Es ist sehr logisch, dass je nach Futtermenge dein Tier zu- oder auch abnehmen kann. Das ist jetzt nichts Weltbewegendes. Doch hast du dich beim Blick auf das Industriefutter schon einmal gefragt, ob die Angaben darauf wirklich stimmen? Vielleicht weil du bislang deutlich weniger gefüttert hast oder aber dein Hund viel mehr braucht?

Ich möchte mit dir zusammen heute mal einen Blick auf die Futtermengen vom Fertigfutter richten und wie man diese für einen adulten, also erwachsenen Hund ermitteln kann.

OOPS DAS WAR ZUVIEL

Jeder Futtermittelhersteller muss auf seinem Alleinfutter angeben, wie viel davon der Hund benötigt. Das geschieht oft in Form von Tabellenangaben, bei denen der Käufer ablesen kann, wieviel die Gewichtsklasse seines Hundes täglich in etwa vom gekauften Futter erhalten sollte. Doch der Energiebedarf vom Hund ist von unterschiedlichen Faktoren abhängig. Die meisten machen ihn neben dem Gewicht des Hundes noch von seinem Alter abhängig. Manche Hersteller ergänzen, dass eine trächtige Hündin unter Umständen einen höheren Energiebedarf hat.

Schlussendlich hängt jedoch die Futtermenge davon ab, wie viel sich dein Tier bewegt bzw. beschäftigt wird. Also wie hoch sein Energieverbrauch ist. Ältere Tiere sollen meist weniger Futter bekommen, einfach weil sie sich im sehr hohen Alter nicht mehr ganz so viel bewegen. Jüngere Tiere hingegen könnten mehr benötigen. Das kann man stumpf jedoch so nicht sagen, denn gerade in den Wintermonaten heißt es für viele adulte Junghunde Leben auf Sparflamme.

Doch manchmal ändern sich auch die Umstände und man muss vielleicht einmal mit einem Training aufhören oder es reduzieren. Würde man dann seinem Hund die gleiche Menge füttern, die aber auf einen hohen Energiebedarf ausgelegt ist, würde er sehr schnell Gewicht ansetzen. Und leider ist Übergewicht auch für unsere Tiere nicht gesund.

FUTTERMENGENRECHNER

Im Netz gibt es eine Vielzahl an Futtermengenrechner, mit denen man die Menge des Fertigfutters ermitteln soll. Die meisten Rechner dieser Art fragen ab, wie schwer das Tier im Idealfall ist. Das heißt man gibt, im Falle eines bereits übergewichtigen Hundes jetzt schon das Gewicht ein, was es wünschenswerter Weise haben sollte. Danach folgen klassische Fragen zur Aktivität.

Ausgespuckt wird dann die zum eingegebenen Tier passende Kilokalorie (kcal) nebst Megajoule (MJ). Das hilft dir vermutlich wenig weiter, so dass du bei umfassenderen Rechnern nun noch erfassen musst, welche Angaben auf der Verpackung des Alleinfutters stehen. Angegeben werden muss wie hoch Rohprotein, Rohasche, Rohfaser, Rohfett und Feuchte, sowie der NfE sind. All das geben die Hersteller aufgrund der gesetzlichen Deklarationspflicht auf der Verpackung an.

Der Futtermengenrechner wird nach der Eingabe dann sagen, wie viel Gramm Hundefutter genau von dieser Sorte des Herstellers dein Hund erhalten müsste.

Solche Rechner findest du zum Beispiel hier und auch hier.

