AUSLEITEN, DETOX, ENTGIFTEN BEIM HAUSTIER

Drei Begriffe bewusst kritisch betrachtet

„Frau Tschöpe, Sie müssten mir meinen Hund ausleiten. Er hat eine Behandlung bekommen und die nicht gut vertragen. Sie machen doch sowas?“ Ich hätte mich fast am Kaffee verschluckt, als die Anruferin ihre Frage gestellt hatte.

BEGRIFFSANALYSE

Detox, Entgiften, Ausleiten – Ich gebe zu, ich mag diese Begriffe überhaupt nicht, wobei mir Detox noch der liebste von allen ist. Und warum das so ist, dafür gibt es so ziemlich viele Beispiele, die ich in meiner Praxisarbeit erlebt habe. Ein Beispiel ist genau jener Hund, der entwurmt und außerdem bezüglich Ektoparasiten prophylaktisch behandelt wurde. Seitdem hätte er Durchfall. Vorsichtig frage ich nach, ob es denn zuvor irgendwelche Anhaltspunkte für einen Wurmbefall gegeben hätte oder er Hautparasiten hätte. Etwas genervt erhalte ich ein: „Wir entwurmen immer vorsorglich, man weiß ja nie. Und ich möchte auch keine Zecken und Flöhe in meinem Zuhause haben.“ Kann ich verstehen, auch ich liebe weder Zecken noch Flöhe und dennoch erhält unser Hund keine prophylaktische Chemiekeule. Wir sammeln Zecken ab und sorgen über das Futter vor, so dass es gar nicht erst zu einem großen Befall kommt. „Sie entgiften doch, oder?“ Sie wird ungeduldig.

Entgiften bedeutet – genauso wie Ausleiten und Detox (von Toxisch) – nichts anderes, als das man Giftstoffe aus dem Körper herausbekommen möchte. Beispielsweise wird nach einer Narkose seitens des Humanarztes oft verordnet, dass man genug Trinken soll, um die Nieren gut durchzuspülen. So kann man mithilfe von Wasser den Körper gut in seiner Reinigung unterstützen. Im Laufe der Jahre wurde dann jedoch gerade im Tierbereich alternativ ein Brimborium daraus gemacht, bei dem ich mich manchmal frage, wo der Schwerpunkt liegt. Sehr oft landen Tiere als Neukunden in der Praxis des Tierheilpraktikers, der dann erstmal mit x-Mitteln entgiftet, ausleitet. Hilft manchmal tatsächlich schon etwas, doch oft liegt die Ursache für z.B. Durchfall ganz woanders. Statt aber darauf direkt vernünftig einzugehen, müssen– so glauben das mittlerweile leider wirklich viele Tierhalter – erstmal alle Organe tiefengereinigt werden.

Was ich mich jedoch bei manchen Ent-Giftungen so frage: Warum habe ich bei meinem Tier denn überhaupt zugelassen, dass es prophylaktisch vergiftet werden konnte? Warum lasse ich Chemiebomben gegen Zecken zu, obwohl es bereits gut wirksame alternative Möglichkeiten gibt, die mit täglichem Absuchen des Fells viel verträglicher für die Nerven des Tieres sind. Und warum entwurme ich ohne Wurmbefall, statt wurmwidrige Kräuter zum Beispiel regelmäßig über die Ernährung zuzufügen, was viel verträglicher für den Organismus ist? Und wenn ich schon impfe, was durchaus sinnvoll sein kann, warum stehe ich dann nicht dahinter und will nach der Injektion erstmal die Impfung wieder ausleiten?

NEIN, ICH ENTGIFTE NICHT!

Am Ende der Leitung wird es kurz still, als ich der Anruferin diese Antwort gebe. „Oh, sie stehen aber in der Liste….“ Und dann unterbreche ich sie, was normal nicht meine Art ist und erkläre, wie ich arbeite und was mein Ansatz ist. Sie hört interessiert zu und verspricht sich zu melden. Wir wissen jetzt bereits beide, dass sie das nicht tun wird.

Ich entgifte nicht. Ich leite nicht aus. Ich prüfe bei meinem Tierpatienten immer erst einmal worum es eigentlich geht und natürlich auch, was das Krankheitsgeschehen ausgelöst hat. Und wenn ich ein Tier mit einer schlechten Verdauung habe, bei dem man vielleicht darauf deuten kann, dass zu viele Entwurmungen dazu geführt haben können, dass die Darmflora streikt, dann leite ich dennoch nichts aus. Ich baue auf! Ich prüfe hier beispielsweise durch einen Darmflora-Check über ein Labor, welche Darmbakterien Hilfe beim Wachstum brauchen und dann widmen wir uns diesen. Ich prüfe die Ernährung, was man ggf. präbiotisch darüber zugeben kann. Und ich berate, wie man als Tierhalter sich trotz Angst vor Würmern und co. auch anderweitig helfen und sein Tier schonender unterstützen kann. Das ist mein Ansatz.

