Tierische Gemütserkrankungen

Wie Blütenessenzen bei Tieren wirken können

Ich gebe es zu, bei mir landet das ein oder andere Haustier sinngemäß „auf der Couch“. Ich bin nicht nur Tierheilpraktiker, sondern zeitweise auch ein Psychiater oder Verhaltenscoach, wie es so schön heißt. Und das ist nicht immer so lustig, wie es klingt. Mittlerweile gibt es sehr viele tierische Freunde, die aufgrund eines Geschehens in der Vergangenheit oder aber wegen einer akuten Situation Hilfe auf der Seelenebene benötigen.

 

Da gibt es Kater Ferdi, der durch den Tod seines Kumpels so aus der Bahn geworfen wurde, dass er selbst seine Lebensfreude verlor. Oder den Labrador-Mix Socke, der nur schwer Vertrauen in sein neues Zuhause fassen konnte, weil er bereits durch diverse Hände und Tierheimaufenthalte gegangen war. Sicherlich: Vielleicht hätten diese beiden Beispiele auch ohne therapeutische Hilfe den Weg zurück ins glückliche Tierleben gefunden. Ihre Besitzer waren jedoch dieser Ansicht nicht mehr, nach unendlich vielen gescheiterten Animationsversuchen gepaart mit Geduld. So kam meine Person ins Spiel, denn ich schätze die Kraft der Blütenessenzen seit mehr als 10 Jahren in meiner Arbeit. Anfänglich primär als Laie an meinen eigenen Tieren studiert, wurde diese Therapieform über viele Jahre ein wichtiger Bestandteil meiner Praxis. Ich möchte diese Helfer an keinem Tag mehr missen, denn sie haben sehr vielen Tieren und ihren Menschen unheimlich geholfen.

 

Die Geschichte der Bachblüten in Kürze

 

Wer verstehen möchte wie man mit wenigen, gezielt ausgewählten Blütenessenzen bei Gemütserkrankungen unterstützen kann, muss sich mit der Entstehung der Therapieform beschäftigen. Es ist der englische Arzt Dr. Edward Bach, der 1930 seine gut laufende Praxis aufgibt, um sich nur noch dem Studium heilender Pflanzen zu widmen. Zu lange schon musste er durch die Beobachtung von Menschen insbesondere an seiner Arbeitsstätte feststellen, wie eng körperliche und seelische Erkrankungen miteinander vernetzt sind. Er wollte hier endlich etwas wirkungsvolles schaffen. Gemeinsam mit seiner Assistentin Nora Weeks fand er die ersten 9 Bachblüten. 6 Jahre später ist für ihn mit insgesamt 38 Bachblüten und einer sogenannten Notfallmischung die Schaffung der Bachblütenessenzen vollendet. Ganz bewusst wählte er nur Blüten von Pflanzen aus, die weder als Nahrungspflanze, noch als Giftpflanze galten, vielmehr als Unkraut anzusehen sind. Er wollte, dass sich die Menschen selbst heilen konnten („Heal Thyself“-Heile dich selbst), weshalb er seine Bachblütentherapie für jedermann verständlich darstellte. Aus seinen Plänen, diese Therapieform nun einer breiten Masse kontinuierlich vorzustellen, wird nichts. Edward Bach stirbt überraschend mit nur 50 Jahren. Seid Tod bedeutet nicht das Ende der Bachblüten, denn seine Mitarbeiter setzen die Studien bis 1978 fort. Mittlerweile gibt es in England das Bach-Centre, welches das wertvolle Erbe von Edward Bach in Erinnerung hält und seine Therapieform weiterleben lässt.

 

Die Wirkungsbandbreite

 

Die von Edward Bach gewählten Blüten stammen von Pflanzen höherer Ordnung, die jede für sich in einer bestimmten Frequenz wirkt und so auch auf ganz unterschiedliche Verfassungen eingehen kann. Für manche Wissenschaftler oder Skeptiker gehört die Bachblütentherapie in die Schublade der Scharlatane. Eine aus ihrer Sicht physikalisch nicht nachzuvollziehende alternative Behandlungsform, die nur greift, weil sich der Patient die positive Wirkung einbildet (sogenannter Placebo-Effekt). Ich respektiere diese kritische Einstellung. Allerdings bin ich froh, dass ich Tiere behandeln darf, die ihre Mischung meist heimlich untergejubelt bekommen und denen der Begriff Placebo eher nichts sagt.