ENERGIEBEDARF VS NÄHRSTOFFBEDARF

Während man den Energiebedarf unter Umständen mithilfe solcher simplen Rechner ermitteln kann, sagt das Ergebnis wenig über die benötigten Nährstoffe aus, die dein Tier benötigt. Diese lassen sich mithilfe eines Online-Rechners eher nicht ermitteln. Denn eine solche Ermittlung setzt voraus, dass man weiß, wie hoch der Nährstoffbedarf des jeweiligen Hundes ist. Diese Nährstoffe sind Proteine, Fettsäuren, Vitamine und Mineralien. Da die wenigsten Futtermittelhersteller detailgenau notieren, was alles im Fertigfutter vorhanden ist, lässt sich ein solcher Rückschluss nur schwer umsetzen – auch nicht für erfahrene Tierernährungsberater.

Deshalb empfehlen wir Fachleute auch in der Regel nicht nur einen Hersteller eines Futters dem Hund anzubieten, sondern auf 3-4 Hersteller und verschiedene Tierarten zu setzen. So vermeidet man eine Überversorgung mit einem Nährstoff oder einen Mangel. Denn i.d.R. unterscheidet sich von Hersteller zu Hersteller die Zusammensetzung.

Ist der Hund krank oder alt, kann man aufgrund der Erfahrung durchaus empfehlen, dass vielleicht ein bestimmtes Vitamin erhöht gegeben wird, wie B-Vitamine bei Nierenerkrankungen. Aber generell halte ich es für bedenklich das aus freien Stücken ohne eine fundierte Beratung durch den Tierarzt oder Tierernährungsberater zu tun. Zwar schadet nicht jede Überversorgung mit einem Nährstoff direkt. Langfristig könnte das aber unter Umständen passieren, denn nicht jeder Nährstoff ist wasserlöslich und wird im Überschuss über die Verdauung oder den Urin ausgeschieden.

REGELMÄSSIGES WIEGEN

Ich bin zwar jemand, der selbst auch eher ungern auf die Personenwaage steigt. Wenn es aber darum geht das Gewicht des Hundes festzuhalten, komme auch ich nicht drumherum. Mein Hund Pipo ist mit seinen 15-17 kg Körpergewicht zum Glück von der Größe und dem Gewicht einer, den ich noch heben kann. Auch wenn wir kein graziles Bild abgeben, wenn wir zusammen auf der Waage stehen. Ich wiege mich jedoch seit seinem Einzug regelmäßig mit ihm. Auch wir hatten im Winter weniger Bewegung, die Futtermenge blieb aber. Die gewohnten Leckereien auch. Und so zeigte die Waage schnell etwas zu viel an.

Bemerkt man das rechtzeitig kann man früh eingreifen und die Futtermenge reduzieren, ggf. auch die Menge der Leckereien anpassen. Das setzt aber voraus, dass man alle 14 Tage das Gewicht stets zur gleichen Tageszeit festhält. Wir wiegen meistens Sonntagnachmittag zur festen Uhrzeit. Zusätzlich prüfe ich durch Fühlen, ob sein Körperbau ideal ist. Das heißt ich ertaste die Rippen und blicke von oben auf ihn, ob man die Hüfte noch gut erkennen kann. Solltest du hier eine bildliche Hilfe brauchen, dann guck mal hier: Klick mich. Dort gibt es eine schöne Draufsicht auf den Hund, die recht selbsterklärend ist.

In meinem Podcast bin ich auf das Thema Übergewicht eingegangen. Die Folge der Tiersprechstunde findest du hier:

ZU DÜNN IST AUCH NICHT OPTIMAL

Eine Idealfigur liegt meist im Auge des Betrachters oder Halters. Mir begegnen beim Dogwalk viele Hunde, bei denen würde ich eher einen Hang in Richtung etwas zu viel sehen, ihre Besitzer finden es jedoch perfekt. Dass ein Hund zu dünn ist, gibt es eher bei Neuankömmlingen aus dem Auslandstierschutz oder sehr schlechter Haltung. Jene Hunde müssen erst einmal aufgepäppelt werden. Wichtig ist hier aber auch immer festzustellen, warum leidet ein Hund an Untergewicht? Denn es können dafür auch krankheitsbedingte Prozesse zuständig sein, ebenso wie ein parasitärer Befall.

