Zecken – man wird wohl nie verstehen, wozu die „Biester“ gut sind. Sie können nicht nur uns Menschen gesundheitlichen Schaden zufügen. Für unsere Tiere sind sie ebenso gefährlich. Und gefühlt erleben wir jährlich eine immer größer werdende Zeckenpopulation, zu der sich neue Arten (z. B. die Hyalomma) gesellen. Ich bin generell kein Freund davon Angst zu verbreiten. Deshalb möchte ich dir im heutigen Blogartikel sachliche Informationen an die Hand geben, die du gerne für dich und dein Tier beherzigen darfst. Denn wenn wir mit Tieren zusammenleben, die nach Draußen dürfen, ist nun mal immer eine gewisse Gefahr vorhanden, dass unsere Tiere „etwas“ mitbringen. Damit müssen wir leben.

Kleines Tier, großes Unheil

Zecken sollten möglichst schnell entfernt werden – so lautet das oberste Gebot. Am besten nach jedem Freigang, Spaziergang o.ä. das Fell und die Haut gut absuchen. Gefundene Zecken dann mit dem richtigen Werkzeug entfernen. Wir verbrennen sie danach, damit sie keinem Lebewesen mehr Schaden zufügen können. Das frühzeitige Entfernen ist die beste Prävention vor Krankheiten, da einige Bakterien erst nach Stunden vom Zeckendarm in ihren Saugapparat und über ihren Speichel dann in unser Tier gelangen.

Bei Hunden gibt es verschiedene Krankheiten, die von Zecken ausgelöst werden. Heute möchte ich auf die Anaplasmose und Borreliose eingehen. Unschöne Krankheiten, die sich auch immer mehr bei uns ausbreiten und manchmal erst sehr spät diagnostiziert werden. Und das, weil man als Halter vielleicht einen Zeckenstich nicht bemerkt hat, somit nicht einschreiten konnte. Irgendwann fiel die Zecke dann von selbst ab und auch das wurde vielleicht übersehen. Was man aber nicht übersehen kann, sind gewisse Symptome, die Infektionen mit sich bringen können:

  • HÄUFIG FIEBER
  • APPETITLOSIGKEIT
  • MAGEN-DARM-PROBLEME
  • MATTIGKEIT | SCHWÄCHE

Das kann alles und nichts sein, weshalb es für Tierärzte wirklich schwer ist, direkt auf eine Anaplasmose oder Borreliose zu kommen. Umso wichtiger wäre es gerade in den heißen Sommermonaten direkt einen Bluttest durchzuführen, der Aufschluss darauf geben kann!

MERKE: EIN BLUTBEFUND AUF EINE ZECKENKRANKHEIT IST SINNVOLL!

Doch leider birgt das Blut auch seine Tücken. Denn im Blut befindliche Antikörper bedeuten nicht zwingend, dass das Tier akut darunter leidet. Werden sie gefunden, kann es genauso gut bedeuten, dass das Tier daran schon mal erkrankt war – möglicherweise symptomlos. Allerdings: Wenn ein solcher Bluttest nun positiv ist und die Zeichen für eine Anaplasmose oder Borreliose sprechen, wird der Tierarzt sicher auch darauf therapieren.

Anaplasmose

Bei der Anaplasmose kommt es meist innerhalb von 7 Tagen zu einer Bakteriämie. Das bedeutet, dass sich Bakterien in der Blutbahn befinden. Durch den Blutkreislauf wird der Erreger im gesamten Körper verteilt und infiziert Organe ebenso wie das zentrale Nervensystem. Trotz Infektion kann es sein, dass keine Symptome auftreten. Manche Hunde erkranken jedoch schwer. Warum der eine Hund darunter leidet, der andere nicht, darüber gibt es leider noch keine verlässlichen Aussagen. Wenn ein Hund sich damit infiziert hat und es kommt bei ihm zu Symptomen, dann meist sehr früh. Im besten Fall bleibt es bei einer Schwäche. Im schlimmsten Fall kann es aber auch zu Blutungen in den Organen kommen, ebenso wie Probleme mit der Bewegung und eine Anämie.

Durch eine mögliche Beteiligung des zentralen Nervensystems sind durch die hier ausgelösten Symptome, Schädigungen von Nerven und Gewebe möglich.

Borreliose

Die Borreliose (auch Lyme-Borreliose) zeigt nicht nur bei uns Menschen, auch beim Tier eine mögliche Hautrötung um die Stichstelle herum. Durch das meist dichte Fell wird sie jedoch eher weniger bemerkt. Das Tückische ist, dass die eigentlichen Symptome erst Monate später auftreten können. Das Tier ist schlapp, will sich nicht bewegen, nichts fressen. Die Lymphknoten können geschwollen sein.

Hier haben wir es also damit zu tun, dass ein Tier sich vielleicht im Sommer infiziert, aber erst in den kühleren Monaten Symptome zeigt. Und diese lassen dann meist weniger darauf schließen, dass eine Zecke am Werk war.

Bei beiden Erkrankungen ist die Prognose gut, wenn man frühzeitig richtig behandelt. In der Regel verordnet der Tierarzt über einen längeren Zeitraum ein passendes Antibiotikum.

