Bist du der Typ, der beim Wort Hundewelpe dahinschmilzt? Vielleicht weil ein Hundebaby schon immer auf der Wunschliste stand? Ich muss gestehen, dass auf meiner Hundewunschliste eines ganz sicher nicht stand. Ein kleinwüchsiger, kurzbeiniger, schwarzer Junghund aus dem Ausland. Doch genau so einen Hundewusel haben wir nun bei uns. Darf ich vorstellen? Pipo!

WARUM KEINEN WELPEN?

Zwar bietet ein Welpe so einige Vorteile. Man kann ihn noch erziehen, denn man nimmt ein frisch geschlüpftes, unvoreingenommenes Tier auf. Aber genau das Thema Erziehung bringt eine ganze Menge Verantwortung mit sich. Ein Hundewelpe ist nach der Abgabe von der Mama in der Regel noch nicht stubenrein. Er kann nicht allein bleiben. Er muss noch alles lernen, wie z.B. an der Leine zu gehen, was Sitz, Platz, Bleib und Komm heißt und vieles mehr. Das bedeutet, man braucht als Tierhalter sehr viel Geduld, Zeit und starke Nerven. Denn gerade durch das alle 2-3 Stunden auch nachts in den Garten zu gehen, ist Schlafentzug nicht wirklich angenehm.

WARUM KEIN AUSLANDSTIER?

Eines vorneweg: Ich schätze den Auslandstierschutz sehr und finde es wichtig, dass man etwas für die Tiere tut. Aber ich persönlich habe mich bewusst schon immer dafür entschieden einem Tier aus einem hiesigen Tierheim einen Platz zu geben. Auch weil viele unserer Tierheime Langzeitinsassen haben. Für mich war es außerdem wichtig, dass ich das Tier hier vor Ort sehen und kennenlernen kann. Ich wollte nicht zum Flughafen fahren und ein mir nur theoretisch bekanntes Tier entgegennehmen. Denn was, wenn das nicht klappt? Was, wenn Hund und wir nicht zusammenfinden? Ich hätte mich nicht wohl gefühlt.

WARUM KEIN SCHWARZER HUND?

Naja, das Aussehen ist wirklich eher nebensächlich. Aber ich mag eher hellbraune oder weiße mit ein paar Flecken. In meiner rosaroten Wunschwolke hätte man eher einen hellbraunen Hund mit weißen Flecken gesehen. Aber ganz schwarz mit etwas weiß?

WARUM KEINEN KURZBEINIGEN?

Ich finde Rauhaardackel unglaublich niedlich. Auch Jack-Russel mag ich sehr. Aber für mich sollte es dann doch eher ein etwas „höherer“ Hund sein. So Staffordshire/Labrador Höhe wäre großartig. Auf alle Fälle nix kurzbeiniges.

Tja und nun sitzt hier ein Pipo. Fünf Monate alt. Ein spanischer Perro de agua Espanol-Dackel-Mix mit schwarzem Fell, einer weißen Brust und braunen Rehaugen. Er wurde in Spanien Anfang Oktober 2019 geboren, in einer Einöde. Nebst Mutter Sofia und den Brüdern Paul und Patrik sammelte man die herrenlose Familie an einem Bauwagen ein und brachte sie ins Tierheim Tarragona. Sein Glück, denn durch eine Kooperation mit dem Tierheim Solingen landeten alle Vier im Februar 2020 dort.

Unsere erste Begegnung war zurückhaltend. Man trug ein unsicheres, schüchternes Häufchen Hund in den Begegnungsraum. Pipo näherte sich unserer Tochter langsam, sehr vorsichtig. Danach begann die Kontaktaufnahme zwischen uns. Alles was ich nie wollte habe ich bekommen und soll ich dir was sagen? Ich bin verliebt!

Dieser Hund hat es mit seinen braunen Augen und den langen, dichten Wimpern geschafft, sich in unsere Herzen zu stehlen. Und so zog am 19. Februar 2020 Pipo ein. Seitdem steht das Leben von uns Kopf – denn mit Hund verändert sich wirklich alles.