 

Mögliche Verhaltensauffälligkeiten wie Ängste, Aggressionen, Traumen, Abneigungen kennen wir auch im Reich der Tiere. Manche sind durchaus rassebedingt, wie das mutig-forsche Jagdverhalten des Terriers oder der freundlich-zurückhaltende Charakter des Golden Retrievers. Die Eigenschaften einer Rasse lassen sich kaum behandeln. So wird aus dem mutigen Jagdhund eher kein ängstliches Sofatier. Ist etwas jedoch nicht rassebedingt, kann man es mithilfe der passenden Bachblütenessenz womöglich lösen. Hier ist es jedoch wichtig, dass der Mensch bereit ist während der Therapie mitzuarbeiten oder aber, wenn erforderlich, an seiner Haltung oder im Umgang mit seinem Tier etwas verändert. Insbesondere bei Tieren mit Geschichte, die ihr Vertrauen auf einen festen Platz im Leben durch diverse Vermittlungen und Tierheimaufenthalte schlichtweg verloren haben, erlebe ich sehr häufig eine relativ schnell eintretende Wesensveränderung. Es ist, als würde eine Last von den Schultern des Tieres fallen. Sie lernen zu vertrauen und sind wieder bereit ihr Herz zu öffnen. Das klappt oft sehr gut in Verbindung mit Liebe und Geduld.

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Zum Scheitern verurteilt

 

Neben den positiven Fällen gibt es allerdings auch jene, die zum Scheitern verurteilt sind. Ganz bewusst führe ich diese hier mit auf, damit man sich selbst klar machen kann, ob diese Therapiemethode für den eigenen Fall passend ist. Gerade in der Behandlung der kleinen Heimtiere (Kaninchen und Meerschweinchen) fällt mir immer wieder auf, dass es seitens des Menschen den großen Wunsch gibt, die gesamte Gruppe möge sich lieben. Erwarten wir hier nicht etwas zu viel? Wie erginge es denn uns selbst bei dieser Forderung: Wenn wir jemanden partout nicht riechen können und mit jener Person dauerhaft in einem geschlossenen Raum zusammenleben müssen, glauben wir ernsthaft mithilfe der Einnahme von Bachblüten kann daraus tiefe Liebe entstehen? Nun ja, vielleicht in Einzelfällen. Oft gibt es jedoch Konstellationen verschiedener Charaktere, bei denen das Motto heißen sollte „never change a winning team“. Die dort ausgetragenen Kämpfe sind zum Teil als völlig normal zu werten, als Revierstreitigkeiten bzw. Rangordnungsklärung. Bachblüten können allerdings helfen, dass sich die zuvor spinnefeinden Kaninchen unter Umständen besser vertragen, vielleicht sogar annähern und die vorherigen ausgetragenen Aggressionen zu einer Seltenheit werden.

 

Und auch im Mehrkatzenhaushalt ist es zeitweise sehr schwer ohne begleitende Hilfe einer Katzenverhaltensberatung alleine mit Bachblüten zum Erfolg zu gelangen. Aus diesem Grunde empfehle ich hier im Rahmen der Anamnese gerne die Hinzunahme einer kompetenten Kollegin/eines kompetenten Kollegen, damit die Bachblütentherapie noch effektiver greifen kann. Einen sehr schönen Fall habe ich mit einem Hundepatienten erlebt. Foxy war ein mutiger West Highland Terrier, der als Welpe immer dann auf den Arm genommen wurde, wenn ein anderer, meist größerer Hund beim Spaziergang um die Ecke gebogen kam. „Vorsorglich“, wie mir die Halter versicherten. Diese liebgemeinte Vorsorgemaßnahme verstand Foxy jedoch anders. Und so kam es, dass sich im Laufe der Jahre aus dem anfänglich so coolen Welpen ein Kläffer entwickelte, der immer dann zur Furie wurde und meinte seine Halter beschützen zu müssen, wenn ein größerer Hund auftauchte. Das Ergebnis jahrelanger falscher Erziehung. Selbst wenn die Bachblüten ihn deutlich entspannter werden ließen, nur mithilfe einer zusätzlichen Schulung von Frauchen und Herrchen durch einen Hundetrainer wurde er Artgenossen gegenüber offener.

