Impfen – Es ist ein Riesenthema und sogar ein ziemliches Streitthema seit sehr vielen Jahren, was zu richtigen Grabenkämpfen führt. Impfst du schon oder diskutierst du noch? Nichts wird so heiß diskutiert, wie dieses Thema, ganz gleich ob beim Kind oder Tier. Impft man und es passiert was (z.B. eine negative Impfreaktion), ist man selbst schuld, schließlich habe man es ja oft genug gesagt bekommen: Impfen ist nicht gut. Impft man nicht (ganz gleich, ob was passiert oder nicht), ist man auch der Depp, denn man setzt ja sein Tier einer Gefahr aus und gefährdet damit vorsätzlich noch andere! Es scheint in der Debatte nie einen Gewinner zu geben und die Leidtragenden sind letzten Endes die Tiere.

Der heutige Blogartikel soll weder Pro noch Contra sein. Stattdessen soll er einige wichtige Punkte als Anregung geben, die man für sich ganz individuell betrachten muss, wenn man impfen oder es lassen möchte. Schlussendlich muss nämlich diese Entscheidung vom Tier und von gewissen Faktoren abhängig gemacht werden und nicht davon, was eine ggf. dem Tier und dir völlig fremde Person in irgendeinem Forum, einer Facebook-Gruppe oder sonst wo sagt. Es ist dein Tier, es ist deine Entscheidung.

Ich erkläre Dir:

  • Was hinter der Impfung steckt und wer geimpft werden sollte.
  • Welche Impfungen durchaus sinnvoll sind.
  • Welche Vorsorge du treffen solltest, wenn du impfen willst.
  • Warum ich das Ausleiten einer Impfung kritisch betrachte.

WAS PASSIERT BEI EINER IMPFUNG IM KÖRPER?

Eine Impfung soll zu einer kontrollierten Reaktion führen, bei der man sozusagen die „Kunst-Krankheit“ auslösen möchte. Das Immunsystem soll sich genau gegen jenen Eindringling wehren und dazu entsprechende Informationen abspeichern, um im Falle einer erneuten Kontaktaufnahme entsprechend reagieren zu können. Eine Impfung ist damit eine Art Training für das Immunsystem. Es werden durch den Impfstoff Zellen aktiviert, die sich vermehren und eben dann letztlich vom Immunsystem gemerkt werden durch die Gedächtniszellen (T- und B-Gedächtniszellen).

Wichtig ist dafür jedoch ein gesunder Organismus, sprich ein gesundes Tier!

WANN IST EIN TIER GESUND, ALSO IMPFFÄHIG?

Einfach beantwortet: Das Tier zeigt keinerlei Symptome, ist also kerngesund. Das ist die Basis, damit ein Tierarzt impfen kann. Doch wie oft brütet ein Organismus vielleicht insgeheim etwas aus, was für dich als Tierhalter noch gar nicht erkennbar ist? Aus diesem Grund empfehlen viele Informationsseiten die Abgabe und Analyse einer Kotprobe vor dem Impftermin und eine umfassende Allgemeinuntersuchung, ehe die Impfinjektion verabreicht wird. Ist das jedoch ausreichend?

Streng genommen: Ja und Nein! Denn sicherlich ist auch dir klar, dass es Krankheiten im Körper gibt, die man ggf. erst entdeckt, wenn sich diese bereits vermehrt haben (Beispiel: Krebs). Somit gibt es keine wirklich 100%tige Versicherung, dass das Tier wirklich gänzlich gesund ist, selbst wenn die Untersuchung und die Kotprobe keine Auffälligkeiten ergab.

Bei den Kotproben muss man auch immer wissen: Ein Tier, das einmal unter Giardien oder Kokzidien gelitten hat, ist lebenslang „Träger“, selbst wenn eine saubere Kotprobe beim Tierarzt landet. Denn ist sein Darmimmunsystem in Ordnung, sprich ist die Darmflora gesund, kommt diese gut mit derartigen Bewohnern klar. Aber sobald im Organismus etwas nicht stimmt, die positiven Darmbakterien zurückgedrängt werden, schaffen es Giardien und co. sich zu vermehren und werden dann auch wieder ausgeschieden. Somit ist eine saubere Kotprobe zwar ein Zeichen, dass just im Moment der Abgabe beim Doc ggf. alles okay war, das kann am Impftag aber auch schon wieder anders aussehen.

Viele Tierhalter lassen auch kranke Organismen impfen und zwar insbesondere jene Tiere mit chronischem Krankheitsbild. Sie dürfen eigentlich nicht geimpft werden! Und wenn man es tut muss man wissen, dass

  • möglicherweise der Impfstoff nicht in dem Maße wirkt oder
  • es eher zu einer Impfreaktion oder
  • zu einer Verschlechterung des Allgemeinzustands oder der chronischen Erkrankung kommen kann.

