In meinem Blog-Artikel  „Zecken – ungeliebte Plagegeister“ nehme ich verschiedene Präparate gegen Zecken unter die Lupe. Nachdem im Februar 2020 Junghund Pipo zu uns zog, bekam das Thema Zecken für uns ein ganz anderes Augenmerk. Denn plötzlich berät man nicht nur andere darin. Man sucht selbst nach der Nadel im Heuhaufen, damit der eigene Hund möglichst zeckenfrei vom Dogwalk oder aus dem Garten ins Haus kommt.

ZECKENSCHRECK NACH DR. JUTTA ZIEGLER

Pünktlich zum Sommerbeginn stolperte ich über die Anzeige eines Herstellers (mit dem ich sehr gute Erfahrung habe). Zeckenschreck – ein pellettiertes Mittel, welches man in die Fütterung des Hundes integriert, um Zecken abzuwehren. Von den Inhalten her sind Cistrose/Zistrose, Brennnessel, Brunnenkresse und Bierhefe zugefügt. Zur besseren Aufnahme Hühnerfleisch getrocknet und gemahlen sowie Hanf-Öl. Außerdem Acerolakirschextrakt und Hopfen. Die Tierärztin Dr. Jutta Ziegler hat den Zeckenschreck zusammengestellt. Sie ist die Buchautorin von „Hunde würden länger leben, wenn….“. Nun gut. Probieren geht über Studieren. Ich wollte es bei Pipo testen. 14 Tage wurde es dem Futter zugefügt. Dennoch fanden wir die ein oder andere angedockte Zecke im Fell. Zwar nie viel, aber Unmengen an Zecken hatte er ohne das verabreichte Mittel sowieso nie. Sollte etwa Zeckenschreck seinem Namen keine Ehre machen? Eine Hundefreundin testete ebenfalls das Präparat und teilte mir mit, dass es bei ihrem Hund eine sehr gute Wirkung zeigte. Sie hätte vorher wesentlich mehr Zecken heraussammeln müssen, und jetzt keine bzw. fast keine.

ANTI-ZECKEN-ÖL FÜRS FELL

Während ich also Zeckenschreck oral verabreichte, tönte mein Mann der Hund müsse auch eingecremt werden. Er habe da einen Bericht über Schwarzkümmelöl gelesen…. Natürlich war es nicht mein Blogartikel dazu *zwinker*, aber ich wollte nun auch nichts mehr unversucht lassen. Da ich diverse Mittelchen besitze, testweise auch meine Tochter für den Waldkindergarten mit einer selbst hergestellten Anti-Zecken-Creme eingerieben habe, wollte ich dann doch neben der oralen Gabe auch die äußerliche Fell-/ Hautpflege ausprobieren.

Im Nu standen ein leerer Creme-Tiegel, etwas Kokosöl und außerdem Schwarzkümmelöl parat. Außerdem hochwertige ätherische Öle und zwar die Sorten Zistrose/ Cistrose und Rosmarin. Im ersten Schritt wurde das Kokosöl leicht erwärmt, um es dann flüssig in den Creme-Tiegel gießen zu können. Anschließend fügte ich 20 Tropfen Schwarzkümmelöl, sowie je 3-5 Tropfen Cistrose und Rosmarin-Öl hinzu. Alles wurde gut verrührt und anschließend zum Erkalten in den Kühlschrank gestellt.

Am nächsten Morgen holte ich das Behältnis heraus. Die Masse war schön fest und duftete (wie ich fand) sehr gut. Pipo hat gewelltes, kürzeres „Dackel“-Fell (wie seine Dog-Groomerin Alexandra Haugrund zu sagen pflegt), insbesondere an Bauch und Beinen. Sehr sparsam und nur punktuell fügte ich etwas von der Creme auf Brust, in die Achseln und seitlich der Rute. Er fand das ganze Prozedere alles andere als „gut duftend“. Danach wurde sich erstmal ausgiebig auf unserer Fussmatte gewälzt – half jedoch nur bedingt was. Er duftete weiter leicht nach Kräutern.