Und nach einer Impfung mache ich gar nichts mehr, außer das ich empfehle sein Tier gut zu beobachten. Sollte es Symptome zeigen, dann muss sowieso der Tierarzt nochmal ins Spiel kommen. Ist aus seiner Sicht alles normal, kann ich durchaus mithilfe eines homöopathischen Einzelmittels auf die Symptome, die das Tier zeigt eingehen. Aber ich leite nicht mit einem homöopathischen Mittel namens X, eine Impfung aus, nur weil genau das Mittel in diversen Foren, Social Media Gruppen und Büchern als das „große Ausleitungsmittel“ steht. Das ist weder meine Welt, noch der Grundsatz der homöopathischen Lehre nach Samuel Hahnemann. Stattdessen würde ich die Symptome, die das Tier nach der Impfung zeigt, auswerten und individuell prüfen, welches der über 1000 Mittel am ähnlichsten ist und helfen könnte.

DAS FEELGOOD FÜRS TIER

Meist ist es – wenn man als Tierhalter mal ehrlich ist – doch so, dass wir mit einem unglaublich schlechten Gewissen medizinische Prophylaxe umsetzen. Wir wollen, dass unser Tier vor Krankheiten geschützt ist, erinnern uns aber noch genau an die letzte Impfung und das jaulende Hündchen auf dem Behandlungstisch. Natürlich bekam es danach ein Leckerchen, doch das schlechte Gewissen blieb. Wir leiden mit – was normal ist. Aber wenn wir das schon tun, sollten wir uns eher auf das Feelgood danach konzentrieren und weniger auf das „raus damit“.

Und mit Feelgood meine ich, dass man nach einer notwendigen Maßnahme ggf. etwas die hoffentlich hochwertige Fütterung des Tieres so pimpt, dass das Immunsystem gutes Futter bekommt. Antioxidantien für Hunde, kleine Heimtiere über frische Beeren. Tierische Öle (Lachsöl oder Krillöl) bei Hund und Katze. Es gibt viele Möglichkeiten mit kleinen Maßnahmen Großes zu erreichen. Und wenn eine Entwurmung, eine Ektoparasitenprophylaxe oder eine Impfung wirklich zu Symptomen geführt hat, dann sollte ich die näher unter die Lupe nehmen lassen und an Immunsystemaufbau denken.

Es gibt sehr viele fähige Kolleg/innen, die hier gezielt dann das Tier im Gesamten prüfen und einen Individualplan erstellen.

MEINE PODCAST-EPISODE PASSEND ZUM THEMA

Wenn ich Dein Tier unterstützen soll, nimm mit mir Kontakt auf, z.B. über mein Kontaktformular. Alternativ biete ich Dir an, wenn Du mir Deine PLZ und Deinen Wohnort verrätst, einmal in meinem Netzwerk nachzusehen, wo sich in Deiner näheren Umgebung ein/e kompetente/r Tierheilpraktiker-Kollege/in versteckt hat. Letzteres natürlich kostenfrei und unverbindlich.

Von Herzen alles Liebe für Dich und Dein Tier.

 

 

DIE AUTORIN

 

Sonja Tschöpe ist ausgebildete Tierheilpraktikerin und Ernährungsberaterin (für Hund, Katze und Kaninchen). Ihrer Berufung geht sie von ganzem Herzen seit mehr als 10 Jahren nach. Sie ist Minimalistin, das heißt ihre Patienten bekommen nur soviel verordnet wie zwingend notwendig ist. Und das nur nach einer umfassenden Anamnese, bei der sie die enge Zusammenarbeit mit Tierhalter und Tierarzt sehr schätzt. Sie ist ganz offen: Wenn sie keinen Rat weiß oder die falsche Ansprechpartnerin ist, gibt sie dies direkt kund. Mit ihrer Familie und dem Hunde“kind“ Pipo lebt sie in einem Mehrgenerationenhaus in der Nähe von Düsseldorf. Im Herzen trägt sie ihre am 20.08.20 verstorbene Katze Mischu sowie 15 unvergessene Kaninchen.

 

P.S.

 

Wenn Du dich angesprochen fühlst und diesen Beitrag gerne teilen möchten, ist das ausdrücklich erwünscht, jedoch bitte nur durch Verlinkung hierher. Herzlichen Dank!

 

P.P.S.

 

Ich duze meine Leser und hoffe, dass ist für Dich / Sie in Ordnung. Im persönlichen Gespräch können wir uns natürlich siezen.

 

Hinweis

 

Ich muss darauf hinweisen, dass es sich gemäß § 3 des Heilmittelwerbegesetz (HWG) bei den hier vorgestellten Behandlungsmethoden um Verfahren der alternativen Medizin/Therapie handelt. Diese sind wissenschaftlich nicht anerkannt. Die von mir gegebenen Informationen zur Behandlung sind keine Garantie und weder als Heil- noch als Linderungsversprechen zu sehen.

Sonja Tschöpe – Tierheilpraktikerin

Prälat-Marschall-Str. 18
42781 Haan / Deutschland
Telefon: +49 2104 211 88 80

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