Seit wann kiffen Katzen, könntest du dich bei diesem Titel fragen. Gar nicht! Doch dieses Zitat möchte ich an dieser Stelle bewusst platzieren, weil dieser Artikel nämlich einer wundervollen Kundin gewidmet ist. Frau Schäfer, über 80 Jahre alt, ist wohl meine älteste Kundin und eine begeisterte Besucherin meiner Vorträge in der Volkshochschule. Dort lernten wir uns vor einigen Jahren kennen und sie bat mich um Rat für sich und ihre ältere Katze Rhana.

Rhana hatte gewisse altersbedingte Wehwehchen, über die wir sprachen. Primär ging es aber um eine Anpassung der Fütterung. Als die schöne Abessinier-Kätzin wieder einmal humpelte, fuhr Frau Schäfer mit ihr zum Tierarzt. Zurück Zuhause rief sie mich sodann an:

„Frau Tschöpe, was halten sie von Kiffen für die Katze?“

Und jetzt weißt du auch woher dieses Zitat stammt.

CBD-Öle bei Katzen anwenden

Die Tierärztin wollte noch nicht mit einem Schmerzmittel arbeiten. Sie schlug vor aufgrund Rhanas Alter ein Pulver einzusetzen, welches Hanfvollpflanzen-Extrakt und einige andere Stoffe enthält. Ich hatte zahlreiche gute Erfahrungen zur Anwendung von CBD bei Tieren gehört. Das genannte Produkt kannte ich jedoch bis dato nicht. Wer heilt hat Recht, also ausprobieren und prüfen.

Frau Schäfers Test machte mich selbst neugierig. Zu dieser Zeit hatte Mischu hier und da, bedingt durch zu langes Liegen, einen sehr steifen, staksigen Gang. Wir wussten, dass es eine leichte Arthrose war, so dass ich mir über das Internet dann auch ein CBD-Öl zulegte. Während Rhana ihr tierärztlich verordnetes Pulver ohne Murren nahm (und sie war ansonsten sehr wählerisch), verweigerte Mischu alles, worin das Öl auch nur im Ansatz zu riechen war. Verstecken war also sinnlos. Viel Geld für nichts.

Ich war jedoch angetriggert und begann mit einer intensiven Recherche, was jetzt genau den Hype um die Hanfpflanze ausmacht.

Das Endocannabinoid-System (ECS)

Jedes Lebewesen besitzt ein umfassendes Nervensystem. Das ist dir sicher nichts Neues. Das ECS (in Gänze endogenes Cannabinoid-System) ist Teil davon. Die Rezeptoren sind im Körper unterschiedlich versteilt. Die CB1 Rezeptoren finden sich primär in den Nervenzellen (Kleinhirn, aber auch im Darm). Die CB2 Rezeptoren sind Teil des Immunsystems. Geht es einem Lebewesen gut, dann könnte man so sagen, sind diese Rezeptoren geschlossen. Tritt jedoch ein Ungleichgewicht auf, z.B. durch Stress, durch Schmerzen o.ä., dann werden im Körper selbst hergestellte Cannabinoide ausgestoßen. Dieses eigens hergestellte Produkt nennt sich Anandamid. Aus dem Sanskrit abgeleitet steht es für Glückseligkeit. Es soll den Körper zurück in seine Mitte bringen.

Wenn du dich nun fragst, warum man dann nicht das eigens hergestellte Anandamid nutzt, um sich wieder wohl zu fühlen, so liegt das an der begrenzten Wirkdauer. Die Wirkung des ausgeschütteten Anandamid lässt schnell nach, weshalb man hier auf Cannabinoide ausweichen kann, die man dann zweimal täglich gibt bzw. zu sich nimmt. Durch diese Gabenhäufigkeit kann man eine längere Wirkdauer des Glücksgefühls im Körper erreichen.

