Hunde, aber auch Katzen, sollten im Falle einer Erkrankung der Bauchspeicheldrüse ganz bewusst gefüttert werden. Entweder kurzzeitig, im Falle einer akuten Behandlung (z.B. im Rahmen einer akuten Pankreatitis) oder sogar langfristig, sollte eine chronische Erkrankung vorliegen (exokrine Pankreasinsuffizienz EPI oder Pankreasschwäche).

Was aber bedeutet eine angepasste Fütterung für Mensch und Tier? Und warum ist sie so wichtig? Die Bauchspeicheldrüse ist ein wichtiger Teamplayer der Verdauung. Wenn sie nicht richtig arbeitet, bekommen alle anderen Organe, primär der Darm, ebenfalls Probleme. Und die können ziemlich groß sein, je nachdem wie lange der Pankreas nicht richtig arbeitet. Hat dieses kleine, wichtige Organ die Arbeit ganz niedergelegt, kommt man um eine langfristige Therapie mit Pankreasenzymen nicht drumherum. Mehr dazu, habe ich bereits in meinem Blogartikel „Pankreasschwäche bei Hund und Katze“ verfasst, den ich Dir als ggf. zusätzliche Literatur ans Herz legen mag.

Es liegt auf der Hand, worauf man achten sollte, wenn ein Organ nicht mehr richtig arbeitet, das in erster Linie für die Spaltung von Fetten, Kohlenhydraten und Eiweiße zuständig ist. Und das ist:

  • Das Futter sollte fettarm/-reduziert sein.
  • Das Futter sollte aus leicht verdaulichen, hochwertigen Eiweißen bestehen.
  • Das Futter sollte möglichst keine Kohlenhydrate enthalten.

BARFEN BEI PANKREASERKRANKUNGEN

Die Umsetzung dessen gestaltet sich am einfachsten, wenn man seinen Hund bzw. seine Katze bislang selbst mit frischen Zutaten ernährt hat. Also gebarft wird oder man für sein Tier kocht. In diesem Fall prüft man die Zusammensetzung der Rezepte. Der tierische Anteil sollte bei 70 % liegen und möglichst viel hochwertiges Muskelfleisch und wenig Bindegewebe enthalten. Zum Bindegewebe gehört alles, was schwerer verdaulich ist und meist eher als Füllstoff (Satt-Macher) gegeben wird. Dazu gehören Magen, Lunge, Pansen, Euter usw. Es bedeutet also im Umkehrschluss, dass man neben Muskelfleisch nur auf Innereien (Herz, Niere, Milz, Leber) setzt. Der Fettgehalt sollte bei anfänglich 15 % liegen.

Bei den pflanzlichen Zutaten setzt man auf Gemüse und Obst und lässt Kohlenhydrate weg (Getreide, Pseudogetreide, Kartoffeln). Einbauen kann man Süßkartoffeln.

Da rohe Kost einen größeren Aufwand für die Organe besitzt, sollte für Hund / Katze das Futter gekocht bzw. gegart werden. Und da bei Hitze einige Vitamine „flöten“ gehen, muss man insbesondere B-Vitamine separat zufügen. Kochen bedeutet auch, dass keine rohen, fleischigen Knochen gegeben werden dürfen, denn Knochen darf man nicht kochen und sie roh zu geben scheidet wegen der Ernährungsanpassung ja aktuell aus! Deshalb muss zwingend zum Abdecken des Calcium-Bedarfs ein Supplement ergänzt werden. Ebenso natürlich für den Jod-Bedarf und ggf. weitere Nährstoffe (wie Mangan, Zink usw.).

Meine Empfehlung: Wenn du dein Tier in dieser Zeit bekochen möchtest, nimm dir eine/n fähige/n Tierernährungsberater/in ins Boot und lass dir einen passenden Plan erstellen.

FERTIGFUTTER FÜR DIE BAUCHSPEICHELDRÜSE

Aber auch mit industriell hergestelltem Futter kann man bei einer Pankreaserkrankung seinen Hund, seine Katze begleiten. Es muss jedoch nicht zwingend das meist tierärztlich vorgeschlagene Diätfutter sein. Das hat nämlich leider so seine Nachteile. Zwar ist der Fettgehalt reduziert. Doch es enthält oft kaum hochwertiges Muskelfleisch. Oft ist Bindegewebe enthalten, ebenso Getreide (und somit Kohlenhydrate).

Beim Trockenfutter haben wir zusätzlich die Problematik, dass oft Konservierungsmittel enthalten sind, die es lang haltbar machen sollen. Genau das brauchen die Verdauungsorgane nun nicht! Sie sollten schließlich nun möglichst wenig Aufwand haben, damit sich die Bauchspeicheldrüse schnell erholen kann.

