Wenn man in der Trauer gefangen ist, ganz gleich ob das geliebte Tier im Sterben liegt oder aber bereits verstorben ist, sieht man meist nicht diese unglaubliche Menge an Möglichkeiten, wie eine Bestattung umgesetzt werden könnte. Und so erlebe ich nicht gerade selten, dass mich Tierhalter (meist sind es meine Podcast-Hörer) ansprechen, ihnen wäre diese oder jene Bestattungsform neu gewesen.

Oder wusstest du, dass man aus der Tierasche bereits schöne Schmucksteine herstellen lassen kann? Es muss nicht immer das Einäschern sein, es gibt sehr viele wunderbare Möglichkeiten, wie man sich kostbare Erinnerungen schaffen kann, die einzigartig sind. Und darauf möchte ich heute in diesem Blogbeitrag eingehen.

der klassiker

Sicherlich gehörte vor 20 Jahren noch für viele Menschen das Belassen des verstorbenen Tieres beim Tierarzt zum Standard. Einfach weil es für viele Tierhalter keine anderen Möglichkeiten gab. Kein eigener Garten. Vielleicht nicht das Geld für ein Einäschern. Vielleicht auch nicht den Wunsch oder die Sehnsucht danach, eine Urne auf einem Regal stehen zu haben. Heutzutage kenne ich kaum einen Haushalt mit Tieren, der nicht mindestens ein Tier im eigenen Garten beerdigt hat oder bei dem keine Urne irgendwo steht.

Doch den Weg, ob man das eine oder andere möchte, muss dabei jeder für sich entscheiden. Es gibt hier kein richtig und kein falsch. Es ist also für dich im ersten Schritt eine Herzensangelegenheit zu überlegen, was mit dem Körper deines Tieres passieren soll. Und dabei möchte ich betonen, dass gerade für unsere Tiere der leere Körper wie ein abgelegter alter Mantel ist. Eine leere Hülle, die ohne die Seele, das Leben in ihm einfach nicht mehr DAS ist, was es mal war. Doch es ist das, was wir noch sehen und greifen können. Deshalb macht es den Körper auch so kostbar und deshalb können wir uns nur schwer von unserem verstorbenen Tier lösen oder sogar entscheiden, was damit passiert.

Wenn du ein eigenes Grundstück hast, dann kannst du bei Haustieren bis zu einer gewissen Größe das Tier in deinem eigenen Garten begraben. Allerdings empfehle ich hier immer zu prüfen ob die eigene Gemeindesatzung das tatsächlich zulässt. Hier in Deutschland gibt es doch einige Unterschiede. Und so hatte ich eine sehr liebe Freundin die in einem Landkreis lebte, die das Bestatten strikt untersagte. Außerdem ist es in einem Wasserschutzgebiet verboten. Was du auch beachten solltest ist, dass ein Abstand zu öffentlichen Wegen, aber auch dem Nachbargrundstück eingehalten werden sollte. Und wenn du dein Tier beerdigst, sorge dafür dass mindestens 60 cm Erde auf dem Tierkörper liegt.

Das Beerdigen in freier Natur, irgendwo in der Wildnis ist strikt verboten und kann mit einem Bußgeld bestraft werden.

Wer keinen eigenen Garten hat, kann einen nahegelegenen Tierfriedhof aufsuchen und dort sein Tier bestatten lassen. Immer mehr örtliche Friedhöfe gestatten mittlerweile, dass das Haustier mit ins eigene Grab dürfte. Auch hier sollte man sich örtlich beraten lassen und mit der Friedhofsverwaltung sprechen.

Das Einäschern in einem Tierkrematorium wird von vielen Tierhaltern gewählt. Meist wird die etwas teurere Form der Einzelkremierung genommen, bei der dann das Tier einzeln verbrannt und die Asche über eine ausgewählte Urne dem Tierhalter zurückgebracht wird. Was man dann mit der Urne bzw. der Asche macht, ist dem Tierhalter überlassen. Viele Tierhalter stellen diese in den Wohnraum. Denn Urnen sind oft unglaublich schöne Figuren, bei denen man auf den ersten Blick nicht erkennt, um was es sich genau handelt.

Animal Tree ist ein Anbieter, bei dem man eine Einäscherung nebst Baum für Garten, Terrasse, Balkon planen kann. Der Ablauf ist auf der Website sehr ausführlich erläutert.

Tabuthema tierkörperbeseitigung

Was sich viele Halter nicht trauen zu sagen ist, wenn der Tierkörper beim Tierarzt belassen wurde. Einfach weil Raum und Mittel fehlen. Vielleicht auch weil man an der leblosen Hülle nicht hängt. Eben weil Liebe und Erinnerungen bleiben und woanders genug Raum finden, um noch immer „da“ zu sein. Doch es ist verpönt. Wer sein Tier nicht mitnimmt, scheint es weniger zu lieben. Das ist völliger Blödsinn. Aber da wir Menschen sehr leicht im Verurteilen sind, vor allen Dingen dann, wenn wir andere Wege gehen können und wollen, sind wir mit solchen Äußerungen dann sehr schnell.

Auch ich habe meine ersten beiden Hamster beim Tierarzt gelassen. Ich hatte nur eine Stadtwohnung ohne Balkon. In der Natur vergraben, damit sich dann Fuchs oder Marder den Leichnam ausbuddelt? Das war mir zu gruselig. Und das es sowieso verboten war, wusste ich nicht. Doch ich hab es nicht bereut. Es war für mich der nötige Schritt. Und ich habe mir niemals Vorwürfe gemacht – eben weil Gizmo und Jerry dennoch weiter in Gedanken waren. Und sie eine Urne auf meinem Regal schlussendlich auch nicht wieder lebendig gemacht hätten…

Ich finde, es muss jeder Mensch für sich den richtigen Weg gehen. Doch den muss er erst einmal für sich finden.

