211 88 80

Montag, Donnerstag: 17:00 - 19:00 Uhr
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