Dass es diesen Artikel heute gibt, grenzt ein wenig an ein Wunder. Denn ich habe lange nichts, aber auch gar nichts von Insektenfutter gehalten. Für mich war es ein sinnfreier Hype. Eine Marketingstrategie diverser Hersteller, denen es darum ging eine Nische zu füllen und weniger um hochwertige Tierernährung. Aber dann gab es ein sehr gutes Gespräch und ich wurde neugierig. Ich recherchierte und musste einsehen, dass es gar nicht so verkehrt ist, Insekten bei der Katzenernährung zu berücksichtigen.

Bevor es nun mit dem eigentlichen Artikel weitergeht ein wichtiger Hinweis als Werbekennzeichnung. Ich benenne nachfolgend einen Hersteller, weil ich persönlich auf meine eigenen Kosten und ohne dafür bezahlt worden zu sein von diesem im örtlichen Zoofachgeschäft ein hochwertiges Insektenfutter gekauft habe. Das habe ich dann näher unter die Lupe genommen und verfüttert. Und genau deshalb konzentriere ich mich hier auch auf dieses Produkt! Denn generell empfehle ich meinen Kunden nur, wovon ich selbst überzeugt bin. Jetzt aber zum eigentlichen Blog-Thema. Guten Appetit beim Lesen…

KATZEN FRESSEN AUCH INSEKTEN

Es gibt tatsächlich einige Komponenten, worauf ich immer und immer wieder meine Kunden hinweise, die das Insektenfutter sogar erfüllt. Zum einen soll man hochwertige Proteine verfüttern. Wusstest du, dass gewisse Insekten sogar mehr Proteine als Rinder haben? Erstaunlich, oder? Wo sie doch deutlich kleiner sind. Zum anderen appelliere ich immer, dass man möglichst tiernah füttern soll. Und die Wildkatze frisst nicht nur Mäuse, Ratten, Vögel usw. Sie erlegt hier und da Insekten. Es gehört also zum normalen Ernährungsspektrum dazu. Dabei hat die Ernährung mit Insekten sogar einen Fachbegriff: die Entomophagie bzw. Anthropo-Entomophagie!

Was mir außerdem gefällt ist, dass man das Klima und die Umwelt schützt, wenn sich die Fleischproduktion drastisch verringern und man mehr Insekten konsumieren würde. Denn Insekten brauchen keine großen Flächen, auf denen sie leben. Ihre Hinterlassenschaften sind äußerst gering. Sie schonen Ressourcen. Es lebe die CO2-Verringerung.

Es gibt jedoch ein ABER: Sie sind relativ teuer. Für 200 g Katzennassfutter muss man etwa 30 Cent mehr ausgeben (Beispiel: MjamMjam). Insekten werden nämlich manuell gezüchtet. Und solange es hier keine industrielle Produktion gibt, bleibt ihr Preis wohl relativ hoch.

WANN SOLLTE MAN EIN INSEKTENFUTTER VERFÜTTERN?

Alleinig würde ich niemals nur Insekten verfüttern. Das widerspricht auch dem, was die Wildkatze fressen würde.Für mich gilt hier weiterhin, dass die gesunde Katze durchaus Tiervielfalt bekommen sollte. Und das bedeutet verschiedene Tierarten, mindestens Drei. Man kann hier natürlich Insekten dazunehmen. Doch ausschließlich von Insekten die Katze ernähren würde ich nicht.

Wenn du nun Lust hast es mal auszuprobieren, findest du in vielen örtlichen Zoofachgeschäften den Hersteller MjamMjam mittlerweile gängig in den Regalen. Ich würde tatsächlich erst einmal für eine Katze ein paar Tüten der im Vergleich teureren Quetschie-Tüten kaufen. Und das aus dem einfachen Grund: Du fügst es erstmal als ein Highlight zu. Sprich neben der Hauptnahrung, die du wie gewohnt anbietest, gibt es nun anstelle einer Leckerei vielleicht einen Teelöffel voll vom Insektenfutter. Du testest also völlig losgelöst von der normalen Fütterung, wie deine Katze auf das Unbekannte reagiert. Wenn sie es positiv annimmt, ist das gut und du könntest somit kurzfristig eine Mahlzeit gegen den Rest aus der Tüte ersetzen. Nimmt sie es aber so gar nicht an, mag es schlichtweg nicht, landet nicht so viel im Müll. Mögliche noch vorhandene Tüten kannst du beiseitestellen und probierst es einfach ein andermal nochmal. Manche Katzen brauchen tatsächlich viel Zeit und die ausreichende Geduld ihres Menschen. Wozu sie heute NEIN sagen, nehmen sie zu einer anderen Tageszeit vielleicht dann doch an (und mögen es prompt).

Übrigens: Bei MjamMjam ist nicht nur Insekt enthalten, es ist eine Kombination mit Huhn oder mit Kalb. Der Hersteller fügt 36,5 % von Huhn oder Kalb hinzu, außerdem 32 % Insekten und der Rest besteht aus Fleischbrühe, Eierschalen und Mineralstoffen. Es ist ein Alleinfutter. Auf Anfrage beim Hersteller wurde mir mitgeteilt, dass in diesen Produkten reines Muskelfleisch verarbeitet wird.

WARUM ICH DIESES FUTTER PIMPEN WÜRDE

Ich versuche ja möglichst immer ne Maus nachzubauen. Meist dann, wenn es ein Futter über den ganzen Tag verteilt gibt, was aus meiner Sicht Defizite aufweist. Im Falle von MjamMjam Insekt habe ich tatsächlich ein paar Kleinigkeiten, die ich zufügen würde. Es ist jedoch kein Muss, kann aber sinnvoll sein, wenn man das Futter über mehrere Tage ausschließlich gibt.

