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Diagnose HotSpot (Pyotraumatische Dermatitis)
Die Diagnose HotSpot kann viele Hunderhalter insbesondere während der warmen Jahreszeit „in den Wahnsinn treiben“. Der Hund beißt und leckt und beißt und leckt und die eitrige Entzündung wird schlimmer und schlimmer.
Es gibt einige Punkte, die parallel zu einer schulmedizinischen und/oder alternativen Therapie vom Tierhalter umgesetzt werden sollten.
Ernährung
Je gesünder die Ernährung, umso besser! Trockenfutter entzieht dem Körper wichtige Flüssigkeit und somit auch der Haut. Es kann Juckreiz entstehen und auf diesem Wege ein vorhandenes Ekzem noch verschlimmern.
Wurde bislang nur Trockenes gefüttert, sollte eine Umstellung auf frische Kost langsam und in kleinen Mengen erfolgen. Ansonsten wird die Verdauung leicht überstrapaziert – es kann zu Durchfall führen, was vom Tierhalter oft als Unverträglichkeit bezeichnet wird. Dabei würde der Hund die frische Kost durchaus vertragen, seine Verdauung ist daran jedoch gar nicht mehr gewohnt.
Wissenswertes rund um die gesunde Hunde-Ernährung findet sich in den sehr günstigen Ratgebern namens BARF der Autorin Swanie Simon (u.a. erhältlich im www.barfshop.de oder über amazon).
Zusätzlich wirken folgende Produkte in der Ernährung positiv auf das Hautklima:
- 2-3 x wöchentlich 1-2 TL Sonnenblumenkerne (sofern der Hund diese mag) übers Futter.
- Hanföl oder das noch hochwertigere Borretsch-Öl. Der sehr hohe Anteil von 20-24 % Gammalinolensäure wirkt entzündungshemmend und lindert Juckreiz.
- Biotin ist bei Hauterkrankungen (insbesondere stark entzündete Wunden) hilfreich. Es ist z.B. in Eigelb enthalten, aber auch in Bierhefe. Als tägliche Leckerchen gibt es Bierhefe-Tabletten für Hunde im Zoofachgeschäft. Viele meiner Kollegen beziehen jedoch normale 100 % Bierhefe-Tabletten aus dem Reformhaus.
- Der Ernährung kann während der HotSpot-Behandlung Hagebuttenpulver (z.B. vom www.barfshop.de) zugeführt werden. Die Dosierungsangaben finden sich auf der Verpackung. Dieses Pulver stärkt das Immunsystem.
Verabreichtes Dosenfutter sollte möglichst hochwertig sein. Das bedeutet frei von Konservierungsmitteln, möglichst keine bis sehr wenig Rohasche und ein nahezu 100%tiger Fleischanteil. Folgende Produkte bieten sich an z.B. von Kiening Hundefutter.
Trockenfutter sollte möglichst reduziert verabreicht werden, z.B. als Beilage zum Nassfutter. Wichtig ist, dass es kein Getreide insbesondere kein Weizen enthält. Hier geht es weniger um mögliche Allergien, die zur Hautreaktion führt. Es geht vielmehr darum, dass Weizen Gluten enthält, was von vielen Lebewesen schlecht vertragen wird. Zum anderen kann Weizen den Körper unnötig belasten, insbesondere bei Tieren mit Krebserkrankungen, Problemen mit den Gelenken, Epilepsieleiden, Hefepilzbefall oder sonstigen Allergien.
Entweder fügt man sogenanntes Pseudogetreide zu: Hirse, Amaranth, Quinoa, Sesam. Oder man füttert getreidefreie Flocken, die es z.B. bei Lunderland gibt (bitte Vorsicht, auf der Website finden sich auch Flocken inklusive Getreide!).
Sehr hochwertig ist gekochtes Gemüse! Dies wird von Hunden sehr gerne angenommen.
Linderung
Nach der homöopathischen Fallaufnahme kann mithilfe verdünnter Calendula-Essenz Erste-Hilfe geleistet werden. Diese gibt es (z.B. von WELEDA oder DHU) rezeptfrei in der Apotheke zu erwerben. Zur Herstellung kochen Sie bitte ¼ l Wasser und geben nach dem Abkühlen dessen 1-2 TL Calendula Essenz hinzu. Anschließend mit einem fusselfreien Tuch auf die HotSpots auflegen und diese „einweichen“. Calendula wirkt desinfizierend und beruhigend, es lindert den Juckreiz.
Am sinnvollsten ist es bei langhaarigen Hunderassen das Fell um den HotSpot herum so zu kürzen, dass genügend Luft an das Ekzem kommt.
Baden ist tabu! Bis auf weiteres ist das Baden in Gewässern erst einmal tabu. Denn dadurch kann sich der Hund immer wieder neue Bakterien holen, die sich gerne in solch offenen „Wunden“ einnisten.
Die Körperreinigung sollte mithilfe eines Bades mit einer schonenden Seife erfolgen, z.B. mit der „Hundeseife zur Hautpflege“ aus dem www.barfshop.de. Alternativ kann das „Bade-/Dusch“-Wasser auch mit Calendula Essenz erfolgen. Dazu 3 EL Calendula-Essenz in 1 l Wasser geben und den Hund damit abwaschen. Im Anschluss sollte er gut abgetrocknet werden.
Für die kleine Linderung für unterwegs bietet sich eine Sprühflasche an. Solche Leerflaschen mit Zerstäuber gibt es in vielen Apotheken. Es reicht eine 10-20 ml Flasche. Es wird nun nach vorgenanntem Rezept (¼ l Wasser zum Kochen bringen, nach Abkühlen 1-2 TL Calendula Essenz zufügen) diese Flasche aufgefüllt. Beginnt sich der Hund unterwegs zu kratzen, kann mit der Sprühflasche das Ekzem bestäubt werden. Bitte erneuern Sie den Inhalt der Flasche spätestens nach 2 Tagen!
Finger weg von antibiotischen Shampoos! Diese reizen die Haut nur unnötig, zerstören das Hautklima. Die Haut bekommt Stress.
Haltungsüberprüfung
Ein sehr sensibles Thema ist die eigene Haltung. Hunde mit Juckreiz zeigen „Ich fühle mich nicht wohl in meiner Haut!“ Das kann neben Allergien, neben einer nicht optimalen Ernährung und neben Hautparasiten leider auch eine nicht optimale Haltung als Auslöser für die Hauterkrankung sein.
- Hat der Hund zu viel Stress?
- Oder ist ihm vielleicht langweilig?
- Bekommt er ausreichend Ruhepausen?
- Wie sieht sein Alltag aus?
- Wann begann die Hauterkrankung und wie war es davor?
- Wann ist es schlimmer (Sommer/Winter)?
Machen Sie sich dazu in Ruhe Gedanken und besprechen Sie diese Punkte mit dem behandelnden Tierhomöopathen.
Therapie sinnvoll?
Für die Therapie benötigt man Geduld – insbesondere dann, wenn der HotSpot schon länger besteht. Parallel zur homöopathischen Behandlung darf ohne vorherige Rücksprache mit dem behandelnden Tierheilpraktiker keine weitere Therapie erfolgen – andernfalls lässt sich kaum sagen, ob eine Besserung/Verschlimmerung von dem ausgewerteten Mittel oder aber vom unter Umständen weiteren Präparat stammt.
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