Wenn es um das Thema Gewicht geht, denkt man in erster Linie darum Pfunde purzeln zu lassen. Was aber, wenn der geliebte Hund zu dünn ist – wenn es also um eine Gewichtszunahme geht? Solltest du heute auf diesen Blog-Beitrag von mir gestoßen sein, betrifft dich das Thema vielleicht aktuell. Du möchtest wissen, was man berücksichtigen sollte, wenn dein Hund nur noch Haut und Knochen ist und was man in Sachen Ernährung beachten muss.

wen trifft es?

Streng genommen kann es jeden treffen. Meist sind es jedoch Tierschutzhunde, die frisch gerettet wurden – sozusagen von der Straße oder aus schlechter Haltung aufgelesen und nun in einem Tierheim oder in einer Pflegestelle aufgepäppelt werden. Das harte Leben mit Nahrungsmangel ist nun erstmal passé. Das Tier bekommt endlich benötigtes Futter.

Es kann allerdings auch unbemerkt dem eigenen Hund passieren, dass Pfunde purzeln und man das vielleicht zufällig beim nächsten Tierarztbesuch erfährt. Denn wer wiegt seinen Hund schon regelmäßig? Und je nach Felldichte erkennt man es im Alltag auch nicht, dass zwischen letztem Gewicht und aktueller Messung ein Defizit besteht. Hinter dieser Gewichtsabnahme steckt meist eine Krankheit. Bekanntester Vertreter ist Krebs, dem man nachsagt „mitzuessen“. Er raubt dem Organismus Energie. Das Tier benötigt sozusagen mehr, als das es über die Ernährung bekommt und der Körper verliert daher an Gewicht.

Vielleicht hat sich jedoch auch die Aktivität verändert und deshalb reduziert sich das Gewicht. Man fordert den Hund mehr, besucht vielleicht den ein oder anderen Kurs, hat die Liebe zum Joggen oder Radfahren mit Hund entdeckt… Auch dann kann sich die benötigte Energie, die der Hund zum Gewicht halten braucht, verändern und man muss das über die Ernährung anpassen.

WAS IST DER ERSTE SCHRITT?

Ich tue es – und ich muss es wirklich gestehen – selbst viel zu selten: Das Wiegen meines eigenen Hundes Pipo. Dabei predige ich das durchaus meinen Klienten… Gesunde adulte Hunde sollten halbjährlich gewogen werden, vielleicht sogar etwas öfter. Bei kranken Hunden sollte man das häufiger tun, mindestens 1 x monatlich. Hier kommt es jedoch auf die jeweilige Krankheit an. Bei alten Hunden würde ich es auch öfter machen, da aber immer so, dass es für den Oldie keinen zusätzlichen Stress bedeutet.

Je nach Hundegröße kann man das Zuhause auf der heimischen Waage umsetzen oder besucht samt Hund einfach mal ein örtliches Zoofachgeschäft oder den Tierarzt. Dort steht meist eine Tierwaage, über die sich i.d.R. kostenlos das Gewicht feststellen lässt, was man dann nebst Datum der Überprüfung im Gesundheitstagebuch des Hundes festhält.

Über diese Gewichtsnotizen hat man einen guten langfristigen Überblick, wie es sich entwickelt. Gerne kannst du dir dazu meinen Vordruck herunterladen: Klick mich

Bitte beachte auch meine Tipps zum richtigen Wiegen: https://www.animal-visite.de/quicktipp-haustier-richtig-wiegen/

Sollte dein geliebter Hund auf einmal weniger wiegen, atme bitte erst einmal ruhig durch und überlege, woran das liegen könnte. Nicht immer steckt eine ernstzunehmende Krankheit dahinter. Prüfe also erst einmal, ob sich vielleicht in eurem Zusammenleben etwas verändert hat. Wurde mehr Sport oder sonst eine Aktivität getrieben? Wurde vielleicht das Futter verändert? Gibt es vielleicht weniger Leckereien? Im Falle einer Klientin lag die „plötzliche“ Gewichtsreduktion darin, dass der Hund nicht mehr stundenweise von ihrer Mutter betreut wurde und somit dort nicht mehr heimliche Leckereien erhielt.

Was sinnvoll sein kann ist die Abgabe von Sammelkot beim Tierarzt oder in ein Labor, um einen parasitären Befall auszuschließen!

Nur eine gewichtsabnahme oder zu dünn?

Verringert sich Gewicht, ist es nicht immer schlimm. Aber man sollte die Tendenz beobachten und im Zweifel, nach Prüfung oben genannter Fragen, den Tierarzt hinzuziehen. Wurde die Fütterung verändert, hat man vielleicht das Futter umgestellt, wäre es wichtig den bzw. einen entsprechenden Tierernährungsberater ins Boot zu holen. Vielleicht passt die errechnete Futtermenge nicht oder der Energiegehalt. Abnehmendes Gewicht ist nicht immer schlimm.