Jedes Lebewesen reagiert auf die Einnahme von CBD anders. Während die einen mit einer sehr geringen reduzierten Menge von nur wenigen Tropfen ein Wohlbefinden erfahren, braucht ein anderes möglicherweise die doppelte oder dreifache Menge. Das hängt von den Rezeptoren ab und ihrer Sensitivität. Es ist deshalb wichtig gerade zu Beginn mit einer geringen Tropfenanzahl zu starten, zu beobachten, ob und was sich tut und ggf. dann erst langsam die Menge zu steigern.

Auf dem Markt findest du eine Vielzahl von Herstellern, die unterschiedliche %-Angaben von CBD-Öl machen. Ich denke sehr logisch ist, dass je höher der prozentuale Anteil ist, umso eher siehst du vielleicht bei kleiner Dosierung eine Wirkung. Katzen haben einen sehr feinen Stoffwechsel, worauf ich gerne hinweise. Sie reagieren meist deutlich schneller und auch länger auf etwas, das zugeführt wird, weshalb wir immer vorsichtig dosieren sollten (Stichwort: Glucuronidierung). Du kannst deshalb auch mit einem CBD-Öl kleiner 6 % starten. Wenn du jedoch zu einem Öl mit größer 8 % greifst, denke einfach an eine reduzierte Tropfenmenge insbesondere am Anfang der Therapie.

Wie verabreicht man es am besten?

Die Wirkung von CBD-Öl erfolgt am effektivsten über die Schleimhäute des Mauls, am besten direkt aus der Pipettenflasche verabreicht. Doch welche Katze lässt sich das freiwillig gefallen? CBD-Öl schmeckt meist unangenehm – zumindest ich kann daran nichts Appetitliches finden. Teste es ggf. selbst einmal. Ich denke du wunderst dich über die abneigende Reaktion deiner Katze dann nicht mehr.

Deshalb nutzen die meisten Halter den Trick übers Futter oder eine beliebte Leckerei. Ist das CBD-Öl jedoch eingerührt, wird es meist über den Magen verdaut, was zu einer schlechteren Bioverfügbarkeit bedingt durch den Kontakt mit Magensäure führt und deshalb langsamer ggf. auch schlechter wirkt. Äußerlich kann man es ebenso anwenden, was man primär bei Palliativpatienten tut. Man träufelt etwas auf die Nase oder die Pfote. Das Tier soll es dann oral über die Zunge durch das Putzen aufnehmen. Doch auch hier gibt es nur eine bedingte Kontrolle. Schließlich weiß man nicht, ob das Tier sich geputzt hat (oder den Tropfen wegschüttelte) und wenn ja, welche Menge aufgenommen wurde.

In der Regel gibt man CBD-Öl zweimal täglich (morgens und abends). Nach der Gabe sollte man seine Katze in den ersten 2 Stunden beobachten können. Du liest also, ob die Gabe etwas mit ihr macht. Verändert sie sich? Was verändert sich an ihrem Verhalten? Oder passiert gar nichts? Im letzteren Fall kann das bedeuten, dass die verabreichte Dosierung zu gering war. Dann würdest du bei der nächsten Gabe einen Tropfen mehr verabreichen.

Was aber sollte sich zeigen? Ein Wohlbefinden! Das kann eine entspanntere Bewegung oder auch insgesamt ein ausgeglicheneres Verhalten sein, aber auch ein erhöhtes Schlafbedürfnis. Negative Nebenwirkungen zeigen sich nicht, wenn du mit der Dosierung vernünftig umgehst. Was teilweise Katzenhalter beobachten konnten war ein etwas weicherer Kotabsat, vielleicht bedingt durch das Öl (weniger durch CBD). Oder Erbrechen nach der Aufnahme, einfach weil das CBD-Öl unangenehm schmeckt.

Vorsicht Terpene

Einige CBD-Öle enthalten Terpene. Terpene können für Katzen eine Gefahr darstellen und zu Vergiftungserscheinungen führen, wenn diese zu viel aufgenommen werden oder äußerst schlecht vertragen werden. Die Symptome können sich in Zittern äußern, einer sehr starken Unruhe, Orientierungslosigkeit, motorischen Störungen und starkes Speicheln. Ich rate zum Kauf von Terpene-freien Produkten!

