Gut, ich hätte sicherlich noch einen blumigeren Titel wählen können. Lass uns aber mal ehrlich sein: Das macht das Problem der Verstopfung auch nicht schöner. Gerade bei älteren Tieren, insbesondere Katzen, tritt mit fortgeschrittenem Altem immer öfter eine Kotabsatzstörung auf. Die Verdauung wird träge, wie der Körper, in dem sie sich befindet. Ältere Tiere bewegen sich weniger, liegen mehr rum.

Wird hochwertig ernährt, kann es bei der Katze durchaus schon einmal vorkommen, dass an einem Tag kein Häufchen im Katzenklo liegt. Bleibt dieser Zustand jedoch am nächsten und übernächsten Tag, sollten bei Wohnungskatzenhaltern die Alarmglocken läuten. Denn eine Verstopfung ist eine ausgesprochen schmerzhafte Angelegenheit und kann zu lebensbedrohlichen Zuständen führen.

NUN KACK DOCH SCHON!

Meine Katze Mischu wurde hochwertig ernährt. Wir fütterten Nassfutter und barften sogar einige Zeit. Und dennoch war das Thema träger Darm auch bei uns einige Male, mal mehr, mal weniger, ein Fokusthema. Und so begann ich mich mit diversen Produkten auseinanderzusetzen, die sowohl die Darmperistaltik der trägen alten Dame anregen würde, als auch den Stuhl weicher macht. Andernfalls war es ein morgendliches Eiersuchen oder besser gesagt Kotsuchen. Der geringste Anteil lag im Katzenklo 1. Auf dem Weg zu Klo Nummer 2 fand sich dann schön unterm Stuhl in der Ecke, unterm Tisch und hinter der Pflanze der Rest. Klo Nummer 2 wurde dann gar nicht mehr aufgesucht, denn auf dem Weg dahin hatte man sich astrein durch zunehmende Bewegung entleeren können.

Mein Mann fand das weniger „nice“. Unser Junghund jedoch sehr appetitlich. War er schneller als ich, musste ich nur noch den Boden wischen – zu entsorgen gab es ansonsten nichts mehr…

erhöhter ANTEIL AN PFLANZLICHEN BESTANDTEILEN

Katzen brauchen tierische Proteine im Futter. Mit Pflanzen können sie nichts anfangen – es dient vielmehr dem Kotabsatz. Na? Verstehst du worauf ich hinaus will? Richtig! Der erste Schritt muss deshalb der sein, dass man den pflanzlichen Anteil prüft und ggf. leicht erhöht. Bei Mischu war das beim Barfen relativ einfach. Es gab eine höhere Menge an gekochten Karotten oder Zucchini und siehe da, es half ihr. Doch leider brachte diese Maßnahme nur wenige Wochen Erfolg. Da sie durch diese hochverdauliche Kost des Barfens sowieso nur alle zwei Tage Kot absetzte, war der absolute Notfall eingetreten, als nach 4 Tagen noch immer kein Kot im Katzenklo zu finden war und sie sich sichtlich quälte.

Es ging zum Tierarzt, der sie untersuchte und ertastete, dass der Darm „sehr voll“ war. Ein Röntgenbild sparten wir uns bei diesem Termin. Ich möchte jedoch an dieser Stelle darauf hinweisen, dass eine solche bildgebende Maßnahme durchaus sinnvoll sein kann, gerade wenn eine Katze keinen Kot absetzt. Denn manchmal steckt ein verschluckter Fremdkörper (Haarballen oder Spielzeug) dahinter, weshalb der Kot nicht ausgeschieden wird oder ein anderer schwerwiegender Hintergrund. 

LACTULOSE UND EINLAUF

Wir bekamen Lactulose mit und eine Art Einlauf. Der Tierarzt ermahnte mich den Einlauf wirklich erst dann zu nutzen, wenn sich mit der Lactulose nicht binnen kürzester Zeit etwas tun würde. Mischu wurde zur Bewegung animiert, denn Bewegung fördert die Darmperistaltik. Außerdem gab es ein homöopathisches Einzelmittel in höherer Potenz, das ich für sie ausgewertet hatte. Schnell tat sich etwas: Sie setzte Kot ab. Endlich! Wenngleich wieder mal an zig verschiedenen Orten. Doch das war mir in dem Fall egal. Mischu und ich waren im wahrsten Sinne des Wortes erleichtert.

