Archiv 2010
Jan./Februar 2010: Die Linderung von Krankheiten
» zurück zu Archiv 2010Das Ziel einer jeden Therapie ist sicherlich die vollständige Heilung. Dahinter verbirgt sich die Wiederherstellung der Lebenskraft und zwar in den Zustand, in dem sie sich vor der Erkrankung befunden hat.
Leider ist dies nicht immer möglich. Manchmal kann man das geliebte Tier nur noch begleiten, insbesondere wenn es an einer unheilbaren Krankheit oder aber unter typischen Alterskrankheiten leidet. In diesen Fällen kann mithilfe alternativer Therapien einiges erreicht werden, um dem Tier "Linderung" zu verschaffen. Das bedeutet die Symptome werden soweit gelindert, damit das Tier möglichst angenehm weiterleben kann.
Natürlich stellt sich die Frage, was gilt als unheilbar - schließlich stirbt die Hoffnung bekanntlich zu letzt. Und das ist auch gut so. Sicherlich kennen auch Sie einen Fall, bei dem eine Diagnose gestellt wurde und das Tier noch viele Jahre auf Erden verbringen durfte. Ob man in einem solchen Erlebnis von Heilung sprechen kann, lässt sich nur von Fall zu Fall bei näherer Betrachtung sagen. Doch egal wie: Es zählt das Resultat.
Manchmal bemerkt man erst im Laufe einer alternativen Behandlung, dass man plötzlich nur noch begleitet und lindert. Die Lebenskraft setzt nur noch leichte Impulse ab und reagiert nur noch kurzzeitig auf das Präparat, selbst bei einem Mittelwechsel. Selbst in diesem Fall kann ein Tier noch sehr lange Zeit sein Leben genießen.
Eine derartige therapeutische Begleitung kann auf vielerlei Arten vollzogen werden. Wichtig ist das Tier nicht zu sehr zu stressen und ihm nur das zuzumuten, was ihm gut tut. Dazu zählt auch die entsprechende Gestaltung des Alltags.
Mein im Oktober 2009 verstorbenes Kaninchen Linus litt an einem chronischen Schnupfen. Ich bat meine Dozentin ihn als Patienten aufzunehmen und homöopathisch auszuwerten. Sie repertorisierte für ihn ein Mittel. Anfangs ging es Linus deutlich besser. Wir hatten wunderschöne Monate, bis zum Herbst hin sein Zustand wieder schlechter wurde. Erneut wurde er ausgewertet und ein Mittelwechsel vollzogen. Es schlug jedoch nichts mehr wirklich tiefgreifend an. Nur noch kurzzeitig ging es ihm besser. In diesem Fall konnte Linus zwar nicht geheilt werden, doch er bekam dank der Behandlung noch einen fast beschwerdefreien Sommer und Herbst geschenkt, bis er für immer einschlief. Denn manchmal ist auch der Tod die einzige Heilung.
Ihnen und Ihren Tieren von Herzen alles Gute
Sonja Tschöpe