FAZIT NACH FAST 8 WOCHEN

Ich wiederholte die Prozedur alle 2-3 Tage, insbesondere wenn es sehr warm und sonnig war. Und ich war erstaunt. Pipo hatte keine Zecke mehr. Wir gingen die gleichen Wege, er war ebenfalls im Garten. Beim abendlichen Kuscheln und Felldurchsuchen wurde nicht ein Krabbeltier gefunden. Ob das auch im Urlaub so sein würde? Wir saßen Mitte Juni auf gepackten Koffern – es ging für wenige Tage nach Bayern, dann weiter nach Österreich. Sowohl Zeckenschreck, als auch das von mir hergestellte Öl kamen mit. An die tägliche Verfütterung dachte ich, doch mit dem Eincremen wurde ich nachlässig. In Bayern hatte ich es schlichtweg vergessen und siehe da, Pipo hatte eine Zecke am Maul. Danach wurde es wieder zuverlässig und punktuell aufgetragen. In Österreich war er zeckenfrei. Und das Ganze hielt sich seit ich wirklich regelmäßig mit dem Zecken-Hautöl arbeite. Pipo hilft es.

Ob es das auch bei anderen Hunden schafft? Ich weiß es nicht. Ich bin hier einfach etwas kritisch. Denn ich denke, es kommt auf diverse Umstände an.

Pipo ist noch sehr jung, hat ein starkes Immunsystem. Er wird hochwertig ernährt, ist gesund. Und er hat ein recht kurzes, welliges Fell (Mischung aus Perro de Agua Espanol und Dackel). Zudem wird er von uns noch ausschließlich an der Leine geführt, da er noch nicht 100% abrufbar ist. Wer weiß, was er alles anschleppen würde, wenn er leinenlos seine Freiheit auskosten könnte.

PROBIEREN GEHT ÜBER STUDIEREN

Es gibt eine solche Vielzahl an Anti-Zecken-Mitteln. Ganz ehrlich: Wenn du von etwas überzeugt bist, weil dein Hund weniger oder gar keine mehr hat und das Mittel deinem Tier nicht schadet, dann bleib auf deinem Weg. Wenn du aber verzweifelt nach dem Strohhalm suchst, der euch vor den lästigen Biestern bewahrt, kannst du gerne mein vorgenanntes Rezept ausprobieren, auf eigene Verantwortung. Und wenn du zu irgendeinem Produkt greifen möchtest, was das Word-Wide-Web als superduperhyper-Produkt anpreist, bitte sieh dir immer an welche Ausbildung die Hersteller haben und was im Mittel enthalten ist. Es ploppen jedes Jahr vorm Sommerstart diverse Werbeanzeigen hoch, die von hochkarätigen Werbeagenturen erstellt wurden. Ihr Ziel ist es weniger, dass dein Hund keine Zecken hat, sondern das ein Produkt besser verkauft wird. Der Name des Mittels und auch der Inhalt der Werbung ist völlig egal.

Wichtig ist, wer steckt hinter dem Produkt. Was hat die Person für eine Ausbildung / Kompetenz? Ist es ein Tierarzt, ein Tierheilpraktiker oder sonstig ausgebildeter tierisch Tätiger? Und was steckt in dem Mittel? Ist das etwas, was unschädlich ist? Was in der Kombi wirklich Sinn macht? Das solltest du prüfen.

Du möchtest mein Rezept ausprobieren?