Warum Lactulose? Lactulose wirkt bei Katzen abführend. Die Darmbewegung wird angeregt und der Inhalt soll ausgeschieden werden. Viele Besitzer nutzen es bei Katzensenioren regelmäßig in einer individuellen kleinen Dosis über die tägliche Fütterung. Oft hilft es und die Katzen nehmen es (meist) gut an.

Bei uns half es jedoch nicht wirklich lange und zudem fand Mischu ihr Futter mit einem Mal nicht mehr appetitlich. Und das verwunderte mich, da sie ansonsten eine sehr unproblematische Katze war, die alles fraß, was man vorsetzte.

GEQUOLLENE FLOHSAMENSCHALEN

Katzen dürfen nicht hungern. Ergo Lactulose weglassen und nach einer Alternative suchen. Durch meine mittlerweile abgeschlossene Ernährungsberaterausbildung wusste ich, dass stark gequollene Flohsamenschalen helfen können. Wir testeten es und es schien zu funktionieren. Doch wie so oft: Die Freude währte nicht lange. Mischu verweigerte irgendwann das mit dem „Glibber“ angereicherte Futter. Ich stand kurz davor wahnsinnig zu werden.

Ein guter Ansatz wäre hier gewesen über die Beschaffenheit der Darmflora nachzudenken. Denn wenn diese nicht optimal ist, ergo der Darm vielleicht nicht richtig arbeitet, kann der Kot gar nicht vernünftig ausgeschieden werden. Es kann zur Verstopfung kommen. Doch auch die Darmsanierung schlug nicht langfristig an. Es musste endlich eine Lösung her. Für unsere zu 80 % schlafende alte Katzenoma und uns.

LÖSUNG: AKAZIENFASERN

Wer über fast zwei Jahre das Theater der verstopften Katz begleitet und in dieser Zeit zig Fortschritte und Rückschläge mit diversen Mittelchen erlebt, der springt sehr skeptisch auf neue Züge auf. In dem Fall war es die Info zu einem Produkt, von dem eine Kollegin eher in einem Nebensatz sprach: Akazienfasern…… Die Akazie ist ein Strauch, die man zu den Mimosengewächsen zählt und dort findet, wo es warm ist. Die Fasern sind ein weißes Pulver, dass aus der Milch des Baumes entsteht. Man ritzt in die Baumrinde, zapft den austretenden Saft ab und lässt diesen trocknen.

In einem klinischen Test fand man heraus, dass die Fasern nicht nur die Kot-/ Stuhlbeschaffenheit verändern, man leichter Kot-/Stuhl absetzen kann. In dieser Studie fand man auch heraus, dass der Stuhl der Probanden eine hohe Konzentration an Bifidobakterien und Lactobacillus enthielt – Milchsäurebakterien. Akazienfasern haben somit noch eine präbiotische, also eine Darmflora-positive Wirkung.

Ich möchte ehrlich sein: Ich war mit Mischu so verzweifelt, dass ich diesen Versuch noch unternehmen wollte. Also habe ich eine Dose Akazienfasern bestellt, ein Löffelchen davon in einen Eierbecher gefüllt und etwas Wasser zugegeben. Das Pulver löste sich schnell auf und es entstand eine sehr sirupartige Masse. Diese Tagesration sollte Mischu erhalten. Und da es geruchslos ist und nach nichts schmeckt, wurde es von der Katz auch nicht bemerkt.

Mischu nahm es problemlos auf und das Wunder geschah. Hatte sie davor wieder mal etappenweise Kot abgesetzt und nicht nur da, wo er hingehört, lag am Tag nach der ersten Gabe ein großes „Häufchen“ dort, wo es hingehört: In der Katzentoilette. Ich war vorsichtig optimistisch, bereitete täglich ihre Tagesdosis zu und rührte es unter.