Denn es fehlen z.B. Ballaststoffe. Wir wissen, dass Katzen diese primär für ihre Verdauung brauchen, es also ein geringer Anteil sein sollte. Und da bei älteren Katzen die Verdauungsleistung nachlässt würde ich diesen Katzen, ebenso wie jenen mit Kotabsatzproblemen eine gewisse Menge an gekochtem Gemüse (z.B. Karotte oder Zucchini oder Kürbis) oder gut aufgequollene Flohsamenschalen zugeben. Das ist keine Masse, das ist wirklich eine kleine Menge, die man in jede Portion zufügt.

Da mir auch ein für Katzen passendes Öl fehlt, würde ich einen Espressolöffel eines Fischöls (z.B. Lachsöl) zufügen. So haben wir das Thema Omega 3 auch abgehakt.

Und das war es ansich auch schon.

ES GIBT NUR WENIG WEITERE HERSTELLER VON INSEKTENFUTTER

Durchsucht man das Internet findet man noch ein paar weitere Hersteller, die Insektenfutter für Katzen anbieten. Leider darunter auch Trockenfutter, von denen ich so gar nichts halte. Es ist einfach trocken und damit für mich als Alleinfutter ein No-Go.

„I love my cat“ bietet neben Trockenfutter auch ein Nassfutter an, in dem ausschließlich Insekten sind. Ansonsten fügt der Hersteller Ballaststoffe hinzu (Kartoffelprotein), etwas Katzenminze (vsl. zur Akzeptanz), Lachsöl als Omega 3 Lieferant und Inulin, für die Darmflora. Weiterhin sind Mineralstoffe und Leinöl vertreten.

Tja und das wars dann im Herbst 2021 auch schon mit dem Insekten-Nassfutter. Sprich ich konnte lediglich MjamMjam als auch das primär online zu beziehende I love my cat ausfindig machen. Solltest du hier noch ein weiteres kennen, teile mir das gerne mit. Ich werfe gern einen Blick auf die Deklaration!

FUTTER FÜR ALLERGIE-KATZEN

Im Zwiespalt bin ich, ob das Futter wirklich etwas für Allergiepatienten sein könnte. Denn hier scheidet MjamMjam dann schon mal aus, da es nicht nur aus Insekt besteht. I love my cat sieht da schon wieder anders aus und könnte man versuchen.

Sämtliche Insekten-Trockenfutter, die zum Teil sogar damit werben für Allergie-Katzen bestens geeignet zu sein, haben für mich mehr als nur einen Nachteil. Darin sind so viele Stoffe enthalten, die aus meiner Sicht in der Menge nichts in der Katzenverdauung zu suchen haben. Und der Insekten-Anteil ist mit meist 6 % wirklich dürftig…

Für eine Ausschlussdiät bei der Katze könnte tatsächlich I love my cat genutzt werden, wenn Katzen noch nie mit Insekten in Berührung gekommen sind.

MEIN RESÜMEE

Ich muss ganz ehrlich gestehen, dass ich tatsächlich auf das ein oder andere bei mir verzichtet hätte, um für mein Tier hier und da das hochpreisige Insektenfutter zu kaufen. Man kann auch über eine Kundenkarte (z.B. Futterhaus) immer dann zugreifen, wenn es Rabattaktionen gibt. Und die kommen gefühlt bei Futterhaus sehr oft vor. Und dann wird es in die Fütterung integriert. Wie schon gesagt aus gewissen Gründen nicht tagelang oder ausschließlich.

Alles Liebe für dich und dein Tier!

So gehts

PS.

Wenn du dich angesprochen fühlst und diesen Beitrag gerne teilen möchten, ist das ausdrücklich erwünscht, jedoch bitte nur durch Verlinkung hierher. Herzlichen Dank!

PPS.

Ich duze meine Leser und hoffe, dass ist für dich / Sie in Ordnung. Im persönlichen Gespräch können wir uns natürlich siezen.

HINWEIS

Ich muss darauf hinweisen, dass es sich gemäß § 3 des Heilmittelwerbegesetz (HWG) bei den hier vorgestellten Behandlungsmethoden um Verfahren der alternativen Medizin/Therapie handelt. Diese sind wissenschaftlich nicht anerkannt. Die von mir gegebenen Informationen zur Behandlung sind keine Garantie und weder als Heil- noch als Linderungsversprechen zu sehen.

Sonja Tschöpe - TIERHEILPRAKTIKERIN | TIERERNÄHRUNGSBERATERIN

DIE AUTORIN

Sonja Tschöpe ist ausgebildete Tierheilpraktikerin & Ernährungsberaterin für Hunde, Katzen und Kaninchen. Ihrer Berufung geht sie von ganzem Herzen seit über 10 Jahren nach. Sie ist Minimalistin – ihre Patienten bekommen lediglich das verordnet, was wirklich notwendig ist. Und nur nach einer umfassenden Anamnese, bei der sie die enge Zusammenarbeit mit Tierhalter und Tierarzt sehr schätzt. Sie ist ganz offen: Wenn sie keinen Rat weiß oder die falsche Ansprechpartnerin ist, sagt sie das. Mit ihrer Familie und Hund Pipo lebt sie in einem Mehrgenerationenhaus bei Düsseldorf. Im Herzen trägt sie ihre am 20.08.20 verstorbene Katze Mischu sowie 15 unvergessene Kaninchen.

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