 

Darüber hinaus gibt es auch Fälle, die an einer professionellen Behandlung scheitern, weil die zum Glück sehr wenigen Tierhalter partout nicht bereit sind, sich selbst zu ändern oder den Lebensraum ihres Tieres so anzupassen, dass man es im weitesten Sinne als tiergerecht bezeichnen kann. Hier darf ich durchaus frech formulieren: Die Tiere sind nicht das Problem, es ist ihr Mensch, der Hilfe braucht.

 

Ablauf der Behandlung

 

Am Anfang jeder Behandlung sollte eine ausführliche Anamnese stehen. Hier wird seitens des Tierhalters das gesamte Leben des Tieres (sofern bekannt) offengelegt. Sich nur auf die akute Problematik zu konzentrieren macht für mich meist wenig Sinn, denn manche Lösungsansätze liegen einfach in der Vergangenheit begraben. Da manche Tierpatienten selten das unschöne Verhalten vor Zuschauern zeigen, arbeite ich gerne mit Videoaufzeichnungen und kann so analysieren, wie sich das Tier verhält und auch sein Umfeld. Erst wenn alle Fragen geklärt sind wird der Therapieplan erstellt. Da ich die englischen Bachblütenessenzen vorziehe, die apothekenpflichtig sind, erhält der Tierbesitzer von mir ein Rezept. Mit diesem kann er sich über eine örtliche Apotheke oder aber selbst die benötigte Bachblütenmischung herstellen lassen kann. Mithilfe der schriftlichen Anweisung bekommt das Tier durch seinen Besitzer dann die Tropfen oder Globuli. Nach etwa 10 bis 14 Tagen erfolgt ein erstes Feedback, sofern es nicht schon eher etwas zu berichten gibt. Von einer dauerhaften Gabe halte ich wenig. Wenn sich nach insgesamt 21-28 Tagen korrekter Gabe sowie ggf. einer in diesem Zeitraum angepassten Mischung nichts ändert, muss ein anderer Weg gewählt werden.

 

Von Herzen alles Liebe für Sie.

 

DIE AUTORIN

 

Sonja Tschöpe ist ausgebildete Tierheilpraktikerin und Ernährungsberaterin (für Hund und Katze) mit mobiler Praxis. Ihrer Berufung geht sie von ganzem Herzen seit mehr als 10 Jahren nach. Sie ist Minimalistin, das heißt ihre Patienten bekommen nur soviel verordnet wie zwingend notwendig ist und das nur nach einer umfassenden Anamnese, bei der sie die enge Zusammenarbeit mit Tierhalter und Tierarzt sehr schätzt. Sie ist ganz offen: Wenn sie keinen Rat weiß oder die falsche Ansprechpartnerin ist, gibt sie dies direkt kund. Mit ihrer Familie und der Katzenseniorin Mischu lebt sie in der Nähe von Düsseldorf.



P.S.

 

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Hinweis

 

Ich muss Sie darauf hinweisen, dass es sich gemäß § 3 des Heilmittelwerbegesetz (HWG) bei den hier vorgestellten Behandlungsmethoden um Verfahren der alternativen Medizin/Therapie handelt. Diese sind wissenschaftlich nicht anerkannt. Die von mir gegebenen Informationen zur Behandlung sind keine Garantie und weder als Heil- noch als Linderungsversprechen zu sehen.

Sonja Tschöpe – Tierheilpraktikerin

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