CBD-Öl bei Erkrankungen

Cannabinoide können vielfältig eingesetzt werden. Insbesondere bei psychischen Erkrankungen, die durch extremen Stress ausgelöst werden, kann es zu einem Ausgleich führen und damit zu einer wunderbaren Wandlung des Tieres. Sehr alten Katzen kann eine gewisse Dosis des CBD-Öls dazu helfen, sich etwas besser zu bewegen, vielleicht mehr Spielaktivität zu zeigen, den Appetit steigern und für einen tiefen, erholsamen Schlaf zu sorgen.

Auch bei chronischen Erkrankungen kann man sie nutzen, wie bei Allergien, Epilepsie, Krebserkrankungen usw. Hier gehört der Einsatz aus meiner Sicht jedoch in erfahrene Hände und sollte vom Tierarzt oder Tierheilpraktiker begleitet werden

Das leidige Thema Angst / Panik an Silvester kann man auch mit CBD-Öl angehen. Diese Empfehlung bekamen wir von einer tierärztlichen Fachangestellten, die daneben als ausgebildete Tierphysiotherapeutin CBD-Öle sehr oft bei ihren Patienten nutzt. Sie beriet uns sehr umfassend und empfahl, dass wir es im Falle eines sehr panischen Tieres möglichst schon 5-7 Tage vor Silvester zweimal täglich geben sollten. In unserem Fall sollte es bei unserem Hund vom Jahreswechsel zu 2021 zum Einsatz kommen. Wie du weißt, fiel die Silvesterknallerei zum Glück vielerorts durch die Beschränkungen der Regierung coronabedingt aus. Ein Glück für die Tiere und auch für unseren Hund Pipo. Doch dadurch kann ich dir heute keine Erfahrung zur Gabe an Silvester liefern. Ich würde es aber zu gegebener Zeit ausprobieren. Katzen kiffen nicht, das ist auch gut so. Ich bin meiner Kundin Frau Schäfer allerdings so dankbar, für dieses wunderbare Statement, das sich tief eingebrannt hat. Das mich zum Schmunzeln bringt und in der Tat der Start war, sich tiefer mit CBD Ölen im Einsatz bei Tieren zu befassen.

Alles Liebe für dich und dein Tier!

So gehts

PS.

Wenn du dich angesprochen fühlst und diesen Beitrag gerne teilen möchten, ist das ausdrücklich erwünscht, jedoch bitte nur durch Verlinkung hierher. Herzlichen Dank!

PPS.

Ich duze meine Leser und hoffe, dass ist für dich / Sie in Ordnung. Im persönlichen Gespräch können wir uns natürlich siezen.

HINWEIS

Ich muss darauf hinweisen, dass es sich gemäß § 3 des Heilmittelwerbegesetz (HWG) bei den hier vorgestellten Behandlungsmethoden um Verfahren der alternativen Medizin/Therapie handelt. Diese sind wissenschaftlich nicht anerkannt. Die von mir gegebenen Informationen zur Behandlung sind keine Garantie und weder als Heil- noch als Linderungsversprechen zu sehen.

Sonja Tschöpe - TIERHEILPRAKTIKERIN | TIERERNÄHRUNGSBERATERIN

DIE AUTORIN

Sonja Tschöpe ist ausgebildete Tierheilpraktikerin & Ernährungsberaterin für Hunde, Katzen und Kaninchen. Ihrer Berufung geht sie von ganzem Herzen seit über 10 Jahren nach. Sie ist Minimalistin – ihre Patienten bekommen lediglich das verordnet, was wirklich notwendig ist. Und nur nach einer umfassenden Anamnese, bei der sie die enge Zusammenarbeit mit Tierhalter und Tierarzt sehr schätzt. Sie ist ganz offen: Wenn sie keinen Rat weiß oder die falsche Ansprechpartnerin ist, sagt sie das. Mit ihrer Familie und Hund Pipo lebt sie in einem Mehrgenerationenhaus bei Düsseldorf. Im Herzen trägt sie ihre am 20.08.20 verstorbene Katze Mischu sowie 15 unvergessene Kaninchen.

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