4 WOCHEN SPÄTER

Mischu kotete auch in den weiteren Wochen alle 2 Tage problemlos und an einem Stück in ihr Klo. Nichts ging mehr daneben und sie musste sich für den Kotabsatz auch nicht mehr anstrengen. Ganz ehrlich? Bei unserer alten Katze haben mich die Akazienfasern überzeugt. Denn so lange hatten wir mit noch keinem Produkt Erfolg.

Du möchtest es ausprobieren?

Wenn du das gleiche Problem hast, deine Katze vielleicht zur Verstopfung neigt, kann ich dir die Akazienfasern wärmstens empfehlen. Zum Erwerb gibt es verschiedene Hersteller, u.a. Arktis-Grow oder Danuwa.

Du benötigst nur 1 Messlöffel, den du mit ungefähr der gleichen Menge an Wasser vermengst und direkt verrührst. Eventuell nochmal etwas Wasser zufügen, sollte es zu zäh sein. Es ist eine klebrige Flüssigkeit, wenn du es einmal berührst. Diese Menge teilst du dann in 2-3 Gaben auf. Rühre es in das Nassfutter oder in die BARF-Ration ein.

Wird der Kot deiner Katze zu weich, verringerst du einfach die Menge. Vielleicht reicht es deiner Katze, wenn sie nur einmal pro Tag etwas Akazienfaser im Futter hat. Mischu brauchte es tatsächlich dreimal täglich.

Solltest du dich fragen, wie du es bei einer reinen Trockenfutter-Gabe nutzen kannst, wäre es mir ein wichtiges Anliegen, dass du hier die Ernährung erst einmal umstellst. Denn Trockenfutter ist bedingt durch seine Zusammensetzung einfach nichts wirklich Gesundes auf kurz oder lang. Zudem ist es trocken, entzieht dem Körper Flüssigkeit. Leider trinken Katzen nicht genug, um das Defizit auszugleichen. Und genau hier ist die Trockenernährung zur eingeschränkten Bewegung eines Katzenoldies auch leider zusätzlich förderlich für eine Verstopfung. Hier lautet also die Devise: Erst das Futter umstellen und dann funktionierts ggf. auch schon ohne Zusätze mit dem Kotabsatz.

Zu diesem Thema findest du auch eine passende Episode meines Podcasts:

Ich wünsche dir genauso viel Erfolg, wie Mischu und ich das hatten.

Alles Liebe für dich und dein Tier!

So gehts

PS.

Wenn du dich angesprochen fühlst und diesen Beitrag gerne teilen möchten, ist das ausdrücklich erwünscht, jedoch bitte nur durch Verlinkung hierher. Herzlichen Dank!

PPS.

Ich duze meine Leser und hoffe, dass ist für dich / Sie in Ordnung. Im persönlichen Gespräch können wir uns natürlich siezen.

HINWEIS

Ich muss darauf hinweisen, dass es sich gemäß § 3 des Heilmittelwerbegesetz (HWG) bei den hier vorgestellten Behandlungsmethoden um Verfahren der alternativen Medizin/Therapie handelt. Diese sind wissenschaftlich nicht anerkannt. Die von mir gegebenen Informationen zur Behandlung sind keine Garantie und weder als Heil- noch als Linderungsversprechen zu sehen.

Sonja Tschöpe - TIERHEILPRAKTIKERIN | TIERERNÄHRUNGSBERATERIN

DIE AUTORIN

Sonja Tschöpe ist ausgebildete Tierheilpraktikerin & Ernährungsberaterin für Hunde, Katzen und Kaninchen. Ihrer Berufung geht sie von ganzem Herzen seit über 10 Jahren nach. Sie ist Minimalistin – ihre Patienten bekommen lediglich das verordnet, was wirklich notwendig ist. Und nur nach einer umfassenden Anamnese, bei der sie die enge Zusammenarbeit mit Tierhalter und Tierarzt sehr schätzt. Sie ist ganz offen: Wenn sie keinen Rat weiß oder die falsche Ansprechpartnerin ist, sagt sie das. Mit ihrer Familie und Hund Pipo lebt sie in einem Mehrgenerationenhaus bei Düsseldorf. Im Herzen trägt sie ihre am 20.08.20 verstorbene Katze Mischu sowie 15 unvergessene Kaninchen.

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