MEINE TIPPS FÜR DIE ERSTEN TAGE MIT NEUANKÖMMLING

Ich hatte in den ersten Tagen mit Pipo erstmal „frei“. Das heißt ich habe mir keine Termine genommen, um möglichst an unserer Bindung weiter arbeiten zu können. Und natürlich habe ich überwiegend die nächtlichen Pipi-Gänge übernommen. Die ersten Tage mussten wir alle 3 Stunden raus. Bereits eine Woche nach seiner Ankunft guckte er mich völlig irritiert um halb 3 Uhr früh an. Ich hievte mich aus dem warmen Bett, ging zur Tür. Doch er blieb in seinem Hundebett liegen, frei nach dem Motto: Frauchen, wenn du Pipi machen willst, dann geh ohne mich.

Die Futterumstellung hat auch super geklappt. Die ersten Tage gab es zum bekannten Trockenfutter präventiv Moro-Suppe. Nach 3 Tagen gab es dann täglich langsam steigernd hochwertiges Welpen-/Junghund-Nassfutter. Einige Wochen später konnte man den Nahrungswechsel auch am Hund selbst bemerken. Er riecht komplett anders, das Fell ist weich und glänzend und die Kothäufchen deutlich kleiner und weniger stinkend, als vorher. Bei uns gab es im ersten Hundejahr das altersgerechte Futter von Leyen, MjamMjam und Granata Pet.

Auch wenn meine Tochter am liebsten der ganzen Welt Pipo vorgestellt hätte, wir haben Besuch vermieden. Wir haben versucht erstmal eine Basis zu uns aufzubauen.

WOHLÜBERLEGT STATT SPONTAN VERLIEBT

Jedes Tier sollte wohl überlegt einziehen, auch wenn man schockverliebt ist. Ganz gleich ob es sich dabei um den Einzug eines Hamsters oder eines Hundes handelt. Auch wir haben wochenlang diskutiert, pro und contra verglichen. Wir haben Kosten ermittelt (z.B. das Thema der Versicherungen usw.), ebenso wie Reisepläne und Unterbringungsmöglichkeiten für den Hund. Und erst danach folgte der Gang ins Tierheim.

Und dann kam Corona… und warf viele Hundehalter, die im Training mit ihren Hunden in Hundeschulen waren, um Längen zurück. So auch uns. Denn plötzlich war kein Verhaltensberater mehr an unserer Seite. Wir konnten nicht mehr am Sozialverhalten arbeiten, lernten nicht mehr als Mensch die Hundesprache richtig zu deuten. Ich habe oft gesagt, dass wenn ich das damals gewusst hätte…. Doch letzten Endes haben wir das 1. Coronajahr dennoch gut gemeistert.

Allerdings bleibt es dabei: Jeder Tiereinzug sollte wirklich gut überlegt und auch vorbereitet sein, damit am Ende nicht das Tier der Leidtragende ist.

Pipo hat unser Jahr 2020 in jedem Fall bereichert und wir freuen uns auf noch viele Jahre mit ihm, die hoffentlich gesund sein mögen.

Alles Liebe für dich und dein Tier!

So gehts

PS.

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PPS.

Ich duze meine Leser und hoffe, dass ist für dich / Sie in Ordnung. Im persönlichen Gespräch können wir uns natürlich siezen.

HINWEIS

Ich muss darauf hinweisen, dass es sich gemäß § 3 des Heilmittelwerbegesetz (HWG) bei den hier vorgestellten Behandlungsmethoden um Verfahren der alternativen Medizin/Therapie handelt. Diese sind wissenschaftlich nicht anerkannt. Die von mir gegebenen Informationen zur Behandlung sind keine Garantie und weder als Heil- noch als Linderungsversprechen zu sehen.

Sonja Tschöpe - TIERHEILPRAKTIKERIN | TIERERNÄHRUNGSBERATERIN

DIE AUTORIN

Sonja Tschöpe ist ausgebildete Tierheilpraktikerin & Ernährungsberaterin für Hunde, Katzen und Kaninchen. Ihrer Berufung geht sie von ganzem Herzen seit über 10 Jahren nach. Sie ist Minimalistin – ihre Patienten bekommen lediglich das verordnet, was wirklich notwendig ist. Und nur nach einer umfassenden Anamnese, bei der sie die enge Zusammenarbeit mit Tierhalter und Tierarzt sehr schätzt. Sie ist ganz offen: Wenn sie keinen Rat weiß oder die falsche Ansprechpartnerin ist, sagt sie das. Mit ihrer Familie und Hund Pipo lebt sie in einem Mehrgenerationenhaus bei Düsseldorf. Im Herzen trägt sie ihre am 20.08.20 verstorbene Katze Mischu sowie 15 unvergessene Kaninchen.

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