Lesenswert

Diagnose Krebs

» zurück zu Lesenswert

Diagnose Krebs! Diese beiden Worte ziehen vielen Tierhaltern verständlicherweise den Boden unter den Füßen weg. Es ist keine leichte Pathologie und sehr oft sind bei der Behandlung von Haustieren die medizinischen Möglichkeiten eingegrenzt.

Es gibt einige Punkte, die parallel zu einer schulmedizinischen und/oder alternativen Therapie, vom Tierhalter umgesetzt werden sollten.
 

Ernährung
Die Ernährung ist sehr wichtig, insbesondere bei einem kranken Tier. Der Krebs zieht aus diversen Lebensmitteln Energie. Daher ist es nun umso wichtiger für die richtige Fütterung zu sorgen. Der Patient sollte ausschließlich frische Kost (Obst und Gemüse) erhalten. Kaninchen und Meerschweinchen dürfen natürlich außerdem Heu sowie frisches Grün von Mutter Natur bekommen. Auch Trockenkräuter sind erlaubt, wie täglich frisches Trinkwasser.

Nachstehend werden „besondere“ Frischfuttersorten genannt, die in die Ernährung abwechslungsreich einbezogen werden sollten. Das bedeutet zu den bisherig gewohnten Nahrungsmitteln können nachstehende „Vitaminbomben“ außerdem angeboten werden. Sind die Nager gewisse Sorten jedoch nicht gewohnt, bitte langsam anfüttern. Andernfalls kann der durch den Krebs bereits auf Hochtouren arbeitende Organismus unnötig geschwächt werden (i.d.R. Reaktion mit Durchfall).

Vitamine
In zahlreichen Obst- und Gemüsesorten sind nachgewiesene, krebshemmende sekundäre Pflanzenstoffe enthalten. Diese sekundären Stoffe greifen in die Prozesse ein, die an der Entwicklung von Krebs beteiligt sind:
Blaubeeren (auch Heidelbeeren genannt), Cranberry, Brokkoli, Erdbeeren, Himbeeren, Kohl (Rosenkohl, Blumenkohl, Grünkohl), Tomaten, Weintrauben, Zitrusfrüchte

Zudem gibt es Nahrungsmittel, die sehr reich an phyto-chemischen Verbindungen sind, die ebenfalls krebshemmende Wirkung besitzen:
Apfel, Basilikum, Birne, Fenchel, Kopfsalat, Petersilie, Rosmarin, Sellerie, Spinat, Thymian

Achtung bei blähenden Sorten (u.a. Kohl) – sind die Nager diese Kost noch nicht gewöhnt, bitte sehr langsam anfüttern!

Für Kaninchen oder Meerschweinchen andere verträgliche Frischfuttersorten, wie Karotte/Möhre, Petersilienwurzel, Paprika, Topinambur usw. dürfen und sollen natürlich weiterhin auf dem Speiseplan stehen. Zu diesen Nahrungsmitteln sollten die oben genannten „besonderen“ Sorten abwechslungsreich zugefügt werden.

Getreide
In zahlreichen Trockenfuttersorten und Leckereien, die Tierhalter ihrem Nager zur Verfügung stellen, ist Getreide enthalten. Vielen Tierhaltern ist bewusst, dass diese Art der Ernährung nicht natürlich ist. Spätestens jetzt sollte jedoch eine Ernährungsumstellung erfolgen. Denn Krebs „ernährt“ sich von Kohlenhydraten, die in Getreide und auch in Kartoffeln enthalten ist. Dies hilft ihm zu wachsen, sich weiter auszubreiten.

Es ist daher jetzt umso wichtiger ihm die „Nahrungsquelle“ möglichst zu nehmen. Ist der Patient bislang nicht an frisches Futter gewöhnt, so muss die Ernährungsumstellung von Trocken auf Frisch sehr langsam umgesetzt werden. Andernfalls wird der Organismus überstrapaziert und reagiert mit Durchfall, was den Körper unnötig schwächen kann. Und gerade jetzt braucht dieser sämtliche Energien im Kampf gegen den Krebs. Daher lieber die Trockenfutterration langsam täglich reduzieren und die Frischfuttermenge wöchentlich erhöhen. Lieber mit 1-3 Frischfuttersorten erstmal beginnen und hier auf sehr wässrige Sorten (Gurke, Tomate, Salat) erst einmal verzichten. Dies über einen Zeitraum von 4-6 Wochen umsetzen. Dieser Zeitrahmen ist aus Erfahrung ausreichend das Tier sanft umzugewöhnen, bis es am Ende der Zeit kein Trockenfutter mehr erhält.

Trockengemüse/-obst
Wer Trockengemüse/-obst verfüttert sollte dies möglichst absetzen und auf 100% artgerechte Kost (Frischfutter, Grünfutter und Heu) umstellen.

Nahrungsergänzung
Im Zoofachhandel gibt es zahlreiche Vitaminpräparate, die man ins Trinkwasser oder über das Futter geben kann. Bitte die Finger davon lassen! Wer sein Tier mit reichlich frischer Kost versorgt und die Ernährung abwechslungsreich gestaltet, bietet ihm so genug Vitamine und Mineralstoffe an. Weitere Gaben über Trinkwasser oder über das Futter sind unnötig und können sogar zuviel des Guten sein.