Schlimm ist es dann, wenn der Hund zu dünn ist oder wird. Ja, es gibt rassebezogen sehr schlanke Hunde, wie den Podenco, den Windhund, den Galgo uvm. Deshalb muss man auch unterscheiden, ob der Hund „perfekt“ ist wie er ist oder aber zu dünn. Hier unterstützen Tierärzte und Tierheilpraktiker / Tierernährungsberater gerne bei der Einschätzung. Es können aber auch Online-Tabellen einen guten ersten Einblick geben: Klick mich

wie nimmt der hund zu?

Viele Halter-Tipps gehen dahin, dass man einfach die Futtermenge erhöht. Doch kann das die Lösung sein? Wenn ich von Kunden höre, dass sie einem Hund, der bis zu 600 g Futtermenge pro Tag erhalten soll aber 1,2 kg füttern müssen und dennoch keine Zunahme erfolgt, so klingeln bei mir die Alarmglocken. Denn das ist tatsächlich nicht die Lösung. Natürlich erhöhe auch ich die Futtermenge im ersten Schritt, prüfe aber in Ruhe mit allen Informationen, die mir Frauchen oder Herrchen liefern, was der Hund bekommt und eben auch braucht. Hinzufügen kann man dann wohldosiert und gut überlegt etwas Fett als Energielieferant, ebenso aber auch glutenfreies Getreide. Das hängt jedoch vom Hund ab! Und hier ist die Basis immer, dass das Hauptfutter vernünftig zusammengesetzt ist.

Wenn nach bestem Wissen und Gewissen gebarft oder der Hund bekocht wird, man als Halter versucht hat das Gelesene oder Erlernte umzusetzen, können sich leicht Fehler in der Zusammensetzung einschleichen. Hier ist es mehr als sinnvoll sich vielleicht als ersten Plan für selbstzubereitete Kost die Fachfrau/den Fachmann (Tierernährungsberater) ins Boot zu nehmen.

Tatsächlich haben viele der dünnen Kandidaten in meiner Praxis ein Problem mit der Darmflora. Diese kann die aufgenommene Nahrung nicht richtig verwerten. Und damit muss zwingend zu einer Anpassung der Fütterung auch eine Therapie dahingehend erfolgen. Meist merkt man nach einigen Wochen einer solchen Darmsanierung bereits, dass der Hund ohne viel Zutun in Sachen Futter auf einmal zunimmt. Prima! Man ist auf dem richtigen Weg.

Du siehst, es muss also auf etwas mehr geachtet werden, als stumpf den Napfinhalt zu erhöhen. Es sind viele Prüfungsschritte sinnvoll, ebenso wie regelmäßiges Monitoring, aber eben auch ein paar Anpassungen, damit aus Untergewicht ein Normalgewicht wird. Und mag es jetzt für dich auch noch so kompliziert klingen – es ist wirklich kein Hexenwerk. Zur Not weißt du ja auch, wer dir hier hilfreich zur Seite steht.

Alles Liebe für dich und dein Tier!

So gehts

PS.

Wenn du dich angesprochen fühlst und diesen Beitrag gerne teilen möchten, ist das ausdrücklich erwünscht, jedoch bitte nur durch Verlinkung hierher. Herzlichen Dank!

PPS.

Ich duze meine Leser und hoffe, dass ist für dich / Sie in Ordnung. Im persönlichen Gespräch können wir uns natürlich siezen.

HINWEIS

Ich muss darauf hinweisen, dass es sich gemäß § 3 des Heilmittelwerbegesetz (HWG) bei den hier vorgestellten Behandlungsmethoden um Verfahren der alternativen Medizin/Therapie handelt. Diese sind wissenschaftlich nicht anerkannt. Die von mir gegebenen Informationen zur Behandlung sind keine Garantie und weder als Heil- noch als Linderungsversprechen zu sehen.

Sonja Tschöpe - TIERHEILPRAKTIKERIN | TIERERNÄHRUNGSBERATERIN

DIE AUTORIN

Sonja Tschöpe ist ausgebildete Tierheilpraktikerin & Ernährungsberaterin für Hunde, Katzen und Kaninchen. Ihrer Berufung geht sie von ganzem Herzen seit über 10 Jahren nach. Sie ist Minimalistin – ihre Patienten bekommen lediglich das verordnet, was wirklich notwendig ist. Und nur nach einer umfassenden Anamnese, bei der sie die enge Zusammenarbeit mit Tierhalter und Tierarzt sehr schätzt. Sie ist ganz offen: Wenn sie keinen Rat weiß oder die falsche Ansprechpartnerin ist, sagt sie das. Mit ihrer Familie und Hund Pipo lebt sie in einem Mehrgenerationenhaus bei Düsseldorf. Im Herzen trägt sie ihre am 20.08.20 verstorbene Katze Mischu sowie 15 unvergessene Kaninchen.

Online-Beratung - Sonja Tschöpe - TIERHEILPRAKTIKERIN | TIERERNÄHRUNGSBERATERIN

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Wo du auch wohnst, ich helfe deinem Tier und dir gerne durch meine langjährigen Erfahrung als Tierheilpraktikerin und Tierernährungsberaterin mit meiner Online-Beratung.

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