Vielleicht möchtest du zu diesem Thema auch meine passende Podcast-Episode anhören, dann findest du sie per Klick auf das nachfolgende Bild:

ein bißchen exklusiver

Gerade Frauen lassen sich meist aus etwas Fell vom Tier ein Erinnerungsstück herstellen. Als mein Kaninchen Gomez starb, sandte ich etwas Fell ein und bekam zwei wunderschöne Kettenanhänger, die ich mir zuvor ausgesucht hatte. Eine liebe Kollegin hat sich aus dem Pferdeschweif einen Armreif herstellen lassen. Für solche Erinnerungsstücke reicht meist etwas Fell oder Haar aus. Man muss diese aber dann rechtzeitig entnehmen und auch in der richtigen Menge, die der Hersteller benötigt. Das kommt auf den jeweiligen Fabrikanten an, so dass man sich da selbst früh genug informieren sollte. Solche Hersteller sind z.B. Felljuwelen, Verschmucktundzugedreht oder equiartes.

Wer etwas tiefer in die Tasche greifen will und ein sicherlich einzigartiges Erinnerungsstück haben möchte, kann sich aus der Asche oder dem Fell auch einen Diamanten herstellen lassen (EverDear oder Cara AG). Wirklich wunderschön. Aber bei den Kosten musste ich ehrlich gesagt etwas schlucken.

Und dann gibt es noch eine nahezu endgültige Erinnerung in form eines Tattoos, das man sich vom Tierbildnis oder der Pfote, dem Huf o.ä. machen lassen könnte. Sehr viele Freunde und Kollegen tragen mittlerweile eine solch schöne Erinnerung auf dem eigenen Körper. Ich habe mir lediglich ein Pfoten“tattoo“ meiner Mischu auf ein Stück Papier machen lassen. Ich habe ihre Pfote nach dem Tod mit etwas grauer Farbe bemalt und auf ein Blatt Papier gedrückt. Diese Tatze ist nun eingerahmt bei ihrer Zeichnung, die die Künstlerin Vera Sistig von ihr anfertigte: Verartet

dein tier, dein weg, deine entscheidung

Jeder muss für sich den eigenen Weg finden. Ich für meinen Teil brauche keinen Erinnerungsort, weil mein Herz mit Erinnerungen überquillt. Es vergeht kaum ein Tag, an dem ich nicht irgendwie einen meiner Tiere gedenke. Kürzlich fand ich alte Youtube Videos meiner Kaninchen Linus und Zoora, Gomez und Felix. Ich war total gerührt und bewegt. Denn sie „lebend“ nochmal zu sehen, das war schon sehr beeindruckend, vor allem, weil diese Kaninchen teilweise schon sehr viele Jahre nicht mehr im hier und jetzt sind.

Die Urnen meiner Kaninchen sind tatsächlich sogar noch verpackt in einem Karton. Denn für mich sind sie „anders“ an meiner Seite, in meinem Leben. Und so musst auch du hier deinen Weg finden. Besonders schön können als Erinnerungen sogenannte Erinnerungsalben sein oder aber eine Ecke, in der man Fotos, vielleicht das Lieblingsspielzeug und sonstige Erinnerungen präsentiert. Wichtig ist, dass solche Orte zu Kraftorten werden. Denn da bin ich mir sicher: Unsere Vorausgegangenen möchten uns wieder lächeln sehen und vor allen Dingen auch fröhlich. Denn genau so hatten sie uns am liebsten. Und wenn wir es dann noch schaffen mit einem liebevollen Gedanken ihrer zu gedenken und sie weiter in unserem Leben zu haben, ich glaube dann machen wir alles richtig.

Der Tod löscht zwar das Leben aus, nicht aber die Liebe und Erinnerung.

Alles Liebe für dich und dein Tier!

So gehts

PS.

Wenn du dich angesprochen fühlst und diesen Beitrag gerne teilen möchten, ist das ausdrücklich erwünscht, jedoch bitte nur durch Verlinkung hierher. Herzlichen Dank!

PPS.

Ich duze meine Leser und hoffe, dass ist für dich / Sie in Ordnung. Im persönlichen Gespräch können wir uns natürlich siezen.

HINWEIS

Ich muss darauf hinweisen, dass es sich gemäß § 3 des Heilmittelwerbegesetz (HWG) bei den hier vorgestellten Behandlungsmethoden um Verfahren der alternativen Medizin/Therapie handelt. Diese sind wissenschaftlich nicht anerkannt. Die von mir gegebenen Informationen zur Behandlung sind keine Garantie und weder als Heil- noch als Linderungsversprechen zu sehen.

Sonja Tschöpe - TIERHEILPRAKTIKERIN | TIERERNÄHRUNGSBERATERIN

DIE AUTORIN

Sonja Tschöpe ist ausgebildete Tierheilpraktikerin & Ernährungsberaterin für Hunde, Katzen und Kaninchen. Ihrer Berufung geht sie von ganzem Herzen seit über 10 Jahren nach. Sie ist Minimalistin – ihre Patienten bekommen lediglich das verordnet, was wirklich notwendig ist. Und nur nach einer umfassenden Anamnese, bei der sie die enge Zusammenarbeit mit Tierhalter und Tierarzt sehr schätzt. Sie ist ganz offen: Wenn sie keinen Rat weiß oder die falsche Ansprechpartnerin ist, sagt sie das. Mit ihrer Familie und Hund Pipo lebt sie in einem Mehrgenerationenhaus bei Düsseldorf. Im Herzen trägt sie ihre am 20.08.20 verstorbene Katze Mischu sowie 15 unvergessene Kaninchen.

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