Arbeitet die Darmflora nicht richtig, werden aufgenommene Nährstoffe nicht gut verarbeitet. Auch hier kann es sein, dass ein Tier zwar die notwendige oder sogar bereits die erhöhte Tagesmenge an Futter erhält, aber kein Gramm ansetzt. Zu dünn ist nicht gesund. Gerade im Winter fehlt den Hunden dadurch die Reserve, auf die der Organismus zurückgreift, um die Körpertemperatur zu halten. Die Hunde frieren leichter, benötigen eher einen Mantel. Sie können leichter an Infekten leiden.

PASSEND FÜTTERN

Letztlich liegt das Resümee des Artikels darauf, dass du lernst passend zu füttern. Dein Hund braucht, wenn ihr mal eine faule Woche habt, weniger aktiv seid, nicht zwingend die gleiche Menge an Futter. Und je älter er wird, möglicherweise erst Recht nicht – was von seinem Aktivitätsvolumen abhängig ist. Ich habe für meine eigene Hundehaltung nun einen Fahrplan mit reduzierter Futtermenge für solche „Sofa“-Tage (schlechtes Wetter, Krankheit des Menschen usw.), und weiß dass unser Hund eventuell etwas mehr bekommt, wenn wir sehr aktiv unterwegs sind (z.B. im Urlaub oder wenn wir in der Hundeschule viel trainieren).

Das muss jedoch jeder selbst für seinen Hund berechnen. Und wenn du hier Hilfe brauchst, dann sprich mich oder die bzw. den Tierernährungsberater/in deines Vertrauens an.

Alles Liebe für dich und dein Tier!

So gehts

PS.

Wenn du dich angesprochen fühlst und diesen Beitrag gerne teilen möchten, ist das ausdrücklich erwünscht, jedoch bitte nur durch Verlinkung hierher. Herzlichen Dank!

PPS.

Ich duze meine Leser und hoffe, dass ist für dich / Sie in Ordnung. Im persönlichen Gespräch können wir uns natürlich siezen.

HINWEIS

Ich muss darauf hinweisen, dass es sich gemäß § 3 des Heilmittelwerbegesetz (HWG) bei den hier vorgestellten Behandlungsmethoden um Verfahren der alternativen Medizin/Therapie handelt. Diese sind wissenschaftlich nicht anerkannt. Die von mir gegebenen Informationen zur Behandlung sind keine Garantie und weder als Heil- noch als Linderungsversprechen zu sehen.

Sonja Tschöpe - TIERHEILPRAKTIKERIN | TIERERNÄHRUNGSBERATERIN

DIE AUTORIN

Sonja Tschöpe ist ausgebildete Tierheilpraktikerin & Ernährungsberaterin für Hunde, Katzen und Kaninchen. Ihrer Berufung geht sie von ganzem Herzen seit über 10 Jahren nach. Sie ist Minimalistin – ihre Patienten bekommen lediglich das verordnet, was wirklich notwendig ist. Und nur nach einer umfassenden Anamnese, bei der sie die enge Zusammenarbeit mit Tierhalter und Tierarzt sehr schätzt. Sie ist ganz offen: Wenn sie keinen Rat weiß oder die falsche Ansprechpartnerin ist, sagt sie das. Mit ihrer Familie und Hund Pipo lebt sie in einem Mehrgenerationenhaus bei Düsseldorf. Im Herzen trägt sie ihre am 20.08.20 verstorbene Katze Mischu sowie 15 unvergessene Kaninchen.

Online-Beratung - Sonja Tschöpe - TIERHEILPRAKTIKERIN | TIERERNÄHRUNGSBERATERIN

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Wo du auch wohnst, ich helfe deinem Tier und dir gerne durch meine langjährigen Erfahrung als Tierheilpraktikerin und Tierernährungsberaterin mit meiner Online-Beratung.

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