Hier nochmal die Zutaten, wenn du für deinen adulten Hund das Anti-Zecken-Öl nach Sonja Tschöpe herstellen möchtest:

Du benötigst

  • 1 Verschraubbehältnis: geeignet ist z.B. ein leerer Creme-Tiegel, ein sauberes Marmeladenglas mit Deckel oder aber Kunststoffbehältnis aus der Apotheke
  • Schwarzkümmelöl: z.B. Bio-Schwarzkümmelöl aus dem Kräuterhaus Sanct Bernhard
  • Kokosöl: z.B. aus dem örtlichen Supermarkt
  • ätherische Öle Cistrose bio und Rosmarin Campher bio, z.B. aus dem Hause Primavera

Befülle das Gefäß mit dem Kokosöl, lasse jedoch etwa einen 1 cm breiten Rand frei. Danach erwärmst du das Kokosöl leicht. Sobald es flüssig ist, gießt du es in das vorgesehene Behältnis. Füge dann 20 Tropfen Schwarzkümmelöl hinzu, sowie jeweils 3-5 Tropfen Cistrose und 3-5 Tropfen Rosmarin. Rühre alles gut um und verschließe das Behältnis. Stelle es anschließend in den Kühlschrank, damit es sich verfestigen kann. Nach wenigen Stunden kannst du das Öl bereits nutzen.

Mein kleines DIY-Video dazu gibt es hier: https://www.youtube.com/watch?v=sDVhPVAHO-w

Anwendung beim adulten Hund

Entnehme eine dünne Schicht und bestreiche damit nur punktuell deinen Hund, insbesondere an Brust, in den Achseln und ggf. Innenseiten der Oberschenkel sowie an der Rute. Sollte dein Hund dazu neigen an der Rute zu knabbern, bitte dort nichts eincremen! Es ist normal, dass dein Hund sich danach erstmal in irgendwas wälzt, um den Fremdgeruch loszuwerden. Wiederhole die Prozedur alle 2-3 Tage. Sollte es trotz Cremen zum Zeckenbefall in normalem Umfang wie zuvor auch kommen, setz das Produkt bitte ab. Denn dann weißt du es hilft deinem Hund leider nicht und sollte dann auch nicht unnötig gegeben werden.

Hinweis: Ich übernehme keine Verantwortung / Haftung, für deine Anwendung bei deinem Tier.

Ich wünsche dir ganz viel Erfolg mit meinem Öl. Schreib mir doch bitte, ob es bei dir auch funktioniert, aber auch wenn es nicht hilft. Das würde mich sehr interessieren.

 

Alles Liebe für dich und dein Tier!

So gehts

PS.

Wenn du dich angesprochen fühlst und diesen Beitrag gerne teilen möchten, ist das ausdrücklich erwünscht, jedoch bitte nur durch Verlinkung hierher. Herzlichen Dank!

PPS.

Ich duze meine Leser und hoffe, dass ist für dich / Sie in Ordnung. Im persönlichen Gespräch können wir uns natürlich siezen.

HINWEIS

Ich muss darauf hinweisen, dass es sich gemäß § 3 des Heilmittelwerbegesetz (HWG) bei den hier vorgestellten Behandlungsmethoden um Verfahren der alternativen Medizin/Therapie handelt. Diese sind wissenschaftlich nicht anerkannt. Die von mir gegebenen Informationen zur Behandlung sind keine Garantie und weder als Heil- noch als Linderungsversprechen zu sehen.

Sonja Tschöpe - TIERHEILPRAKTIKERIN | TIERERNÄHRUNGSBERATERIN

DIE AUTORIN

Sonja Tschöpe ist ausgebildete Tierheilpraktikerin & Ernährungsberaterin für Hunde, Katzen und Kaninchen. Ihrer Berufung geht sie von ganzem Herzen seit über 10 Jahren nach. Sie ist Minimalistin – ihre Patienten bekommen lediglich das verordnet, was wirklich notwendig ist. Und nur nach einer umfassenden Anamnese, bei der sie die enge Zusammenarbeit mit Tierhalter und Tierarzt sehr schätzt. Sie ist ganz offen: Wenn sie keinen Rat weiß oder die falsche Ansprechpartnerin ist, sagt sie das. Mit ihrer Familie und Hund Pipo lebt sie in einem Mehrgenerationenhaus bei Düsseldorf. Im Herzen trägt sie ihre am 20.08.20 verstorbene Katze Mischu sowie 15 unvergessene Kaninchen.

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