Zusätzliche alternative Begleitung

Das Antibiotikum wird meist mit einem Magenschutz verordnet, da es vielen Patienten auf den Magen schlägt. Bei Hunden würde ich auch noch zusätzlich ein schleimbildendes Phytotherapeutikum, wie Eibischwurzel oder Ulmenrinde empfehlen. Dieses wird 15 Minuten vor jeder Mahlzeit angeboten und kann dabei helfen, dass das Futter besser vertragen wird. Sehr wichtig ist, dass das Tier vernünftig frisst und ein hochwertiges Futter bekommt, aus dem es alle Nährstoffe ziehen kann. Denn bei beiden Erkrankungen muss das Immunsystem sehr gut mitarbeiten. Wird der Hund gebarft, kann man über verschiedene Supplemente auf Abweichungen im Blutbild (z.B. zu niedriger Eisenwert) eingehen. Hier sollte man sich jedoch in jedem Fall professionelle Hilfe mit ins Boot nehmen.

Von den Mittelmeerkrankheiten weiß man, dass es verschiedene Kräuter gibt, die eine besondere Wirkung auch bei Borreliose und Anaplasmose haben können. In meiner Praxis nehme ich hier gerne den einjährigen Beifuß zu Hilfe. Besser bekannt als Artemisia annua. Er enthält Artemisinin, der bei der Abwehr von Einzellern helfen soll. Ich lasse ihn kurweise während der antibiotischen Therapie geben, um möglichst effektiv von zwei Seiten auf die Erkrankung einzugehen.

Am Ende der Kur kann man diese nochmal wiederholen oder pausiert erstmal und wiederholt dann quartalsweise. So soll das Immunsystem langfristig unterstützt werden, dass es nicht noch einmal zu Symptomen kommt.

Eine weitere Ergänzung kann ein passender Vitalpilz sein, den ich jedoch abhängig von der Schwere der Erkrankung, den Symptomen und dem Alter des Tieres wähle (sofern überhaupt die Mykotherapie mit genutzt wird).

Den Alltag passend gestalten

Je nach Schwere der Erkrankung sollte man während der Behandlung den Alltag passend gestalten. Während einer starken Sommerhitze sind ausgedehnte Spaziergänge tabu (was sie sowieso sein sollten). Alles, was sehr stark zulasten von Herz-Kreislauf geht, sollte eher in kleinen Dosierungen angeboten werden. Das klingt für den ein oder anderen übertrieben, doch man steckt halt auch nicht mit einer solchen Erkrankung selbst im Tierkörper. Und bevor es hier zum k.o. kommt, lieber ein paar Wochen „Piano“ und gut auf das geliebte Tier achten.

Langfristiger Blick

Bei allen Tieren, die mit Zecken öfter zu tun haben, würde ich kurweise mehrfach im Jahr das Immunsystem mit Artemisia unterstützen. Unser eigener Hund bekommt sie 3-4 x pro Jahr als Kur ins Futter für 2-3 Wochen. Zusätzlich gibt es während der warmen Monate, in denen Zecken auftreten, den Zeckenschreck von PerNaturam ins Futter, mit dem wir persönlich gute Erfahrung sammeln konnten. Doch das A und O ist für uns wirklich das tägliche Absuchen des Körpers auf die kleinen Krabbelbiester, damit sie möglichst früh entfernt werden.

Wenn du noch mehr zum Thema Zecken lesen möchtest, findest du einige Blogartikel dazu hier auf meiner Seite. Oder lausche doch in meine passenden Podcast-Episoden, wie diesen hier:

Alles Liebe für dich und dein Tier!

So gehts

PS.

Wenn du dich angesprochen fühlst und diesen Beitrag gerne teilen möchten, ist das ausdrücklich erwünscht, jedoch bitte nur durch Verlinkung hierher. Herzlichen Dank!

PPS.

Ich duze meine Leser und hoffe, dass ist für dich / Sie in Ordnung. Im persönlichen Gespräch können wir uns natürlich siezen.

HINWEIS

Ich muss darauf hinweisen, dass es sich gemäß § 3 des Heilmittelwerbegesetz (HWG) bei den hier vorgestellten Behandlungsmethoden um Verfahren der alternativen Medizin/Therapie handelt. Diese sind wissenschaftlich nicht anerkannt. Die von mir gegebenen Informationen zur Behandlung sind keine Garantie und weder als Heil- noch als Linderungsversprechen zu sehen.

Sonja Tschöpe - TIERHEILPRAKTIKERIN | TIERERNÄHRUNGSBERATERIN

DIE AUTORIN

Sonja Tschöpe ist ausgebildete Tierheilpraktikerin & Ernährungsberaterin für Hunde, Katzen und Kaninchen. Ihrer Berufung geht sie von ganzem Herzen seit über 10 Jahren nach. Sie ist Minimalistin – ihre Patienten bekommen lediglich das verordnet, was wirklich notwendig ist. Und nur nach einer umfassenden Anamnese, bei der sie die enge Zusammenarbeit mit Tierhalter und Tierarzt sehr schätzt. Sie ist ganz offen: Wenn sie keinen Rat weiß oder die falsche Ansprechpartnerin ist, sagt sie das. Mit ihrer Familie und Hund Pipo lebt sie in einem Mehrgenerationenhaus bei Düsseldorf. Im Herzen trägt sie ihre am 20.08.20 verstorbene Katze Mischu sowie 15 unvergessene Kaninchen.

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