Leberunterstützung
Auf die Leber ist während einer Krebserkrankung besonders acht zu geben. Sie muss Höchstleistung erbringen. Regelmäßige Blutbilder können Aufschluss geben, wie es um sie bestimmt ist, damit rechtzeitig mit einer organotropen Behandlung begonnen wird. Das bedeutet, es wird gezielt dieses Organ parallel zur Krebsbehandlung unterstützt. Insbesondere die Mariendistel in Verbindung mit Vitamin B hat sich als sehr gut erwiesen. Der Handel bietet dazu vielfältige Präparate an. Tierarzt oder Tierheilpraktiker beraten gerne. 

Haltung
Ausreichende Bewegung zu jeder Tageszeit ist wichtig – nicht nur bei der Diagnose Krebs! Das bedeutet die jeweilige Tierart sollte für sich den entsprechenden Mindestauslauf an 24 Stunden bekommen. Pro Meerschweinchen sind das 1-2 qm Fläche, bei Kaninchen (bis 3 kg) sind das 2-3 qm und bei größeren Kaninchen ab 4 kg sogar 3-4 qm Fläche. Stress ist möglichst zu vermeiden! Alles was dem Patienten eine überflüssige Unruhe verschafft ist möglichst abzustellen.

Vorsicht vor Tipps aus Foren!
Selbst wenn viele der in Nagerforen stehenden Mitteltipps gut gemeint sind, man sollte von dieser Selbsttherapie Abstand nehmen! Mit Krebs ist nicht zu spaßen. Zu viele Präparate können den Organismus unnötig strapazieren. Insbesondere mehrere Komplexmittel miteinander kombiniert bedeuten meist zwischen 30 – 60 darin insgesamt enthaltene Einzelpräparate. Diese Vielzahl muss der Körper des Tieres erstmal umsetzen und aus dieser Menge gucken, ob überhaupt das passende Mittel enthalten ist.

Der Halter erkennt oft nicht, ob dieser Cocktail aus zahlreichen Mitteln oder aber ein mitunter „das als homöopathische Krebsmittel“ betitelte Einzelmittel überhaupt wirkt. Zeigt der Patient eine plötzlich deutlichere Besserung vom Befinden, so weiß der klassische Homöopath sofort, dass bei einer Krebserkrankung mit ziemlicher Sicherheit das noch nicht passende Mittel im Spiel ist. Dies unterscheidet sich von der homöopathischen Behandlung anderer Erkrankungen. Der Tierhalter deutet diese schnelle Besserung jedoch leicht damit, dass er dem Tier hilft. Das kann ein fataler Irrtum sein.

 

Therapie sinnvoll?
Viele Tierhalter fragen sich, ob insbesondere bei der Krebserkrankung eines Kaninchens oder Meerschweinchens eine Therapie überhaupt sinnvoll ist. Und es gibt auch im Umfeld des Halters immer mal wieder Menschen, die eine Krebstherapie bei einem „Kleintier“ als rausgeschmissenes Geld betrachten. Schließlich steht die Therapie in keinem Verhältnis zur in der Regel recht günstigen Anschaffung von Meerschweinchen oder Kaninchen!

STOP! Hier handelt es sich um ein Lebewesen und kein Plüschtier, was man bei einem Defekt einfach wegwerfen kann. Man geht mit der Anschaffung eines Tieres immer eine Verantwortung ein. Und wenn das Tier krank ist und es hier jedoch eine Chance auf Leben gibt, so sollten sämtliche Möglichkeiten zumindest weitreichend geklärt und ggf. auch umgesetzt werden. Hier kann ein fähiger Tierarzt oder Tierheilpraktiker beratend zur Seite stehen. Gerade bei der Diagnose Krebs kann es unter Umständen sinnvoll sein eine tierärztliche Zweitmeinung einzuholen oder sich in eine Tierklinik zu begeben.

Nicht jeder Krebs ist heilbar!
Weder Ärzte, noch Heilpraktiker können zaubern. Aber man kann, (durchaus auch gemeinsam) den Krebs gut in den Griff bekommen. Und selbst wenn man diesen vielleicht nicht wegzaubern kann, eventuell kann man das Wachstum soweit hemmen und das Befinden des Tieres soweit verbessern, dass Kaninchen oder Meerschweinchen noch einen wunderschönen, weiteren Lebensabschnitt genießen können.

 

Insbesondere in der klassischen Homöopathie kann man mit der richtigen Mittelwahl auf das Krebsgeschehen gut einwirken. Doch dies gehört in fachkundige Hände! Das bedeutet als Tierhalter sollte man sich einen klassischen Tierhomöopathen anvertrauen und das möglichst frühzeitig. Je später man beim Tierhomöopathen erscheint, umso schwerer ist für diesen die Mittelfindung!

 

Ich wünsche Ihnen von Herzen alles Gute für Ihr Tier
Sonja Tschöpe 

» zurück