Bei jenen Tieren sollte man über die Titerhöhenbestimmung nachdenken, je nachdem um welche Tierart es sich handelt und gegen was der Impfstoff schützen soll. Beispiel: Du lebst mit deinen Kaninchen in einem Gebiet, in dem gerade viele Kaninchen an Myxomatose sterben. Hier wäre es sinnvoll bei einem chronisch kranken Tier zu prüfen, ob der verabreichte Alt-Impfschutz ausreicht, damit es im Falle einer Berührung mit dem Myxomatose-Erreger nicht daran erkrankt und ggf. verstirbt.

Oder Stichwort Staupe! Im Kreis Mettmann waren in 2019 einige Wochen lang panikmachende Schlagzeilen im Umlauf, über eine lebensgefährliche Hunde-Seuche. Sicherlich kann Staupe tödlich sein! Aber in der Regel nur für jene Hunde, die weder geimpft sind, oder nicht mehr über genügend Impftiter verfügen und die in direkten Kontakt mit der Staupe kommen. D.h. diese Hunde müssten an ein durch Staupe erkranktes Tier oder an den verendeten Kadaver gelangen, denn außerhalb des Wirts überlebt der Staupe-Erreger nicht lange. Und durch Langzeit-Studien aus den USA und England weiß man, dass ein gegen Staupe geimpfter Hund in der Regel lebenslangen Schutz besitzt. In dem Fall könnte man eine Impftiterbestimmung durch den Tierarzt veranlassen, ehe man ein dagegen eigentlich grundimmunisiertes und regelmäßig geimpftes Tier prophylaktisch damit impft, nur weil gerade „die Staupe wütet“.

NEGATIVE IMPFREAKTION – ÜBERTRIEBENE PANIKMACHE?

Wie in anderen Fällen auch, wird es jene Tiere geben, die ein Leben lang geimpft wurden und nie eine Reaktion zeigten, genau wie es jene Tiere gibt, die täglich Fraß vorgesetzt bekamen und dennoch steinalt wurden.

Ich habe bei eigenen Tieren und bei Tierpatienten jedoch leider auch schon unschöne Reaktionen auf Impfungen erlebt. Aufgrund der Schweigepflicht möchte ich die folgenden Fälle schildern, die bei meinen eigenen Tieren aufgetreten sind.

Hinweis: Ich notiere mein Erlebtes nicht, um dich vom Impfen abzuhalten! Ich möchte an dieser Stelle lediglich sensibilisieren, dass es durchaus zu Reaktionen kommen kann und dir das einfach bewusst sein muss! Und selbst wenn, wie man in Köln sagt „Et hätt noch immer jot jejange“ (Es ist noch immer gut gegangen), das kann beim nächsten Impftermin schon anders sein.

Linus, Kaninchen, 8 Jahre alt zum Zeitpunkt der Impfung
Linus wurde nach umfassender tierärztlicher Untersuchung gegen Myxomatose geimpft. Aufgrund des Alters hatte ich mich für einen Einzelimpfstoff erst einmal entschieden. Nach dem zurückkehren wurde er zusehend „krank“. Er bekam auf einmal Fieber und schnupfte und zeigte zum Abend hin zum Teil Maulatmung. Ich fuhr wieder zum Tierarzt, der Cortison und Antibiotika verabreichte und die Symptome der Impfung zuordnete. Linus erholte sich zwar von der Schwere der Symptome, litt aber von da an dauerhaft unter Schnupfen, der sich in den Monaten vor seinem Ableben noch drastisch verschlechterte.

Felix, Feli, Suzy, Bino, Pepa, alles Kaninchen unterschiedlichen Alters
5 meiner insgesamt 6 Kaninchen sollten 2013 einen neuen Kombiimpfstoff gegen Myxomatose und RHD erhalten. Alle Tiere waren zum Impfzeitpunkt gesund. Bis auf 1 Kaninchen (Gomez), der deshalb auch nicht geimpft wurde und somit ohne Impfauffrischung wieder nach Hause kam. Kurze Zeit nach der Impfung erkrankte Felix schwer an einer Entzündung im Körper, die sich bei ihm letztlich im Innenohr manifestierte. Es kam zu einer schweren Schädigung des Hirns, weswegen wir ihn dann erlösen mussten.
Fast zeitgleich beobachteten wir bei Bino, Feli und Pepa Lipombildungen in den Ohren bzw. bei Pepa am Bauch. Suzy entwickelte einen Schnupfen mit weiterer Atemwegsverschlechterung, was sich trotz sofortiger langfristiger tierärztlicher und alternativer Begleitung zu einem Lungentumor entwickelte, und sie letztlich wie auch Felix erlöst werden musste.
Bei Feli bildeten sich die Lipome, die kleiner als bei Bino und Pepa waren, langsam zurück. Bei Bino wuchs das Lipom im Ohr, platzte auf, ging etwas zurück und wuchs wieder. Bei Pepa wuchs das Lipom lange sehr langsam, kam dann zum Stillstand und hat sich dann nochmal vergrößert.

