Archiv 2009

Januar 09: Tiergerechte Ernährung

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Tiergerechte Ernährung ist vielen Tierhaltern ein Begriff. Die meisten orientieren sich an den sehr gut klingenden Werbeslogans wie "Katzen würden ... kaufen" oder "5-fach fit mit ...". Doch wie sieht es hinter diesen Versprechen aus? Woraus besteht der Inhalt vieler Katzen- und Hundefutter und was enthalten Mischungen für Nager und Nagetiere, für Vögel und Papageien? Ist das alles wirklich so gesund oder ist es eine große Seifenblase?

Häufig verrät ein Blick auf die Inhaltsstoffe der Dosen oder Kartonagen einen Großteil.

Katzen- und Hundefutter enthalten häufig Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse. Hinter diesen Begriffen verbirgt sich häufig Schlachtabfall, Knochen, Federn, Schnäbel und etliches mehr. Der Fleischanteil ist in vielen Dosen sehr gering. Zum Beispiel steht die Angabe 4% für nichts anderes, als dass von diesen Abfällen 4% von einem entsprechendem Tier (Huhn, Kaninchen usw.) stammen. Weder Katzen noch Hunde sind Aasfresser und würden sich normalerweise nicht über derartiges hermachen. Geschmacks- und Konservierungsstoffe sowie Zucker machen aus dem Fleisch jedoch eine begierig genommene Leckerei und sind dabei alles andere als gesund. Insbesondere der oft nicht gerade geringe Zuckeranteil kann zu vielen gesundheitlichen Problemen führen! Enthaltene pflanzliche Nebenerzeugnisse und Getreide sind meist nichts anderes als unter anderem zerstoßene Erdnussschalen und Getreideabfälle (vor allem viel Soja).

Bei vielen Nager/Nagetierfuttersorten und auch bei Vogel/Papageienfutter ist es für Tierhalter noch einfacher zuzugreifen oder aber die Packung stehen zu lassen: Konservierungsmittel, Farbstoffe, Backnebenerzeugnisse, Melasse, Molkereierzeugnisse, Milch, Zwiebackmehl, pflanzliche Nebenerzeugnisse uvm. haben in Meerschweinchen, Degu, Hamster, Kaninchen & co. absolut nichts verloren.

Tiergerechte Ernährung - (k)ein Buch mit sieben Siegeln! Nichts was man auf die Schnelle erlernt und anwendet, denn gerade bei einer Ernährungsumstellung machen viele Tiere nur ungern mit. Gerade anfänglich wird das gesunde Futter von vielen verweigert. Der hier streng bleibende Halter gewinnt.

Wer sein Tier gesund und richtig tiergerecht ernähren möchte, der sollte versuchen sich erst einmal über die Ernährung des Tieres zu informieren. Kaninchenhalter sollten das Fressverhalten von Wildkaninchen beobachten. Hundehalter das der Wölfe und Katzenhalter einen Blick in das Fressverhalten von Wildkatzen wagen. Auf diesem Wege wird ein Großteil verständlicher. Im Anschluss daran ist es wichtig die Spreu vom Weizen zu trennen - nicht jedes Buch oder jede Internetseite klärt über die richtige Fütterung auf. Eine Futterumstellung ist daher sicherlich nicht von heute auf morgen erledigt, doch warum sich nicht jetzt, insbesondere zu Beginn eines neuen Jahres Zeit für dieses Thema nehmen? Im Zweifelsfall helfen viele Tierärzte und Tierheilpraktiker auch gerne weiter.

Wer mehr über die Ernährungsmärchen lesen möchte:
Katzen würden Mäuse kaufen: Schwarzbuch Tierfutter von Hans-Ulrich Grimm

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