Mehr Sinn macht es daher auf hochwertiges Nassfutter umzusteigen, auch wenn Katze oder Hund vorher trocken ernährt wurde. Pluspunkte hat nun, wer sich mit dem Lesen von Etiketten bereits befasst hat und die auf dem Etikett stehende Deklaration deuten kann. Dort sollte an erster Stelle Muskelfleisch genannt sein, danach Innereien (wie Leber, Herz, Niere, Milz). Fehlen muss Bindegewebe, Getreide (Reis, Kartoffeln usw.). Außerdem sollte man mit Milchprodukten aufpassen, auf die manche Hunde mit Pankreasschwäche empfindlich reagieren. Der Fettgehalt sollte sich unter 6 % Rohfett bewegen.

Im Folgenden stelle ich wenige Futtermittelhersteller vor, die aus meiner Sicht passende Kost für Hund /bzw. Hund und Katz anbieten:

Eines dieser Diätfutter für den gastroenterologischen Bereich stammt in Zusammenarbeit mit Tierärzten und kommt aus dem Hause Nutricanis. Es enthält bei der Sorte Gastro Intestinal für den Hund einen Anteil von 50 % von der Pute (Putenherz, Putenfleisch, Putenleber, Putenmagen, Putenhals). Zwar ist Magen enthalten, jedoch zu einem kleineren Anteil. Im Weiteren wurde 30,8 % Brühe, 6 % Quinoa, 3 % Zucchini, 3 % Kartoffel, 3 % Kürbis, 3 % Papaya, 1 % Mineralstoffe, 0,1 % Rapsöl, 0,1 % Lachsöl zugefügt.

Die Kartoffel ist der Klassiker, den man leider in vielen tierärztlichen Futtermitteln findet. Und das obwohl bekannt sein müsste, dass sie einen ausgesprochen hohen Kohlehydratanteil besitzt. Doch immerhin wurde ein Fischöl (Omega 3) zugefügt. Das gleicht bestimmt keine Kohlenhydrate aus, ist aber aus gesundheitlichem Aspekt insgesamt für das Verdauungsgeschehen förderlich.

Der Rohfettgehalt liegt bei 3,5%, was unschlagbar in diesem Segment ist.

Der Hersteller MjamMjam hat mit seinem „Gute Pute“ für den Hund auch ein solides Produkt geschaffen, doch auch hier findet sich mit Reis ein Kohlenhydrat. Der tierische Anteil ist jedoch höher (63%), auch hier ist etwas Magen enthalten. Ein Fischöl fehlt, was ich daher ergänzen würde. Der Fettgehalt liegt bei 6%. Bei der „Gute Pute“ für die Katze fehlt der Reis aus ernährungsphysiologischen Gründen. Der Fettgehalt liegt mit 6,5% etwas höher. Öle fehlen scheinbar gänzlich, weshalb ich hier ein Fischöl zugeben würde.

Auch Pets Deli geht mit seiner Sorte Pute beim Hund einen soliden Weg und liegt mit 66% tierischem Anteil recht hoch. Aber auch hier sind Putenmägen enthalten und mit Buchweizen auch ein Pseudogetreide. Als Öl sollte man hier ggf. auch ein Fischöl ergänzen.

Der Rohfettgehalt beträgt 5,4% und ist recht niedrig.

Für die Katze hat Pets Deli mit der Sorte Hühnerfilet auch eine gute Zusammensetzung gefunden, bei dem Getreide fehlt und auch kein Bindegewebe enthalten ist. Aber auch hier gibt es nur ein von der Katze nicht nutzbares Pflanzenöl (Leinöl). Somit müsste man auch hier ein von der Katze zu verstoffwechselndes Öl supplementieren. Der Rohfettgehalt liegt bei 5,4% und ist auch in einem reduzierten Bereich.

NAHRUNGSERGÄNZER FÜR DIE BAUCHSPEICHELDRÜSE

Als Tierhalter reicht einem oft die angepasste Ernährung und die schulmedizinische Begleitung nicht. Da muss es doch noch mehr geben, oder? Und dann googlet man und stößt auf diverse Pülverchen, Kräuter, Ratschläge von Menschen ohne medizinischen Hintergrund und von denen man nicht weiß, woher sie dieses Wissen haben. „Also die Tante meiner Freundin und dessen Nachbarin hat mal jemanden gekannt, die hat mal von dem Bruder einer entfernten Bekannten gehört, …..“

Möchte ich mich auf solche Tipps wirklich verlassen? Sicherlich zieht man als Tierhalter an jedem Strohhalm. Aber wenn ich doch nun mit einer soliden veterinärmedizinischen Diagnose und Therapie und einer durch einen fähigen Tierernährungsberater angepassten Fütterung auf einem guten Weg bin, warum nicht erstmal etwas Geduld haben?