Ich habe zuvor meine Kaninchen immer regelmäßig impfen lassen, z.T. auch wirklich Kombiimpfungen genutzt und das meist 2 x pro Jahr! Nach den Fällen im Jahr 2013 stand für mich persönlich dann jedoch fest, dass meine verbleibenden Tiere definitiv nicht mehr geimpft werden und wenn, sicherlich nicht mehr mit einem Impfstoff des einen Herstellers. Denn diesen gab es nur ein einziges Mal – zuvor hatten meine Tierärzte andere Impfhersteller verwendet.

Möglich das die Charge „schlecht“ war. Letztlich aber auch egal, denn es machte die Tiere weder lebendig, noch gesund. Für Gomez war es somit ein Glück, dass er am Impftag nicht impffähig war!

RESÜMEE

Du trägst die Verantwortung für dein Tier und musst schlussendlich das Pro und das Contra abwiegen, dich informieren und entscheiden, wann lässt du was impfen! Bitte lasse dich hier nicht von Mitmenschen oder sonst wem verunsichern. Es ist dein Tier und deine Entscheidung! Prüfe auch immer den Impfpass selbst und wirf einen Blick auf die erfolgten Impfungen und Impfstoffe. Recherchiere mithilfe des Internets, ob die Impfungen tatsächlich so lange gültig sind, wie darin notiert. Denn es wäre nicht das erste Mal, dass der nächste Impftermin viel zu früh angesetzt wurde. Genau diese Fälle bei Hunden erlebe ich sehr sehr oft. Zum Teil jährliche Impfauffrischung, obwohl der Hersteller einen 3-Jahres-Schutz notiert hat

Demnächst folgt aufgrund der Fülle des Themas Teil 2 als Blogartikel, in dem ich auf weitere wichtige Punkte rund ums Impfen des Haustieres eingehen werde. Teil 2 wird dir auch noch einmal wichtige Aspekte geben, die du bei deinen Überlegungen berücksichtigen solltest. Und an dieser Stelle möchte ich mich nochmal wiederholen: Vertrau auf dein Bauchgefühl, auf deine Recherchen und informiere dich neutral über unterschiedliche Wege (Tierarzt, Tierheilpraktiker, Tierhalter).

Alles Liebe für dich und dein Tier!

So gehts

PS.

Wenn du dich angesprochen fühlst und diesen Beitrag gerne teilen möchten, ist das ausdrücklich erwünscht, jedoch bitte nur durch Verlinkung hierher. Herzlichen Dank!

PPS.

Ich duze meine Leser und hoffe, dass ist für dich / Sie in Ordnung. Im persönlichen Gespräch können wir uns natürlich siezen.

HINWEIS

Ich muss darauf hinweisen, dass es sich gemäß § 3 des Heilmittelwerbegesetz (HWG) bei den hier vorgestellten Behandlungsmethoden um Verfahren der alternativen Medizin/Therapie handelt. Diese sind wissenschaftlich nicht anerkannt. Die von mir gegebenen Informationen zur Behandlung sind keine Garantie und weder als Heil- noch als Linderungsversprechen zu sehen.

Sonja Tschöpe - TIERHEILPRAKTIKERIN | TIERERNÄHRUNGSBERATERIN

DIE AUTORIN

Sonja Tschöpe ist ausgebildete Tierheilpraktikerin & Ernährungsberaterin für Hunde, Katzen und Kaninchen. Ihrer Berufung geht sie von ganzem Herzen seit über 10 Jahren nach. Sie ist Minimalistin – ihre Patienten bekommen lediglich das verordnet, was wirklich notwendig ist. Und nur nach einer umfassenden Anamnese, bei der sie die enge Zusammenarbeit mit Tierhalter und Tierarzt sehr schätzt. Sie ist ganz offen: Wenn sie keinen Rat weiß oder die falsche Ansprechpartnerin ist, sagt sie das. Mit ihrer Familie und Hund Pipo lebt sie in einem Mehrgenerationenhaus bei Düsseldorf. Im Herzen trägt sie ihre am 20.08.20 verstorbene Katze Mischu sowie 15 unvergessene Kaninchen.

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