Masse ist Mist! Kein Tier braucht Unmengen an Zeug. Und wenn mir mein Tier wichtig ist, hole ich mir lieber fachkundige therapeutische Ratschläge durch ausgebildete Tierheilpraktiker! Und hier wird ein fähiger THP vielleicht sogar nach Prüfung der aktuellen Umstände sagen, dass man erstmal abwarten sollte, ehe man zu viel Weiteres dem Tier verabreicht.

Was ich festhalten möchte, was die Bauchspeicheldrüse grundsätzlich mag, dann ist es eine vernünftige Ernährung. Und diese sollte sich nicht an Versprechen von Etiketten oder Warentestmagazinen orientieren, sondern an der Ernährungsphysiologie des Tieres. Bei Hunden ist gesunde Kost wirklich leicht umzusetzen. Viele Hunde machen problemlos Futterumstellungen mit. Bei Katzen sieht das mit ihrer ausgeprägten Neophobie schon wieder anders aus. Doch es ist nicht unmöglich. Einen tollen Kurs zur Futterumstellung von Katzen findest du hier: Gesundes Futter für die Katz, so klappt´s.

Wenn Du hier schon mit gutem Futter für deinen tierischen Liebling unterwegs bist, dann kannst du für die Bauchspeicheldrüse (primär beim Hund) hier und da mit Bitterstoffen arbeiten. Ernte doch im Frühling immer mal wieder etwas Löwenzahn, püriere ihn und füge einen TL dem Futter zu. Viele Kräuter besitzen einen hohen Anteil an Bitterstoffen, sind beim Dogwalk leicht zu finden und zu ernten und können mit etwas Wissen im Hundenapf landen. Auch hier möchte ich nochmal Kurswerbung machen, denn meine Kollegin, die Phytotherapeutin Tanja Hemmerling-Seifert, hat einen tollen Online-Kurs namens: Kräuter im Napf geschaffen. Insbesondere für die Anfänger dieses Themas.

Für Katzen sollte man jedoch mit Kräutern aufpassen und sich hier professionell beraten lassen, welche Kräuter man in welcher Menge überhaupt nutzen sollte. Ich persönlich rate hier: Finger weg!

Alles Liebe für dich und dein Tier!

So gehts

PS.

Wenn du dich angesprochen fühlst und diesen Beitrag gerne teilen möchten, ist das ausdrücklich erwünscht, jedoch bitte nur durch Verlinkung hierher. Herzlichen Dank!

PPS.

Ich duze meine Leser und hoffe, dass ist für dich / Sie in Ordnung. Im persönlichen Gespräch können wir uns natürlich siezen.

HINWEIS

Ich muss darauf hinweisen, dass es sich gemäß § 3 des Heilmittelwerbegesetz (HWG) bei den hier vorgestellten Behandlungsmethoden um Verfahren der alternativen Medizin/Therapie handelt. Diese sind wissenschaftlich nicht anerkannt. Die von mir gegebenen Informationen zur Behandlung sind keine Garantie und weder als Heil- noch als Linderungsversprechen zu sehen.

Sonja Tschöpe - TIERHEILPRAKTIKERIN | TIERERNÄHRUNGSBERATERIN

DIE AUTORIN

Sonja Tschöpe ist ausgebildete Tierheilpraktikerin & Ernährungsberaterin für Hunde, Katzen und Kaninchen. Ihrer Berufung geht sie von ganzem Herzen seit über 10 Jahren nach. Sie ist Minimalistin – ihre Patienten bekommen lediglich das verordnet, was wirklich notwendig ist. Und nur nach einer umfassenden Anamnese, bei der sie die enge Zusammenarbeit mit Tierhalter und Tierarzt sehr schätzt. Sie ist ganz offen: Wenn sie keinen Rat weiß oder die falsche Ansprechpartnerin ist, sagt sie das. Mit ihrer Familie und Hund Pipo lebt sie in einem Mehrgenerationenhaus bei Düsseldorf. Im Herzen trägt sie ihre am 20.08.20 verstorbene Katze Mischu sowie 15 unvergessene Kaninchen.

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Wo du auch wohnst, ich helfe deinem Tier und dir gerne durch meine langjährigen Erfahrung als Tierheilpraktikerin und Tierernährungsberaterin mit meiner Online-Beratung.

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